STADTPRÄSIDENT WIRD GEWÄHLT

Wird die Krönung in Neubrandenburg wieder haarig?

Auf der allerersten Sitzung der neuen Stadtvertretung in der kommenden Woche müssen die Ratsfrauen und Ratsherren ihren Stadtpräsidenten bestimmen.
Thomas Beigang Thomas Beigang
Dieter Stegemann ist derzeit einziger Bewerber ums Amt des Stadtpräsidenten – natürlich ohne Krone und Thronsessel ...
Dieter Stegemann ist derzeit einziger Bewerber ums Amt des Stadtpräsidenten – natürlich ohne Krone und Thronsessel ... © www.mitmachfoto.de – adobe.stock.com/NK-Archiv
Neubrandenburg.

Wer wird neuer Chef der Stadtvertreter in Neubrandenburg? Die bisherige Stadtpräsidentin Irina Parlow (Linke) kandidierte nicht mehr als Ratsfrau im Neubrandenburger Parlament. Der bislang einzige Kandidat für das hohe Amt, Dieter Stegemann, stammt aus den Reihen der CDU. Die zahlenmäßig stärkste Fraktion hat traditionell von ihrem Recht Gebrauch gemacht, einen Kandidaten zu benennen. Bislang ist aus den anderen Fraktionen auch noch nichts über einen Gegenkandidaten zu vernehmen.

SPD setzte vor fünf Jahren eigenen Kandidaten

Bleibt das dabei, geht die Wahl des Stadtpräsidenten weniger „blutig“ über die Bühne als vor fünf Jahren. Seinerzeit zur Konstituierung der Stadtvertretung im Frühjahr 2014 schlugen die Linken, die damals als stärkste Fraktion das Rennen machten, Irina Parlow für das Amt vor. Und mussten verblüfft und zähneknirschend registrieren, dass ihnen die SPD hineingrätschte und mit Joachim Lübbert einen Gegenkandidaten ins Rennen schickte. Nach mehreren Wahlgängen, die keinen Sieger ergaben, musste das Los entscheiden und Fortuna lächelte Irina Parlow und den Linken zu.

Eine Angelegenheit, die einigen Neubrandenburger Sozialdemokraten noch heute peinlich ist. Lübbert, so heißt es hinter vorgehaltenen Hand, habe selbst seine Kandidatur initiiert. Das soll, so erfuhr der Nordkurier aus SPD-Kreisen, in der kommenden Woche nicht wieder passieren. Die SPD werde mit Roman Oppermann einen gestandenen Genossen für das Präsidium der Stadtvertretung vorschlagen, dessen Ehrgeiz aber über ein Stellvertreter-Amt nicht hinausgeht. Der CDU-Mann Stegemann hat sich bereits in der SPD-Fraktion präsentiert, man könne sich dort gut vorstellen, das langjährige Mitglied der Stadtvertretung auch zu wählen, heißt es.

Linke will Stellvertreter präsentieren

Bei den Linken soll eine finale Entscheidung noch nicht gefallen sein, lässt der Linken-Geschäftsführer Dieter Kowalick wissen. Am Dienstag trifft sich die Fraktion erneut, dann sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden und eine Entscheidung fallen. Auf alle Fälle, so Kowalick, präsentieren die Linken jemanden für das Präsidium. Dem gehören, so verlangt es die aktuelle Geschäftsordnung der Stadtvertretung, drei Mitglieder an: Präsident und zwei Stellvertreter.

Aber bei den Linken ist die Erinnerung an die fast erlittene Schmach vor fünf Jahren noch gegenwärtig. Deshalb habe man sich in der zweitstärksten Fraktion, so ist zu erfahren, darauf geeinigt, die Füße nur solange still zu halten, wie das auch die SPD tue. Aber – wenn die doch wieder aus der Reihe tanzen sollte und in der Sitzung einen eigenen Kandidaten für das Stadtpräsidenten-Amt am Donnerstag präsentiert, will das die Linke auch tun.

Doch bislang stehen die Zeichen nicht auf Sturm. Erst recht nicht, weil auch die neue starke AfD-Fraktion sich zurückhalten will, wie der Nordkurier aus den Reihen der Stadtvertreter erfuhr. Die will wohl noch nicht einmal einen eigenen Kandidaten für das Präsidium vorschlagen.

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