Neue Pläne für die Luhmann-Villa

Wird die Dornröschen-Ruine bald wachgeküsst?

Endlich hat sich ein Investor für die Luhmann-Villa gefunden. Er will hier Wohnraum schaffen. Doch noch kann er nicht loslegen. Er streitet mit dem Rathaus um die Art und Weise einer zusätzlichen Bebauung auf dem Grundstück.
Andreas Segeth Andreas Segeth
Ein Landwirt aus der Region hat die Luhmann-Villa am Engelsring gekauft, will sie sanieren und zu Wohnraum umbauen. Insgesamt will er rund 1,5 Millionen Euro investieren.   Fotos: Andreas Segeth
Ein Landwirt aus der Region hat die Luhmann-Villa am Engelsring gekauft, will sie sanieren und zu Wohnraum umbauen. Insgesamt will er rund 1,5 Millionen Euro investieren.   Fotos: Andreas Segeth
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Neubrandenburg.

Seit 20 Jahren bröckelt die Luhmann-Villa vor sich hin, innen schwankt der kaputte Boden, durch das löchrige Dach ist Wasser eingedrungen und bald verschwindet das schöne Haus mit dem „Rapunzelturm“ wohl in Gänze hinter den wuchernden Büschen und Bäumen. Wenn nicht bald etwas passiert, sind die Schäden an dem Haus, das auch als Club der Intelligenz (CDI) bekannt war, irreparabel.

Nach Jahren des Stillstands naht nun ein „weißer Ritter“ in Form eines Investors, der das Dornröschenschloss aus seinem viel zu langen Schlaf erwecken und komplett restaurieren will. Ein 58-jähriger Landwirt aus der Nähe von Woldegk hat im Oktober 2013 einen Kaufvertrag unterschrieben und für rund 150 000 Euro die marode Immobilie erworben. Er will hier Wohnraum schaffen, unter anderem als „Stammsitz“ für seine Familie, aber auch zum Vermieten. Insgesamt sollen es nach derzeitigem Planungsstand acht Wohnungen werden.

Noch im Februar 2013 hatte die Stadt selbst die Absicht, das Filetgrundstück zu kaufen und zu vermarkten. Seit Jahren schon trägt sich das Rathaus mit der Absicht, dort einen repräsentativen Zugang zum Kulturpark zu schaffen – unter anderem mit einem kleinen Oberbach-Hafenbecken direkt an der Villa. Allerdings strichen die Stadtvertreter die 150 000 Euro wieder aus dem Etat für 2013 – schließlich hatte das Innenministerium einen strengen Sparkurs verordnet.

Noch gibt es Streit um Varianten für die Bebauung

Noch kann der Investor allerdings nicht loslegen. Er verhandelt mit der Stadt über die Bebauung des rund 1500 Quadratmeter großen Grundstückes. Denn einerseits soll die Villa selbst aufwendig und dem Denkmalschutz entsprechend saniert werden. Andererseits will der Investor dort einen kaputten Anbau wegreißen und ersetzen. Im Grunde plant er zwei moderne Neubauten, die gemeinsam mit der Villa um einen hellen Innenhof gruppiert sein sollen.

Im Rathaus sieht man diese Variante kritisch, erklärt Vize-Oberbürgermeister Harald Walter, der unter anderem für die Stadtplanung zuständig ist. Gegen eine zusätzliche Bebauung habe man grundsätzlich nichts. Aber laut seiner Fachabteilung sei die vom Investor vorgelegte Variante nicht mit den geltenden Vorschriften im Sanierungsgebiet vereinbar. Im Gegenzug legte das Rathaus also vier eigene Vorschläge für eine zusätzliche Wohnbebauung an der Villa vor. Mit diesen kann sich der Investor allerdings nicht anfreunden, denn der Licht spendende und Lärm schützende Innenhof ist nicht dabei.

Harald Walter ist dennoch optimistisch, dass man sich einig wird. Schon Anfang nächster Woche will er sich mit dem Investor dazu verständigen. Auch die Stadt sei daran interessiert, dass hier endlich gebaut wird, versichert Walter. Mittlerweile gebe es auch eine Einigung über einen Grundstückstausch, der es der Stadt einerseits erlaubt, eine neue Brücke an der Mündung der Linde über den Oberbach zu bauen, andererseits dem neuen Eigentümer einen Zugang zum Wasser ermöglicht. Das kleine dreieckige Stück Land zwischen Villa und Oberbach aber gehört weiter der Stadt – hier soll irgendwann der kleine Hafen entstehen.

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Kommentare (2)

es wäre schon sehr wünschenswert, wenn die Sanierung endlich in Angriff genommen würde. Ich finde es komplett unverständlich, dass für unglaublich hässliche Platten wie das HKB und das Rathaus die Millionen relativ problemlos locker gemacht werden, aber für dieses aus stadtgesichtlichen und repräsentativen Aspekten (aus ästhtischer Sicht ist es für das Stadtbild mit seiner überwiegend nicht gerade ansprechenden DDR-Architektur einfach unglaublich wichtig, dass die hübschen Villen aus der der Jahrhundertwende bewahrt werden) bedeutende Kleinod keine Mittel vorhanden sein sollen. Warum reißt man das als Verwaltungsgebäude für die Stadt heute völlig überdimensionierte Rathaus nicht einfach ab, steckt die Mittel in die Luhmann-Villa und nutzt es (ggf. mit Anbau) als Rathaus? Das würde gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen: man entledigt sich aus guten Gründen des heutigen Rathauses, saniert die Villa und führt sie einer öffentlichen Nutzung zu; das würde auch die Verwednung öffentlicher Gelder über den Denkmalschutz hinaus legitimieren.

Warum läßt man den Investor nicht die freie Hand die ehr benötigt. Seid Jahren liegt das Grundstück brach nun soll was passieren und Geld investiert werden, aber die Eitlen Poltiker wollen wieder was haben was keiner in der Stadt vermisst und brauch. Wozu brauchen wir am Oberbach ein Mini Hafen. Der Stadtpräsident sollte sich mal mit paar Einwohner unterhalten, was sie dort wünschen. Ich habe mich umgehört und die Meinung war Eindeutig Wohnraum ja, aber zum Hafen ein eindeutiges Nein. Marko Kardetzky Hier könnt Ihr Abstimmen: Gegen das Eiszelt auf dem Marktplatz https://www.openpetition.de/petition/online/kein-eiszelt-mehr-auf-dem-neubrandenburger-markplatz-in-der-weihnachtszeit Kein Zwangsanschluss an das Fernwärmenetz https://www.openpetition.de/petition/online/kein-anschlusszwang-an-das-fernwaermenetz-in-neubrandenburg