WOLFSSICHTUNG

Wolf zeigt sich ganz nahe bei Neubrandenburg

Die Welpen aus der Friedländer Region werden größer und wagen sich nun auch in Gebiete nahe Neubrandenburg heran. Der Wolf ist am Stadtrand von Neubrandenburg ein regelmäßiger Gast, sagt Forstamtsleiter Harald Menning.
Das dies ein Wolf ist, ist nicht mit diesem Foto einer Leserin zu beweisen. Aber unwahrscheinlich ist es dennoch nicht.
Das dies ein Wolf ist, ist nicht mit diesem Foto einer Leserin zu beweisen. Aber unwahrscheinlich ist es dennoch nicht. privat
Auch im Nemerower Holz streift der Wolf bereits ab und zu lang.
Auch im Nemerower Holz streift der Wolf bereits ab und zu lang. Mirko Hertrich
Neubrandenburg ·

Er war so schnell unterwegs, dass ihre Kamera ihn kaum einfing, entschuldigt die Dame gleich zu Beginn. Sie wolle lieber anonym bleiben, war von ihrer Begegnung zwischen Neuenkirchen und Ihlenfeld dennoch nachträglich beeindruckt. Keine 30 Meter vor ihr querte ein Wolf die Straße. „Eine imposante Erscheinung“, sagt sie. Und auch wenn es nicht durch ein Foto ansatzweise belegt werden kann: „Es war ganz sicher ein Wolf, der da in Richtung Warlin übers Feld lief.“

Bereich des Forstamtes gilt als Wolfsstreifgebiet

Das sei zumindest nicht unwahrscheinlich, bestätigt auch Harald Menning, Leiter des Forstamtes Neubrandenburg. „Der Wolf ist am Stadtrand von Neubrandenburg ein regelmäßiger Gast“, sagt er. Bereits vergangenes Jahr sei es vermehrt zu Sichtungen von Spaziergängern und Jägern gekommen, etwa im Brodaer und im Nemerower Holz.

Der gesamte Bereich des Forstamtes Neubrandenburg gelte als Wolfsstreifgebiet. Das sogenannte Eichhorster Rudel bei Friedland ist den Behörden bereits seit Monaten bekannt. Vier Welpen gibt es. „Die begeben sich nun langsam vermehrt auf Wanderschaft und suchen nach einem eigenen Revier“, erklärt Menning. Dass die Tiere dabei auch tiefer in die Stadt vordringen, sei eher unwahrscheinlich. „Wir haben noch keine gesehen, die sich im urbanen Raum einfinden“, sagt Menning. Obwohl Wölfe anderswo, etwa in einem harten Winter, durchaus mal in die Stadtgebiete kommen. Dann suchen sie in Abfällen nach Essbarem. Frisches Fleisch bleibe aber ihre bevorzugte Nahrungsquelle.

Im Forst gilt für Hunde die Leinenpflicht

Doch in den – coronabedingt besonders gut besuchten – Wäldern müssten Spaziergänger jederzeit mit einer Begegnung rechnen. „Wenn sich der Wolf interessiert zeigt, ruhig und ohne Aggression handeln“, rät der Forstamtsleiter. Sollte das eigentlich scheue Wildtier sogar hinter einem her laufen, sollte man mit Klatschen oder Rufen auf sich aufmerksam machen. „Es kann auch helfen, einen Stock in die Hand zu nehmen“, sagt er. Sorgen, etwa von Tierhaltern, kann auch Menning verstehen. „Den Hund sieht der Wolf schon als Feind an.“ Doch wenn diese angeleint sind, dürfte in der Regel auch kein Problem entstehen. Das sei gerade jetzt wichtig, während Vögel brüten und das Wild den Nachwuchs austrägt. „Damit es keinen zusätzlichen Unruhefaktor im Wald gibt“, appelliert der Forstamtsleiter. Für Hunde gilt nach dem Landeswaldgesetz im Forst aber ohnehin eine Leinenpflicht wie Förster und Jäger gleichermaßen immer wieder betonen.

Mehr lesen: Was ist zu tun, wenn mir ein Wolf begegnet?

