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Gülle und Dünger auf den Feldern

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Wie gut ist unser Trinkwasser?

Sämtliche Wasserwerte sind im Internet abrufbar und somit öffentlich.
Sämtliche Wasserwerte sind im Internet abrufbar und somit öffentlich.
Lino Mirgeler

Wie stark ist das Lebensmittel Nummer 1 mit Nitraten belastet? Immerhin fällt auch hier Gülle in Kuh- und Schweineställen an und düngen Bauern ihre Felder. Wird dennoch Qualitätswasser gefördert?

Keines unserer Lebensmittel wird so intensiv und regelmäßig untersucht wie das Trinkwasser. Und fallen Werte aus den empfohlenen oder vorgeschriebenen Bereichen, wird sofortiges Handeln angeordnet. Egal, ob es sich um Eisen, Mangan, Magnesium, Chlorid, Sulfat, Kalium oder Nitrat handelt. „Wie steht es eigentlich um die Nitratwerte bei uns im Amtsbereich? Liegen die im Rahmen oder haben die Bauern hier auch schon die zulässigen Werte mit zu viel Gülle und Dünger in die Höhe getrieben und unser Grundwasser versaut?“ Der Fragesteller legt deutlich hörbaren Sarkasmus in die Stimme am Nordkurier-Telefon. Er ist selbst Landwirt, hat Kühe und die Nase voll, dass sein Berufsstand an allem, was in der Natur nicht richtig läuft, als Verursacher an den Pranger gestellt wird.

Sämtliche Wasserwerte sind im Internet abrufbar und somit öffentlich, sagt Andreas Günther, Betriebsstellenleiter in der Gesellschaft für kommunale Umweltdienste (GKU). „Mit Nitrat haben wir keine Probleme“, erklärt er. Auch alle anderen Werte liegen im Bereich der gesetzlich geforderten Zulässigkeit. Der Grenzwert bei Stickstoff liegt gemäß Trinkwasserverordnung bei 50 Milligramm je Liter. Den niedrigsten Wert haben Tützpatz und Wolde mit je 0,62 mg/l. Die Mehrheit der Gemeinden liegt bei 1,86 mg/l wie beispielsweise in Altenhagen, Altentreptow, Grapzow, Weltzin und Röckwitz. Kleine Ausreißer sind Wodarg, Breesen und Wildberg mit je 3,11 mg/l.

„Dass wir keine erhöhten Stickstoffwerte haben, hängt mit den geologischen Bedingungen zusammen, die hier vorherrschen. Wir haben schwere Böden und unter den landwirtschaftlich genutzten Flächen befinden sich wasserundurchlässige Schichten aus Ton, Lehm und Geschiebemergel.“ Aber, so Günther weiter, „niedrige Nitratwerte im Grundwasser müssen kein Indiz darauf sein, dass Bauern maßvoll mit Stickstoff umgehen.“ Diese Schlussfolgerung könne nicht ohne Weiteres gezogen werden.

Ebenso bedeute lang anhaltende Hitze auch nicht gleichzeitig extreme Wasserförderung. In Tützpatz sei beispielsweise der 27. April jener Tag gewesen, an dem die bisher höchste Menge gefördert wurde. In Breesen war es der 29. Mai und in Altentreptow der 31. Mai. „Da wurden im Treptower Wasserwerk 972 Kubikmeter Grundwasser aufbereitet.“ Die höchste Förderung im Amtsbereich lag im Zeitraum von Ende Mai bis Mitte Juni, als die Gärten bestellt wurden. 12 Prozent aller Kunden hätten sich einen Gartenwasserzähler einbauen lassen und die pushen die Trinkwassermenge natürlich ordentlich nach oben, meint Günther. „Wir haben keine Versorgungsprobleme, die auf Trockenperioden zurückzuführen sind.“ Und auch jetzt, wo der Feuerball uns gnadenlos einheizt, geht die Kurve beim Wasserverbrauch nach unten. Dabei geht noch ein Drittel des Lebensmittels Nummer 1 für die Toilettenspülung drauf.

Wenn er Altentreptower Trinkwasser mit beliebten Mineralwassern vergleiche, so könnte es glatt als solches weggehen. Beim Vergleich der einzelnen chemischen Parameter wie Natrium, Magnesium oder Sulfat schneidet es sogar besser ab als manch hoch gelobtes Mineralwasser.