Während einige Kommunen im Streit ums Geld bereits ausgetreten sind, hält sich das Tollensewinkel-Amt die Option off
Während einige Kommunen im Streit ums Geld bereits ausgetreten sind, hält sich das Tollensewinkel-Amt die Option offen, geschlossen Mitglied im Tourismusverband zu werden. Tobias Holtz
Der amtierende Geschäftsführer des Tourismusverbands, Robert Neidel, warb im Treptower Amtsausschuss für eine w
Der amtierende Geschäftsführer des Tourismusverbands, Robert Neidel, warb im Treptower Amtsausschuss für eine weitere Zusammenarbeit. Miriam Brümmer
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Wird der ganze Treptower Tollensewinkel Mitglied im Tourismusverband?

Mehrere Kommunen waren zuletzt unzufrieden mit dem Tourismusverband der Seenplatte. Im Tollensewinkel sind sich Stadt und Amt einig, dass ihre Region als Ganzes profitieren muss.
Altentreptow

Die zunehmende Kritik einiger Mitglieder am Tourismusverband Mecklenburgische Seenplatte (TVMSE) hat ganz offensichtlich zu einem Umdenken bei der Führungsspitze geführt. Wie der Vorstandsvorsitzende des Verbandes, Wolf-Dieter Ringguth verkündete, will sich der Verband in seiner Arbeitsweise völlig neu orientieren. Es sei an der Zeit, den Fokus mehr als bisher auf die Stärken der einzelnen Partner zu legen und die Kooperation untereinander zu verbessern, so Ringguth.

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Ein Vorstoß, den sich das Amt Treptower Tollensewinkel schon viel früher gewünscht hätte. Denn von der erhofften Unterstützung in touristischen Angelegenheiten, war bei den neun Mitgliedsgemeinden in der Vergangenheit kaum etwas zu merken. Stattdessen entstand bei den meisten Bürgermeistern der Eindruck, dass es ohne nennenswerten Nutzen eigentlich keinen Sinn hat, den Vertrag mit dem Verband weiter aufrechtzuerhalten. Trotzdem hatten sie sich vorerst gegen einen Austritt entschieden – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass der Tourismusverband klar kommuniziert, welche Vorteile eine Mitgliedschaft konkret mit sich bringt.

Verbandsgeschäftsführer wirbt persönlich für weitere Zusammenarbeit

Eigentlich wollte Bert Balke den Mitgliedern des Amtsausschusses dazu Rede und Antwort stehen, doch der hatte seinen Geschäftsführerposten Ende Oktober überraschend niedergelegt. Nun sitzt sein früherer Stellvertreter Robert Neidel auf dem Chefsessel. Und der neue amtierende Geschäftsführer ließ es sich nicht nehmen, bei der jüngsten Sitzung persönlich für die weitere Zusammenarbeit zu werben. Gerade von den digitalen Datenbanken, über die sich unter anderem Veranstaltungen und touristische Highlights auf verschiedenen Kanälen verbreiten lassen, könne auch das Amt profitieren, ist Neidel überzeugt.

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„Das Potenzial, touristisch gesehen noch mehr aus dem Amtsbereich herauszuholen und Gäste auf die Angebote vor Ort aufmerksam zu machen, ist definitiv gegeben. Aber wir benötigen auch die Unterstützung aus den Gemeinden, um an Informationen zu kommen“, stellte der Geschäftsführer klar und räumte gleichzeitig mit einem Missverständnis auf. Der Verband sei dafür da, eine Struktur und Brücken aufzubauen, nicht um Fördermittel zur Finanzierung der touristischen Infrastruktur zu akquirieren. „Darauf haben wir keinen Einfluss, weil sich darum die Wirtschaftsförderungsgesellschaft der Mecklenburgischen Seenplatte kümmert. Wir sind aber gerne bereit, mit ihnen ein passendes Marketingkonzept für das Tollensetal zu erarbeiten“, regte er an.

Mitgliedschaft würde Amt nur wenig mehr kosten

Während die Bürgermeister diesen Vorschlag nur schweigend entgegennahmen, sah Amtsvorsteher Manfred Komesker gerade in den digitalen Möglichkeiten eine Chance, den tourismusschwachen Amtsbereich bei der Gesamtbetrachtung der Seenplatte mehr in den Vordergrund stellen zu können. „Natürlich gehören wir nicht zu den touristischen Hochburgen, haben aber trotzdem jede Menge für Besucher zu bieten. Darum sollten wir die Instrumente des Verbandes unbedingt nutzen“, fand er.

Die Mehrbelastung für den Haushalt wäre überschaubar. Bislang mussten Mitglieder jedes Jahr pro Einwohner 25 Cent an den Verband abdrücken. Mit der angepassten Beitragsordnung wird ab 2023 zusätzlich ein Cent pro gewerblicher Übernachtung gefordert. „Wenn man die Zahlen von 2019 als Grundlage nimmt, wären es etwas mehr als 60 Euro, die im Jahr für das gesamte Amt noch mal oben drauf kommen“, erklärte Neidel.

Inwieweit der Vorschlag der Verwaltung, ab 2023 geschlossen als Amt dem Tourismusverband beizutreten, auch wirklich umgesetzt wird, bleibt abzuwarten. Die Stadt Altentreptow hatte ihren Vertrag bereits vorsorglich gekündigt und dem TVMSE gegenüber signalisiert, nur als amtsangehörige Gemeinde unter der Mitgliedschaft des Amtes wieder mit einzusteigen. „Alles andere würde wenig Sinn haben. Wir streben an, die Region als Ganzes voranzubringen und wollen uns diese Option deshalb offen halten“, so Bürgermeisterin Claudia Ellgoth.

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