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Bebauungsplan

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Wie viel Gewerbe verträgt der Tollensekaufpark?

Wer soll sich neben den Geschäften im Tollensekaufpark ansiedeln dürfen? Die neue Planung ist nicht unumstritten.
Wer soll sich neben den Geschäften im Tollensekaufpark ansiedeln dürfen? Die neue Planung ist nicht unumstritten.
Tim Prahle

Der neue Bebauungsplan für das Einkaufszentrum an der Südkreuzung in Altentreptow hatte bereits Ende des vergangenen Jahres hohe Wellen geschlagen. Die Diskussion zum Thema Tollensepark scheint auch jetzt noch nicht zu Ende zu sein.

Die Diskussion zum Thema Tollensekaufpark an der Südkreuzung in Altentreptow geht weiter. Das zeigte der jüngste Bauausschuss, als die neuen Planungen mal wieder auf der Tagesordnung standen. Angefangen hat alles vor einem Jahr: Ein Mitarbeiter der Kreisverwaltung entdeckte bei einer Überprüfung, dass eine Unterschrift vor gut 25 Jahren nicht geleistet worden war. In der Konsequenz hätte der Tollensekaufpark damals gar nicht gebaut werden dürfen. 1992 wurde die Fläche als sonstiges Sondergebiet für großflächige Handelsbetriebe überplant. Die maximal zulässige Verkaufsraumfläche von 2500 Quadratmeter sollte ausschließlich dem Einzelhandel vorbehalten werden. Dienstleistungsbetriebe, Apotheken, Reisebüros wurden damals ausdrücklich ausgeschlossen. Die Stadt will die Sache mit einem neuen Bebauungsplan heilen. Die Altentreptower Stadtvertretung stimmte in öffentlicher Sitzung am 11. Juli deshalb der Aufstellung eines neuen Planes im beschleunigten Verfahren zu.

Altentreptows Ex-Bürgermeisterin Sybille Kempf vermutete, dass die Stadt mit dem Plan alte Nutzungsbeschränkungen kippen wollte. Sie wandte sich mit ihren Bedenken an das Schweriner Wirtschaftsministerium. Das gab aber der Stadt in diesem Falle recht. Die Treptower Verwaltung gab offen zu, dass auch Dienstleistungs- und Gewerbebetriebe mit der neuen Planung offiziell hier einziehen sollen. „Es wird doch schon seit 10 bis 15 Jahren so gelebt“, sagte die stellvertretende Bürgermeisterin, Claudia Ellgoth.

Der Planentwurf liegt nun vor und soll nach der Zustimmung von den Stadtvertreter für vier Wochen öffentlich ausgelegt werden. Dann können Betroffenen, Nachbargemeinde,Vereine und Verbände ihre Meinung sagen. Doch vorerst sollten die Mitglieder des Bauausschusses darüber befinden. Das taten sie auch.

Droht eine Verödung der Innenstadt?

Eckhard Kruse und Bernhard Wichmann von der Wählergemeinschaft fürchten bei dieser Entscheidung um die Innenstadt und den Bestand der kleinen Geschäfte dort. Es müsse erst ein Einzelhandelskonzept vorliegen, erst dann könne man über den vorliegenden Plan befinden und festlegen, welche Einschränkungen es geben muss, forderte Eckhard Kruse. „Wir sollten erst sagen, wo was angesiedelt werden sollte.“ Bernhard Wichmann ist sich sicher: „Wir haben doch noch Zeit. Es ist doch kein Zwang, den Text so zu übernehmen.“

Für Claudia Ellgoth eine fragliche Argumentation. Denn Friseur oder Versicherung hätten sich dort angesiedelt. Sie glaube nicht, dass sie in die Innenstadt gehen, wenn die Beschränkungen kamen. Sie würden eher abwandern. Der Tollensekaufpark sei gut ausgelastet, versicherte auch Planer Michael Meissner von Baukonzept.

Das Argument, dass die Einzelhändler abwandern und die Innenstadt dadurch veröden könnte, wollte Alexander Friese von der CDU-Fraktion nicht gelten lassen. Die meisten Händler seien auch Besitzer der Häuser, in denen sie ihre Läden hätten. Da bleibe es fraglich, ob sie, wenn sie aufhören, neuen Leuten Haus und Geschäft übergeben.