IM KULTURPARK

Wildschweine pflügen in Neubrandenburg Rasen bei Spielplatz um

Wildschweine tummeln sich nahezu überall in Neubrandenburg. Jetzt haben sie eine Grünfläche an der Stadthalle zerwühlt. Der Stadt sind die Hände gebunden.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Ganze Arbeit haben Wildschweine im Kulturpark geleistet. In der Nähe eines Spielplatzes haben sie mit ihren Rüsseln
Ganze Arbeit haben Wildschweine im Kulturpark geleistet. In der Nähe eines Spielplatzes haben sie mit ihren Rüsseln das Erdreich aufgewühlt. privat
Wildschweine tummeln sich in vielen Gebieten Neubrandenburgs.
Wildschweine tummeln sich in vielen Gebieten Neubrandenburgs. Lino Mirgeler
Neubrandenburg.

Unweit eines Spielplatzes im Neubrandenburger Kulturpark haben sich Wildschweine auf der Suche nach Futter an einer Grünfläche zu schaffen gemacht. Rechts und links eines Weges von der Stadthalle in Richtung des Bootsanlegers am Tollensesee haben die Wildschweine den Rasen „umgepflügt“. Zwischen den aufgewühlten Erdkrumen war auf einer großen Fläche nur noch wenig Grün zu sehen.

Der Jagdpächter sei über den Vorfall informiert worden, sagte Stadtsprecherin Anett Seidel auf Nordkurier-Anfrage. Die Tiere stammen vermutlich aus dem nahegelegenen Stargarder Bruch. Das innerstädtische Niedermoorgebiet ist wie der Kulturpark ein beliebtes Revier für Wildtiere. Auch Rehe tummeln sich dort gerne. Immer wieder trifft man dort auch Waschbären und manchmal sogar Biber.

Wildschweine dürfen nicht gejagt werden

Denn die schlauen Tiere haben mitgekriegt, dass Jäger ihnen in der Stadt nicht nachstellen können. Im Kulturpark darf nicht gejagt werden, sagt Stadtsprecherin Seidel. Auch ansonsten gelten strenge Regeln, bevor die Wildschweine erlegt werden können. So dürfen in der Regel beispielsweise Bachen mit Frischlingen nicht zur Strecke gebracht werden. Die Stadt rät, sich von Muttertieren mit Jungen fernzuhalten.

Immer wieder haben Wildschweine in Neubrandenburg für Verdruss gesorgt, unlängst auf dem Datzeberg, wo sie einen Wäscheplatz direkt in der Wohnbebauung unsicher machten. Die Tiere wissen genau, wo es was für sie zu holen gibt. Wächst gerade kein Mais, kommen sie in Gärten oder städtischen Parks leichter an Futter als in Wald und Flur.

Auch in anderen Städten wie Greifswald sind sie daher häufige, aber nicht gern gesehene Gäste. In Berlin sind die Paarhufer sogar schon über den Alexanderplatz getrottet. Da das Jagen in der Stadt mit Schusswaffen aus Sicherheitsgründen nicht erlaubt ist, verfielen etwa die brandenburgischen Gemeinden Kleinmachnow und Stahnsdorf in ihrer Not auf die Idee, die Wildschweine mit Pfeil und Bogen dezimieren zu lassen. Die Pläne platzten allerdings, weil sich keine wissenschaftliche Einrichtung für die Begleitung fand.

Toter Jäger durch Wildschwein

Statt des Schießens bleibt in der Stadt oft nur die Möglichkeit, die Tiere zu vergrämen, sprich zu vergraulen. Durch die Ernte Anfang Herbst sind Wildschweine aktuell vermehrt unterwegs – auch tagsüber. Die Tiere sind dann auch häufiger auf Straßen anzutreffen und können so zu einer Gefahr im Verkehr werden.

Es wird ausdrücklich davor gewarnt, sich den Tieren zu nähern oder sie zu füttern. Die Hauer der Tiere sind eine gefährliche Waffe. So wurde beispielsweise 2017 bei einer Jagd in Vorpommern ein Jäger von einem Wildschwein angegriffen und tödlich verletzt.

 

StadtLandKlassik - Konzert in Neubrandenburg

zur Homepage