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Neubrandenburg

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Kommentare (16)

Als vor ca. 20 Jahren die ersten Wölfe nach Deutschland kamen, war mir sofort klar, was passieren wird. Und, es ist fast alles so gekommen. Ich kenne die Natur nicht nur aus dem Fernsehen oder von Waldspaziergängen. Ich habe mal eine Weile in der Wildnis Kanadas gelebt, die schönste Zeit meines Lebens. Und deshalb habe ich ein gewisses Verständnis dafür, wie Natur funktioniert.
Der Wolf ist kein scheues Waldtier, es sei denn er wird bejagt. Da er, warum auch immer, streng geschützt ist, wird er immer mehr die Nähe des Menschen suchen, wie wir gerade erleben. Denn er war immer schon ein Kulturfolger. Ich bin mal gespannt auf die Diskussion, wenn der Wolf in der Stadt herumläuft, über Gartenzäune springt, und Hunde und Katzen reißt. Und ich hoffe sehr, es wird nicht zu Angriffen auf Menschen kommen, was aber nicht ausgeschlossen ist. Denn das passiert auch heute noch in Gegenden wo der Wolf häufig vorkommt.

Ja, nee, is klar.
Wer hat Angst vorm bösen Wolf?
Sie anscheinend. Und Sie werden auch nicht müde, ihre Propaganda stetig hier zu verbreiten.
Wiss. Dienst d. Bundestages:
"Vergleicht man die Häufigkeit wölfischer Übergriffe auf Menschen mit denen anderer großer Beu-
tegreifer oder Wildtiere allgemein, wird offensichtlich, dass Wölfe in Bezug auf ihre Größe und
ihr räuberisches Potential zu den am wenigsten gefährlichen Tieren gehören."
Ja es gibt Wolfsüberfälle auf Menschen, ABER diese stehen immer im Zusammenhang mit einer Vorgeschichte.
Sei es Tollwut oder Zivilisationsdruck oder ähnliches.
Wenn Menschen wissen, wie sie mit Wölfen umzugehen haben, passiert nichts.
Z. B Herdenschutzhunde...
Der Natur auch einfach mal ihren Raum lassen. Begebe ich mich in die Wildnis, ist diese halt auch wild... Ist doch klar.

"Vergleicht man die Häufigkeit wölfischer Übergriffe auf Menschen mit denen anderer großer Beu-
tegreifer oder Wildtiere allgemein, wird offensichtlich, dass Wölfe in Bezug auf ihre Größe und
ihr räuberisches Potential zu den am wenigsten gefährlichen Tieren gehören."
Und warum wohl? Vielleicht weil der Wolf aus der Nähe des Menschen vertrieben wurde?
Aber dort wo er noch häufig ist, gibt es immer mal Übergriffe:

https://www.cbc.ca/news/canada/calgary/wolf-attack-rampart-creek-banff-1.5245105
Ich empfehle Ihnen den Angehörigen des Opfers mitzuteilen, dass vom Wolf keinerlei Gefahr ausgeht. Er wollte ja nur spielen.

Sie haben doch nicht mehr alle beisammen.

Wenn Menschen begreifen, wie sie mit Wölfen umzugehen haben, passiert nichts. Zustände wie im tiefsten Mittelalter müssen ja nicht wiederholt werden.

"Wer möchte schon ins Mittelater zurück?"
Damals wurden Kinder oft von Wölfen veschleppt. Die einzige Lösung war, sie wieder aus der Nähe des Menschen zu vertreiben.

@Simsalabim:
Ihr Zitat des wissenschaftlichen Dienstes des Bundestages ist rein gar nichts wert, weil dessen Aussagekraft gleich NULL ist. Solange für diese Behauptung keine räumliche und zeitliche Eingrenzung vorgenommen wird, es keinerlei tierartspezifischen Präzisierungen gibt und das exponentielle Wachstum der deutschen Wolfspopulation ignoriert wird, kann man das ganze nur unter Desinformation und Propaganda verbuchen. Genau wie alles andere, was von der Wolfslobby unters Volk gebracht wird.

Die letzten 200 Jahre gabs in Deutschland fast keine Wölfe mehr. Und wenn, dann nur wenige unter extremen Jagddruck. Deshalb waren die damals so extrem scheu. Das Experiment, des habituierten Wolfes, in einer exponentiell wachsenden Poplulation, in einem der dicht besiedelsten Kulturräume Europas, kann nicht schon jetzt abschließend als ungefährlich und erfolgreich beurteilt werden. Internaional anerkannte Raubtierexperten habe ich jedenfalls noch nicht positiv über das deutsche Wolfsmanagment sprechen hören. Wenn sie das täten, wären die Medien voll von deren Lobgesängen.

Was soll Ihre relativierende Einlassung zum "Zusammenhang mit einer Vorgeschichte" bedeuten? Behaupten Sie etwa, dass es bei nicht-wölfischen Angriffen, keine Vorgeschichten gegeben hätte?

Ganz besonders der Zivilationsdruck ist in Deutschland ein real auftretender Faktor für mögliche Übergriffe auf Menschen. Zu kleinteilige Lebensräume und überall präsente Menschen, kann man nicht ernsthaft ignorieren, wenn man hier Wölfe vermehren will.

