Unsere Themenseiten

:

Windkraftgegner heizen dem Minister ein

Starker Gegenwind blies dem Minister aus Zachun bei Schwerin entgegen. Ein kleine Abordnung war im Reuterhaus, um die ganze Wahrheit auf den Tisch zu legen, die dort mit Windkraft gemacht wurde.
Starker Gegenwind blies dem Minister aus Zachun bei Schwerin entgegen. Ein kleine Abordnung war im Reuterhaus, um die ganze Wahrheit auf den Tisch zu legen, die dort mit Windkraft gemacht wurde.
Karl-Heinz Engel

Die Windenergiekritiker der Region lehnen einen weiteren Ausbau des Windenergiebetriebs ab. Minister Pegel kann die Vorbehalte bei einer Diskussion im Reuterhaus nicht zerstreuen. 

Den Verlauf der Windkraftdiskussion im Altentreptower Reuterhaus dürfte sich Energieminister Christian Pegel (SPD) anders vorgestellt haben. Die meistens unter dem Dach der Bürgerinitiative (BI) „Windflüchter“ vereinten Windkraftkritiker und -gegner aus Altentreptow und Umgebung, ließen keinen Zweifel darüber aufkommen, dass sie einen Ausbau der Windfelder ablehnen. Trotz geschliffener Rhetorik gelang es Pegel nicht, Zweifel und Vorbehalte an den Projekten zu entkräften.

„Altentreptow hat seinen Beitrag zur Energiewende 15 Jahre lang geleistet, wie jeder sehen kann. Nun ist Schluss. Wir wollen nicht mehr“, brachte es Stadtvertreter Gerhard Quast unter dem Beifall der Anwesenden auf den Punkt.

Als ein Schlagwort mit Brisanz stellte sich im Verlauf der Diskussion immer wieder der Verwaltungsbegriff „Zielabweichungsverfahren“ heraus. Es dient dazu, in beschleunigten Verfahren Standorte auszuweisen, die durch Innovationen in technischer, finanzieller und effizienzträchtiger Hinsicht besonders interessant sind für Investoren. Damit sollen Windenergiefelder optimal ausgefüllt werden. Der Plan der Bundesregierung, den Anteil der Energien aus alternativen Quellen von 27 auf 50 Prozent zu steigern, lasse sich sonst kaum realisieren, erläuterte Christian Pegel.

Nur noch zwei Kilometer Abstand

Für Zielabweichungsverfahren gelten jedoch andere Prämissen. So beträgt der Abstand zu Wohnbebauung nur noch 1000 Meter. Auch dürfen die einzelnen Windenergiegewinnungsräume auf zwei Kilometer zusammenrücken. Zuvor galten dafür fünf Kilometer. Für die meisten im Podium eine beklemmende Vorstellung bei den inzwischen 200 Meter hohen Anlagen.

Die Region Altentreptow lehnt einen Ausbau des Windenergiebetriebs ab. Wird das Vorhaben nun gestoppt? Christian Pegel gab keine Zusage, sondern deutete etwas von Mittelweg an. Damit ihm die Diskussion in Altentreptow in Erinnerung bleibt, überreichte ihm BI-Sprecher Gilbert Schulz zum Abschluss gerahmte Fotos vom nächtlichen Leuchtfeuergeflimmer auf den hiesigen Feldern.