MORD IN TORGELOW

Wird Leonies Mutter im schriftlichen Verfahren verurteilt?

Vor zwei Wochen wurde der Stiefvater der getöteten Leonie wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Doch was passiert mit der Mutter? Wird auch sie angeklagt?
Seit fast einem Jahr wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Janine Z. ermittelt.
Seit fast einem Jahr wird wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Janine Z. ermittelt. Andreas Becker
Neubrandenburg.

Ermittelt wird seit fast einem Jahr wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen Janine Z. – jetzt steht die Arbeit der Staatsanwaltschaft kurz vor dem Abschluss. „Doch eine endgültige Entscheidung, ob auch die leibliche Mutter angeklagt wird, ist noch nicht gefallen”, bittet Gerd Zeisler von der Staatsanwaltschaft Neubrandenburg noch um Geduld. „Wir bemühen uns um eine zeitnahe Entscheidung, doch müssen alle Aspekte sorgfältig gewürdigt werden”, macht der Oberstaatsanwalt deutlich. Dazu gehöre auch die Bewertung der Hauptverhandlung gegen den mittlerweile wegen Mordes verurteilten David H. Laut Urteil des Landgerichts Neubrandenburg vom 9. Januar muss der Stiefvater des kleinen Mädchens lebenslang in Haft. Leonie war vor einem Jahr in der Wohnung der Patchwork-Familie in Torgelow nach wochenlanger schwerer Misshandlung an ihren Verletzungen gestorben.

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Ermittlungen wegen Verdachts der fahrlässigen Tötung

Doch welche rechtlichen Möglichkeiten hat die Staatsanwaltschaft jetzt? Sie könnte Anklage wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung erheben. Sie könnte aber auch die Ermittlungen einstellen. Oder aber es kommt zu einem Strafbefehlsverfahren. Das Strafbefehlsverfahren lässt sich als eine Art „schriftliches Gerichtsverfahren“ einordnen. Die Staatsanwaltschaft würde beim Gericht einen Strafbefehl beantragen, wenn sie eine erneute öffentliche Hauptverhandlung nicht für erforderlich hält. Durch die Verfahrensweise des Strafbefehls werde eine belastende Hauptverhandlung für den Beschuldigten in Absprache zwischen Staatsanwaltschaft und Verteidigung vermieden, was insbesondere bei sensiblen Vorwürfen angezeigt wäre, heißt es in Justizkreisen. Allerdings komme ein Strafbefehlsverfahren nur in Betracht, wenn keine Freiheitsstrafen von über einem Jahr verhängt werden.

Anwalt räumt Teilschuld von Janine Z. ein

Axel Vogt, Anwalt von Janine Z., hatte in den vergangenen Wochen stets betont, dass Leonie nicht durch die Hand der Mutter gestorben sei. In der Wohnung der Familie in Torgelow habe eine Spirale der Gewalt, Bedrohung und Einschüchterung geherrscht, so Vogt. Janine Z. mache sich selbst die größten Vorwürfe und suche bis heute eine Erklärung, warum sie es nicht geschafft habe, Hilfe zu holen, sagt der Anwalt: „Sicherlich hat Janine Z. eine Teilschuld auf sich geladen.“

 

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Kommentare (1)

in den Nordkurier-Berichten zu diesem Gerichtsprozess zeigt ein fröhliches Mädchen, wo keinerlei Spuren eines wochen!langen Martyriums erkennbar sind. Das macht einen neutralen Beobachter stutzig. Oder ist das Foto schon älter, vom Sommer 2018? Am 12. Januar 2019 kam es ja in Torgelow (Landkreis Vorpommern-Greifswald) zu jenen tragischen Ereignissen. [Anmerkung der Redaktion: Selbstverständlich zeigen wir ein älteres Foto. Ein Bild eines schwer verletzten und gequälten Mädchens zu zeigen wäre menschenunwürdig.]