Behaupten Sie etwa, dass Menschen in Deutschland (welche denn?) wissen, wie man mit Wölfen umzugehen hat? Beispiel gefällig?

https://www.nordkurier.de/aus-aller-welt/polizei-warnt-vor-betreten-von-schiessplatz-2542557302.html

Wissen Sie etwa, wie "man" mit Wölfen umzugehen hat, wenn Sie bei jeder Gelegenheit von Herdenschutzhunden schwadronieren?

Wie und wo wollen Sie in unserem Land der Natur freien Raum lassen? Wir schaffen es ja nicht mal das 2%-Ziel von unberührter Naturfläche zu erreichen? Von der täglichen Flächenversiegelung ganz zu schweigen. Wen wollen Sie dafür enteignen, oder gar ruinieren? Jeder Quadratmeter in Deutschland gehört irgendwem und braucht die Fläche zur Existentsicherung. Wölfe sich in unbegrenzer Zahl in einer durchregulierten Kulturlandschaft vermehren zu lassen und sämtliche Kollateralschäden achselzuckend hinzunehmen ist eindeutig Asozial.

Und was soll der Spruch: "Begebe ich mich in die Wildnis, ist diese halt auch wild... Ist doch klar." Wo begibt sich (in Bezug auf den Artikel und Wolfsproblemen in Deutschland) jemand in die Wildnis?

Hier noch ein Netzfundstück (Interview mit Staatssekretär Oliver Conz, vom hessischen Umweltministerium), in dem man erkennen kann, dass die Wolfsfreunde/Lobbyisten sich nur noch mit Trumpismus in Reinkultur, oder völligem Realitätsverlust, ihr Weltbild erhalten können:

https://www.hna.de/lokales/rotenburg-bebra/rotenburg-hoehere-zaeune-statt-abschuss-ministerium-will-zum-schutz-vor-stoelzinger-woelfin-aufruesten-90219129.html

erstmal, dass Sie inhaltlich argumentieren und so auf meinen Kommentar eingehen.
Das Zitat aus dem Gutachten ist natürlich im Kontext zu sehen.
Aber unterm Strich drückt es aus, daß man den Wolf eben nicht als gefährliches Monster sieht.
Natürlich ist der Wolf als Spitzenpredator darauf angewiesen Beute zu schlagen. Diese besteht zu weit über 90% aus Wild. Muss ich Ihnen wahrscheinlich nicht erklären.
Und das deutsche Wolfsmanagement ist bestimmt kein vorbildliches. Trotzdem brauchen wir eins.
Und ich bin auch der Meinung, daß unter gewissen Umständen Wölfe auch zum Abschuss freigegeben werden.
Ich halte auch nicht nur HSH, sondern auch Schafe und Ziegen in Weidehaltung. Ich bin also direkt betroffen.
Die Flächenversiegelung ist in der Tat ein riesiges Problem und dazu Zersiedelung und Aggroagrar.
U d genau darum müssen mehr Lebensräume ohne Mensch geschaffen werden. Wenn der Wolf dabei hilft, ist es doch gut.
Mein Satz mit der Wildnis ist natürlich sehr plakativ. Leider gibt es kaum noch Wildnis. Aber damit meine ich z. B. das Verhalten von Spaziergängern mit Hunden in ausgewiesenem Wolfsgebiet und einen entsprechenden Kontakt zu Wölfen. Der NK berichtet darüber erst vor kurzem in Ückermünde.
Mir geht es um reale Sichtweisen der Situation, Aufklärung, das Stoppen der Dämonisierung.
Dann ist nicht nur meiner Meinung nach, die Koexistenz mit Wölfen möglich und erstrebenswert.
Eben Wölfe als Teil einer intakten Natur...

Der Wolfsexperte. Lassen Sie sich nicht in ihre weichteile beißen.

"Eben Wölfe als Teil einer intakten Natur." Ja ja, genauso wie Ratten, Mäuse, Malariamücken, etc.

Mäuse, Ratten umd Mücken.
Alles wichtige Tiere am Beginn der Nahrungskette.
Gut, daß Sie das soweit verstehen.
L

@Simsalabim:
Schön wäre es, wenn Sie genauso mit Argumenten auf meinen Kommentar und vor allem meine Fragen eingehen würden und nicht nur allgemeine Phrasen aus NABU-Flyern und kurzweiligen Dokus wiedergeben würden.

