Patrick Kroggel hat den Spendenaufruf gestartet.
Patrick Kroggel hat den Spendenaufruf gestartet. Christina Volgmann
Mitte Oktober lief die private Spendenaktion an. Mit Erfolg. Unzählige Pakete aus ganz Deutschland erreichten ihn in den
Mitte Oktober lief die private Spendenaktion an. Mit Erfolg. Unzählige Pakete aus ganz Deutschland erreichten ihn in den vergangenen Wochen. Christina Volgmann
Die zahlreichen Spenden kamen sehr gut an.
Die zahlreichen Spenden kamen sehr gut an. Danilo Vitense
Spendenaktion

Wie ein Neubrandenburger einen Lkw voller Tierspenden sammelte

Diesen Segen für ihre Vierbeiner haben die Mitglieder des Tierschutzvereins aus Altentreptow nicht erwartet. Der Spender hat schon Ambitionen fürs nächste Jahr.
Altentreptow

Mit einem gesponserten Lkw hat sich Patrick Kroggel aus Neubrandenburg, der ursprünglich aus Altentreptow stammt, auf den Weg in seine alte Heimatstadt gemacht und dem dortigen Tierheim eine Riesenfreude gemacht. Der 33-Jährige hat einfach mal so eine Lkw-Ladung Spenden für das Tierheim eingesammelt. Was ihm in den Wochen zuvor täglich durch den Postboten überreicht wurde, überstieg seine Erwartungen bei weitem. Der Wahnsinn, wie er am Samstag, am Tag der Übergabe, sagte.

Die Pakete stapelten sich schon in der Wohnung

Unzählige Pakete, Futter, Spielzeug, Decken, Putzsachen, Katzenstreu, alles, was Tiere und Tierheim begehren, stapelten sich inzwischen überall in seiner Wohnung. Selbst aus Baden-Württemberg seien Spenden gekommen. „Aus ganz Deutschland“, so der junge Neubrandenburger, der die private Spendenaktion Mitte Oktober für das Tierheim in Altentreptow ins Leben rief. Sogar am letzten Tag waren noch einige Spenden angekommen, berichtete Patrick Kroggel.

Doch woher kommt sein Enthusiasmus? „Ich wollte dem Tierheim einfach etwas Gutes tun und Futterspenden sowie auch andere Spenden sammeln“, meinte er. Außerdem sei er sehr tierlieb, habe selber zwei Hunde. „Denen geht es sehr gut, warum soll es anderen Tieren, gerade denen im Tierheim, nicht genauso gehen.“

Spenden für das Tierheim sammeln, eine solche Aktion wollte er schon lange machen, erzählte der Neubrandenburger. Zuerst war der Gedanke, für Neubrandenburg und Altentreptow zu sammeln. Nach einem Gespräch mit der Einrichtung in der Kreisstadt der Seenplatte habe man sich aber darauf geeinigt, dass vor allem in Altentreptow hoher Bedarf herrsche. „Ich hatte mich aber nicht ganz getraut und wusste auch zuerst nicht genau, wie ich es machen soll.“ Dann verschickte er schließlich über seine WhatsApp-Kontakte einen Aufruf. Der hatte sich in kurzer Zeit weit verbreitet, freute sich der 33-Jährige. Aus der Umgebung, aber auch aus Güstrow, Teterow oder Grabow bekam Patrick Kroggel Rückmeldung von Menschen, die bei der Aktion mitmachen wollen. Bis nach Hamburg hatte es sich rumgesprochen. Auch in Berlin und eben bis in den Süden der Republik.

Jeder kann ein bisschen geben

„Unfassbar, wirklich der Wahnsinn“, so waren auch die Reaktionen von Tierheimleiterin Silke Greier und Andrea Brämer, der stellvertretenden Vorsitzenden des Altentreptower Tierschutzvereins. Das gleiche Bild bei den Vorstandsmitgliedern Marga Syring, Susann Räth, Christina Volgmann und den freiwilligen Helfern, als Patrick Kroggel am Sonnabend um kurz vor 11 Uhr mit dem Lkw an der Einfahrt zum Stehen gekommen war und sich nach Öffnung der Rampe ein reichlich gefüllter Laderaum auftat. Sogar das Sat.1 Frühstücksfernsehen hatte diesen Moment für die Zuschauer festgehalten.

„Wir sind sehr dankbar“, freute sich Silke Greier über die Aktion von Patrick Kroggel. Alles werde dringend gebraucht im Tierheim am Klosterberg. Sonst konnten immer einige Spenden bei der Tierweihnacht eingesammelt werden. Aber die falle dieses Jahr leider aus. „Durch Corona haben wir 2020 massive Spendeneinbußen gehabt“, erklärte die Tierheimleiterin die missliche Lage. Fast monatlich hätten sie zuletzt bei Facebook Spendenaufrufe gestartet. Es sei ja schon hilfreich, wenn viele Menschen jeweils ein bisschen geben, etwa einen Futtersack mehr kaufen. Auch die Arbeit für die sechs Mitarbeiter ist in diesem Jahr mehr geworden, wie Silke Greier sagte. Sonst hatten sie immer noch vier Helfer aus dem Bundesfreiwilligendienst. Aber das gehe dieses Jahr ebenfalls nicht.

Nächstes Jahr will Patrick mit zwei Lkw kommen

Umso mehr ist die Heimleiterin darüber glücklich, dass zwei neue Mitglieder geworben werden konnten – zwei junge Frauen, die mit den Hunden regelmäßig spazieren gehen. „Jede Hilfe ist uns willkommen. Und wenn es nur das Abwaschen der Katzennäpfe ist“, so Greier. Denn in letzter Zeit seien sehr viele Katzen eingetroffen.

Natürlich sind weiterhin Spenden gerne gesehen, Sach- wie Geldspenden. Denn auch das Finanzielle ist im Tierheim knapp bemessen. „Mit den Tierarztkosten kommen wir dieses Jahr an unsere Grenzen“, sagte die Leiterin. 14 000 Euro gebe es jährlich von der Stadt, benötigt werde aber eigentlich das Doppelte. Umso schöner war die Nachricht von Patrick Kroggel für Silke Greier, dass aus dem Aufruf nun eine jährliche Aktion werden soll. Im nächsten Jahr möchte der Neubrandenburger dann sogar mit zwei Lkw kommen, so sein erklärtes Ziel.

zur Homepage