Gehört die Maske bald wieder zum Alltag? Auch mancher Mediziner zweifelt an dem Nutzen dieser Maßnahmen.
Gehört die Maske bald wieder zum Alltag? Auch mancher Mediziner zweifelt an dem Nutzen dieser Maßnahmen. Bernd Wüstneck
Gesundheitswesen

„Wir müssen mit der Angst aufhören” – Arzt wettert über Corona-Regeln

Masken und Tests in Schulen oder Restaurants sind aus Sicht eines Mediziners völlig überzogen. Auch von Impfpflicht und Quarantäne hält der Fachmann wenig.
Seenplatte

Unter Medizinern der Region regt sich Missmut über die Ideen der Politik zur Bekämpfung möglicher Corona-Wellen im Herbst. „Wir müssen endlich mit der Angst aufhören und mit Corona leben und den Ressourcenverbrauch stoppen“, schreibt ein Leitender Arzt aus der Mecklenburgischen SeenplatteLandkreis Mecklenburgische Seenplatte dem Nordkurier. Er will unerkannt bleiben, um nicht als ein „Rechter oder Delegitimierer des Staates“ hingestellt zu werden.

Mehr zum Thema: Greifwalder Mediziner testen neues Beatmungs-Gerät an Corona-Patienten

Aus seiner Sicht sollte etwa endlich auf Masken- und Testpflicht an Schulen verzichtet werden. „Es muss der Letzte verstanden haben, dass von Kindern keine Gefahr ausgeht“, so der Fachmann. Auch außerhalb der Schule führen „gießkannenartige Testungen gesunder Menschen“ aus Sicht des Mediziners nicht zu Erfolgen. Die Impfpflicht im Gesundheitswesen gehöre zudem abgeschafft und Quarantäne-Anordnungen beendet. Stattdessen müsse man auf Eigenverantwortung setzen: „Nach zweieinhalb Jahren hat es wahrscheinlich auch der Letzte begriffen, mit Fieber nicht zur Arbeit zu gehen und sich die Hände zu waschen.“

Zweifel am fachlichen Wissen von Politikern

Masken seien nur im engen Kontakt mit Erkrankten sinnvoll – und nicht beispielsweise beim Gang zur Toilette im Restaurant. Ein Mund-Nasen-Schutz im Freien komme einem „Schildbürgerstreich“ gleich. Es müsse sich mehr auf wissenschaftliche Erkenntnisse gestützt werden, andere Haltungen sollten wieder zugelassen werden. „Es kann nicht sein, dass Politiker aus dem Bundestag oder Landtag ohne fachliches Wissen Medizin erklären“, so der Arzt. Bei anderen Impfungen wüsste man von Schutzwirkungen über Jahre. Doch jetzt könnten Politiker „ohne Widerrede auffordern, sich alle drei Monate frisch impfen zu lassen, weil es uns rettet. Geht‘s noch?“

Lesen Sie auch: Neues Schuljahr beginnt ohne Corona-Regeln

Mediziner müssten wieder Zeit für alle Patienten bekommen. Es dürfe nicht nur über eine Krankheit geredet werden. Schließlich würden jeden Tag Hunderte Menschen in Deutschland an Krebs sterben. Natürlich dürfe man Covid-19 nicht verharmlosen. Aber die Sterblichkeit sei gegenwärtig sehr gering. „Die Pandemie ist schon länger beendet.“

An Krankenhäusern noch keine Normalität

Das sehen aber nicht alle so, insbesondere in den Krankenhäusern. Erst jüngst hatten Klinikleitungen der Region deutlich gemacht, wie viel Aufwand selbst mit der Versorgung einer geringen Anzahl an Covid-19-Patienten verbunden sei. Kritisiert wurde unter anderem, dass staatliche Zuschüsse für den Mehraufwand in jüngerer Vergangenheit ausgeblieben seien. Im Krankenhaus sei noch keine Rückkehr in die Normalität möglich.

Auf den Intensivstationen im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte lagen laut dem Divi-Intensivregister am Mittwoch drei Menschen mit Covid-19, Dienstag waren es noch derer sechs. Nach Kenntnis der Behörden infizierten sich in der vergangenen Woche knapp 1000 Menschen in der Mecklenburgischen Seenplatte, das waren knapp 200 weniger als in den Vorwochen. Die höchste Inzidenz errechnete man für die Ämter Demmin-Land und Neverin sowie für die Stadt Dargun.

zur Homepage