TOTE TIERE

▶ Wölfe um Friedland – die Angriffe häufen sich

Immer wieder wurden in den vergangenen zwei Monaten Schafe und andere Tiere nördlich von Neubrandenburg gerissen. Nun ist bewiesen: Zumeist war es ein Wolf. Im Schnitt starb jeden zweiten Tag ein Nutztier.
Rudel, Einzelgänger oder beides? Welche Wölfe in der Friedländer Region Weidetiere reißen, bleibt bislang
Rudel, Einzelgänger oder beides? Welche Wölfe in der Friedländer Region Weidetiere reißen, bleibt bislang unklar. Sergei Gladyshev
Friedland.

In der Region rund um Friedland ist die Zahl der Angriffe durch Wölfe sprunghaft angestiegen. Seit Anfang August sind dort 32 Nutztiere bei insgesamt zehn Rissvorfällen getötet worden. Sechs weitere Tiere wurden verletzt. Das ergab eine Anfrage des Nordkurier beim Landwirtschaftsministerium in Schwerin. Dabei geht es um Vorfälle in einem 20-Kilometer-Umkreis der Stadt. Aber auch andersow in MV ist die Zahl der Wolfsangriffe seit Anfang des Jahres deutlich gestiegen.

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Acht Fälle sind genetisch ausgewertet

Unter anderem waren dabei nach Nordkurier-Informationen Betriebe in Glienke, Jatzke, Bresewitz (Friedland) und Dahlen (Gemeinde Brunn). Bei acht der zehn Vorfälle ist ein Wolf nun genetisch nachgewiesen worden, bei zwei fehlen noch die Ergebnisse der DNA-Analyse.

Video: Was tun, wenn der Wolf zugeschlagen hat?

[Video]

Derselbe Wolf steckt hinter mehreren Rissvorfällen

Bei immerhin sieben Wolfsbefunden seien die Proben gut genug gewesen, um eine Individualisierung des Tieres vorzunehmen. Zum Teil, wenn auch nicht ausschließlich, steckte auch derselbe Wolf hinter mehreren Attacken, heißt es aus Schwerin. Ein nicht unwichtiger Aspekt. Denn wird ein Wolf mehrfach mit Rissen nachweislich in Verbindung gebracht, erhöht sich die Möglichkeit, dass die Behörden sich mit einem Abschuss beschäftigen. Im konkreten Fall sieht es aber derzeit nicht so aus, als würde eine entsprechende Genehmigung erteilt.

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„Namentlich“ bekannt ist der Öffentlichkeit nach wie vor nur die einst in Sachsen besenderte Wölfin „Juli“. Sie verweilt auch nach jüngsten Angaben des sächsischen Landesamtes für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie im Landgrabental. Dort sei sie offensichtlich sesshaft geworden. In Schwerin geht man gar davon aus, dass die Wölfin dort ein Rudel gegründet hat – mit einem Partner und vier Welpen. Doch auf Nachfrage zur Individualisierung teilt das Landwirtschaftsministerium mit: „Die Wölfin Juli FT 12 wurde bei noch keinem Rissvorfall in M-V nachgewiesen.“ Allerdings streifen auch immer wieder Einzelgänger durch die Region und kommen so als Verursacher ebenfalls infrage. Geschädigten Nutztierhalten dürfte die genaue Individualisierung mutmaßlich weniger wichtig sein. 

Schwerin: Prävention grundsätzlich förderfähig

„Das Rudel richtet erheblichen Schaden in der Landwirtschaft an“, sagt ein Schafshalter, dessen Tiere jüngst zwischen Friedland und Neubrandenburg gerissen wurde. Er sei Hobbyhalter aber auch Mitglied im Schaf- und Ziegenzuchtverband.

Er bestätigt auch, was bereits einige Betroffene in der Vergangenheit monierten. Weder helfe die Förderung für Schutzmaßnahmen, da man dafür in Vorkasse gehen müsse, noch sei eine Einzäunung immer möglich. „Wir können auch nicht jede Streuobstwiese zu einem Hochsicherheitstrakt machen“, betonte auch sein ehemaliger Verbandsvorsitzender Jürgen Lückhoff dem Nordkurier.

Grundsätzlich wäre Prävention jedoch durchaus förderfähig, bekräftigt das Landwirtschaftsministerium. Und im Vergleich zum Vorjahr sei die Zahl der Anträge bis September 2020 auch erheblich gestiegen. Seither gab es keine signifikante Erhöhung der Anfragen auf eine Förderung für Präventionsmaßnahmen. Auch nicht aus der Friedländer Region, in der mehr und mehr Halter die drohende Gefahr für ihre Tiere sehen.

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Kommentare (1)

und mit Menschen besetzen die länger als 8 Jahre in der Schule war. Wir haben in den nächsten Monaten andere Sorgen als diesen Leuten das Volksvermögen weiter verschwenden zu lassen. Ich möchte keinen Wolf in meiner Nähe, wenn, dann im Tierpark Neustrelitz.