Im Bereich der Gerstenstraße und des Reitbahnsees sind neuerdings Wildschweine zugange.
Im Bereich der Gerstenstraße und des Reitbahnsees sind neuerdings Wildschweine zugange. Foto: NK-Montage: Thomas Langer, Lino Mirgeler
Schwarzwild

Wildschweine jetzt auch am Neubrandenburger Reitbahnsee

Umgebuddelte Rasenflächen zeigen: Das Neubrandenburger Schwarzwild hat es sich jetzt auch rund um den Reitbahnsee gemütlich gemacht. Für die Stadt ein kaum lösbares Problem.
Neubrandenburg

Das Wildschwein-Problem in Neubrandenburg weitet sich offenbar aus. Spuren der Tiere am Reitbahnsee weisen darauf hin, dass nach dem Datzeberg und dem Kulturpark nun ein dritter Ort mitten in der Stadt zur Heimat des Schwarzwilds geworden ist. „Das ist tatsächlich neu“, heißt es aus dem Rathaus. Die Stadt würde aktuell prüfen, von wo die Tiere kommen, um sich auch mit dem zuständigen Jagdpächter abzustimmen.

Angst, dass dem Enkelkind etwas passiert

Entdeckt hatte die Spuren Thomas Langer. Der Rentner beobachtet seit Jahren das Treiben der Wildschweine, besonders auf dem Datzeberg hatte er selbst mehrfach Tiere samt Hinterlassenschaften gesehen. Bei ihm wirkt mittlerweile auch der direkte Kontakt nach. Sein Hund sei einmal angefallen worden, auch sein Sohn habe bereits vor den Tieren fliehen müssen. „Ich traue mich kaum noch, da mit meinem Enkel lang zu laufen“, sagt er.

Doch eine einfache Lösung für die Tiere in der Stadt gibt nicht. Jagen ist im „befriedeten Bereich“ verboten, Ausnahmegenehmigungen gebe es nur sehr selten, sagte Rathaussprecherin Anett Seidel.

In der Stadt Neubrandenburg waren etwa während der Jagdsaison vor knapp zwei Jahren 239 Stück Schwarzwild erlegt worden, wie Stadtförster Carsten Düde damals den Stadtvertretern zu berichten wusste. Darunter seien auch 36 Wildschweine vom Datzeberg gewesen. Bei einer Drückjagd hingegen wurden die Tiere nicht gefunden.

Neubrandenburg wird nie wildschweinfrei sein

Wo das Jagen nicht immer möglich oder erfolgreich ist, müssen Vergrämungsmaßnahmen her. Auf dem Datzeberg hatte sich die Stadt mit sogenannten Biotops-Gestaltungsmaßnahmen daran gemacht, Gebüsche zurückzuschneiden, um den Tieren ihren Rückzugsort zu nehmen. Gut möglich, dass diese Maßnahmen Erfolg hatten, wie auch Thomas Langer mit Blick auf den Reitbahnsee sagte. „Entweder haben wir hier schon eine dritte Rotte oder durch den eventuellen Jagddruck unterhalb des Datzebergs wurde das Schwarzwild vergrämt“, sagte er.

Neben Befürchtungen von Einwohnern gehen die Wildschwein-Schäden auch ins Geld. Auf eine Summe von etwa 5000 Euro habe der Stadtförster die Kosten hochgerechnet, sagte Stadtsprecherin Seidel. Die Verwaltung sei weiterhin im intensiven Austausch mit den Jagdpächtern. Denn beim Kulturpark etwa verhalte es sich mit dem Schwarzwild-Kampf etwas anders. Hier stammen die Tiere wohl aus dem benachbarten Stargarder Bruch. Dieser sei kein befriedeter Bereich, das Jagen daher erlaubt, erläuterte Sprecherin Seidel.

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Doch auch aufgrund des jüngsten Falls zwischen Gerstenstraße und Reitbahnsee sowie weiteren am Friedhof Carlshöhe machte die Sprecherin deutlich: „Wir werden die Stadt nicht wildschweinfrei bekommen.“ Es könne aber jeder Neubrandenburger recht einfach helfen. Etwa, indem er seine Essensreste nicht einfach achtlos liegen lässt.

 

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