DRÜCKJAGDEN

Wildschweine in Neubrandenburg werden jetzt gejagt

Wildschweine haben einige Gebiete Neubrandenburgs für sich entdeckt. Dabei kommen sie Menschen nahe, weil sie rings um die Gebiete besten Lebensraum vorfinden. Jetzt ist es damit vorbei.
Den Wildschweinen in der Stadt wird der Kampf angesagt.
Den Wildschweinen in der Stadt wird der Kampf angesagt. Lino Mirgeler
Im Neubrandenburger Kulturpark trieben die Schwarzkittel im vergangenen September ihr Unwesen.
Im Neubrandenburger Kulturpark trieben die Schwarzkittel im vergangenen September ihr Unwesen. Privat
Neubrandenburg.

Den Wildschweinen in der Stadt wird der Kampf angesagt. Drückjagden sollen Schwarzkittel in Neubrandenburg zur Strecke bringen. Das teilte Stadtförster Carsten Düde während der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Umwelt, Ordnung und Sicherheit mit. Die erste Jagd habe bereits an den Hängen Richtung Industrieviertel – dort ist ein Kiefernwald – stattgefunden, hieß es auf Nordkurier-Nachfrage.

Nahe des Datzebergs und Am Steep hätten sich die Wildschweine in der Vergangenheit pudelwohl gefühlt. Jetzt soll Unruhe in das bestehende Wildschwein-Idyll gebracht werden. „Wenn dreimal in der Woche jemand meine Wohnung auf den Kopf stellt, ziehe ich da auch weg“, sagte der Stadtförster.

Datzeberg und Am Steep gelten als beliebte Orte

„Wir wollen demnächst auch ein Infoblatt an die Anwohner verteilen“, so Carsten Düde. Darin soll den Leuten in den betroffenen Gebieten erklärt werden, wie sie sich am besten verhalten im Zusammenhang mit Wildschweinen. Sprich, was es zu beachten gilt, wenn Mensch und Tier sich begegnen oder auch wie Anwohner sich und zum Beispiel auch ihre Gärten schützen können.

Die Stadt selbst werde in den Gebieten nicht jagen, betonte er. Das sei dem Jagdpächter vorbehalten, der das Jagdrecht besitzt. Auf dem Datzeberg oder in den Wohngebieten selbst werde aber in keinem Fall gejagt, das sei schließlich verboten. Nach Carsten Düdes Angaben unterstützt die Stadt die Jagden in Sachen Logistik. „So stellen wir zum Beispiel Schilder am Straßenrand auf und weisen so auf die Jagd hin“, erläuterte er. Wann genau die Jagd Am Steep vonstatten geht, konnte er nicht sagen. „Es soll ja keinen Massenauflauf geben“, meinte er. Carsten Düde erklärte außerdem, warum es die Wildschweine an und in Wohngebieten so schön finden. Der Datzeberg und das Gebiet Am Steep gelten dabei als „Hotspots“. Sie seien wunderbar im Grünen gelegen, insbesondere der Datzeberg. Es gebe Wald, Acker, Wiesen und offene Landschaft drum herum. Dann wächst am Datzeberg noch üppiger Weiß- und Schwarzdorn. „Der ist so dicht, da kommt man nur auf allen vieren durch und ist niemandem zu empfehlen“, so der Stadtförster, der deutlich machte, wie schwierig es sei, die Schwarzkittel in solch guter Deckung zu jagen.

Mit den Jagden soll jetzt Strecke gemacht werden

Neubrandenburg ist laut seinen Ausführungen jedoch in Sachen Schwarzwild in der Stadt „kein Exot“. Die Tiere hätten auch andere Städte wie Rostock und Greifswald längst für sich entdeckt. In der Vergangenheit habe es in Neubrandenburg fünf bis acht Drückjagden gegeben, neben der Einzelbejagung durch den Jagdpächter. „Er kann auch eine entsprechende Strecke aufweisen, aber das ist nicht ausreichend“, betonte der Fachmann. „Das Schwarzwild nimmt das nicht für voll“, fügte er hinzu. Mit der Jagd vom Dienstag und der kommenden Jagd sollte und soll „Strecke gemacht werden“. Die Stadt selbst könne mit biotopischen Gestaltungsmaßnahmen, sogenanntes „Entbuschen“, dazu beitragen, dass sich das Schwarzwild vielleicht nicht ganz so wohl und geschützt fühlt.

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