Der Treptower Marktplatz um 1920: Damals trug die Stadt noch die Bezeichnung Treptow a. Toll.
Der Treptower Marktplatz um 1920: Damals trug die Stadt noch die Bezeichnung Treptow a. Toll. privat (ZVG)
Zur Erinnerung an die Umbenennung ließ der damalige Bürgermeister Dr. Luckow zwei Tafeln mit dem Stadtwappen und de
Zur Erinnerung an die Umbenennung ließ der damalige Bürgermeister Dr. Luckow zwei Tafeln mit dem Stadtwappen und der Jahreszahl 1939 gießen. Eine davon ist bis heute erhalten. Aber ob die Tollense heutzutage als Alleinstellungsmerkmal für Altentreptow beim Innenministerium durchgehen würde, ist nicht sicher. Christina Weinreich (NK-Archiv), privat (ZVG)
Umbennung der Stadt

Wird aus Altentreptow wieder Treptow a. Toll?

Die Hebung des Großen Steins hat die schon vor Jahren angestoßene Debatte über einen Zusatznamen für die Stadt neu entfacht.
Altentreptow

Soll Altentreptow nach mehr als 80 Jahren wieder in Treptow an der Tollensee – kurz „Treptow a. Toll“ – umbenannt werden? In der Stadt hat dieser Vorschlag von Bürgermeisterin Claudia Ellgoth jedenfalls für ordentlich Diskussionsstoff gesorgt. „Nun ist die große Frage, wie wir in dieser Angelegenheit weiter verfahren wollen. Zusatzname, Namensänderung oder keins von beidem. Diese drei Optionen stehen zur Auswahl“, betonte die Rathauschefin beim jüngsten Hauptausschuss.

Eine Frage der Kosten und des Bürgerwillens

Wie Heiko Werner (SPD) anmerkte, sei es wichtig zu wissen, welche Kosten auf die Stadt und die Bürger bei einer Umbenennung zukommen würden. „Das ist doch garantiert kein Pappenstiel.“ Die Rathauschefin konnte ihm darauf keine konkrete Antwort geben, da die Verwaltung die finanziellen Auswirkungen bislang nicht überprüft habe. Es sei aber nicht nur die Kostenfrage, die man bei der Debatte im Auge behalten sollte, mahnte der Fraktionsvorsitzende der Wählergemeinschaft, Mirko Renger. Schließlich müsse die Verwaltung die Änderung des Namens vom Innenministerium in Schwerin genehmigen lassen und dafür auch konkrete Gründe anführen. „Bislang war immer nur vom Großen Stein die Rede, da er eng mit der geschichtlichen Entwicklung unserer Stadt verbunden ist. Ist denn schon klar, ob die Tollense auch als Alleinstellungsmerkmal für Altentreptow durchgeht? Wenn nicht, können wir es gleich sein lassen“, wandte sich Renger an die Bürgermeisterin.

Noch etliche Probleme zu klären

„Für mich persönlich ist sie das und spiegelt auch den Bezug zur Region wider. Ich kann jetzt natürlich nicht einschätzen, wie das beim Innenministerium bewertet wird. Auch hier müssten wir uns im Vorfeld schlau machen“, entgegnete Ellgoth. Wie aus der Kommunalverfassung des Landes hervorgeht, ist eine Namensänderung nur aus „Gründen des öffentlichen Wohls“ zulässig. Dazu werden auch hinreichend historische Faktoren gezählt. Allerdings muss sich die Umbenennung auf einen „breiten Bürgerwillen“ stützen. Der Bürgerentscheid, der diesen Willen feststellt, hat in dem Fall sogar die gleiche Rechtswirkung wie ein Beschluss der Stadtvertretung mit einer Zwei-Drittel-Mehrheit.

Vorschlag erst einmal auf Eis gelegt

Ein entscheidender Punkt, den auch Gerhard Quast (Wählergemeinschaft) zu bedenken gab. „Wir müssen die Bürger, in welcher Form auch immer, in die Entscheidung einbeziehen und können das nicht einfach über ihre Köpfe hinweg bestimmen. Deswegen wäre ich dafür, die Vorlage nicht an die Stadtvertretung zur Beschlussfassung zu überweisen, sondern für eine gewisse Zeit zurückzustellen“, sagte der Stadtvertretervorsteher. Claudia Ellgoth schlug daraufhin vor, die Namensfrage erst wieder in der Ausschussrunde vor der Sommerpause aufzunehmen, was der Hauptausschuss geschlossen abnickte. „Dann haben wir alle ein halbes Jahr Zeit, um uns damit intensiver auseinanderzusetzen.“ Altentreptow wird also vorerst Altentreptow bleiben.

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