Niemand hier, hat den Wolf als gefährliches Monster bezeichnet. Es wird nur immer wieder (anhand von konkreten Beispielen) auf das unverhältnismäßig hohe Schadenspotenzial von Wölfen in unserer Kulturlandschaft hingewiesen.

Die 90% Wildanteil in der Wolfsnahrung ist rein manipulative Statistik, weil nicht räumlich, zeitlich und rudelspezifisch differenziert wird. Diese Zahl wurde anhand von Kotprobenanalysen ermittelt. Die wurden über Jahre hinweg gesammelt, eingelagert und erst viel später ausgewertet. Wieviele Wölfe, in welcher Dichte, gab es vor 5 oder 10 Jahren in Deutschland? Überproportional viele Proben wurde in nachgewiesenen Wolfsrevieren, Tagebaugebeiten und großen Wäldern eingesammelt. Wanderwölfe wurden gar keine erfasst. Also fast alle weitab von Weidetierregionen. Keine Proben auf Eiderstedt, oder Cuxhaven und sicher auch keine in Pinneberg. Das waren (nur einige wenige) Hotspots, ohne nennenswertes Schalenwildvorkommen, mit unverhältnismäßig vielen Nutztierrissen durch nutztierspezialisierte Wölfe. Ganz sicher gabs da nicht nur 90% Wildanteil.
Zum anderen ist zu beachten, dass Wölfe nur einen winzig kleinen Anteil, der von ihnen getöteten Nutztiere überhaupt fressen. Und wenn, dann nur die Weichteile. Wie sollen die (sichtbar) in Kotproben auftauchen? Schwarzwild wird deshalb so oft nachgewiesen, weil Borsten und Knochen sehr schwer verdaulich sind, nicht weil verhältnismäßig viele Schweine gefressen werden. Nutztiere hingegen, können kaum so weit aufgefressen werden, dass die Wölfe auch Haare und Knochen vertilgen. Es sei denn, der Schäfer lässt die Kadaver tagelang rumliegen. Wie soll der Anteil der getöteten und verletzten, aber nicht gefressenen Nutztiere erfasst werden? Auch in Risstatistiken werden nur die direkt getöteten erfasst. Niemals die später, wegen ihrer Verletzungen, notgeschlachteten.

Was nützt den Schäfern auf dem Ohrdrufer Truppenübungplatz, ein gesamtdeutscher Durchschnittswert von 90% Wildanteil, wenn sich die ortsansässigen Wölfe (also die Labrador-Hybriden) sich seit Jahren ausschließlich von Schafen ernähren und sämtliche Abwehrmaßnahmen (Blinklichter, Dauermusikbeschallung, Flutlichtanlagen, 1,20er E-Zaun mit Flatterband und extra teuer eingekaufter aber machtloser HSH) überwinden. Und die veratwortlichen Wolfsmanager lassen sich bei jeder neuen Eskalationsstufe was neues einfallen, um ja keinen Problemwolf ein Haar zu krümmen.

Wenn sich die gerissenen Nutztiere anteilsmäßig gleich auf alle Schäfer Deutschlands verteilen würden, wären die Schäden sicher nicht so ruinös und leicht verkraftbar. Tun sie aber nicht. Einige wenige Schäfer müssen jährlich nicht hinhembare Schäden verbuchen, die allermeißten gar keine Schäden.

Zum Thema Wolfsmanagment ist nur zu sagen, dass wir in unserem Land keines haben. Was wir haben, ist eine Manamentverhinderungsbehörde. Sollte sich unter die Rissgutachter und Wolfsberater mal ein Mensch verirren, der an die Sache mit der friedlichen Koexistenz von Wolf und Weidetier glaubt und sich mit Eifer in die Sache reinknieht, ist der schneller wieder weg, wie ein neuer gefunden wird. Was übrig bleibt, sind linientreue NABU-Ideologen. Und die arbeiten nachweislich und konsequent gegen (geschädigte) Menschen und für maximale Wolfsvermehrung. Aufwand, Kosten und Schäden sind denen egal. Ist ja nicht ihr Geld, das da verbrannt wird...

Richtig wäre gewesen, wenn erst nachweislich funktionierende Voraussetzungen für ein Zusammenleben mit Wölfen geschaffen worden wären, bevor hier eine Massenvermehrung zugelassen wird. Oder zumindest die Verantwortlichen für Schäden, die aus ihren Falschinformationen entstanden sind, haftbar gemacht würden. Schließlich haben sich bisher alle ihrer Vorhersagen als falsch herausgestellt. Und das schon seit über 20 Jahren.

Mag sein, dass Sie und andere der Meinung sind, dass eine Koexistenz mit Wölfen möglich und erstrebenswert ist. Aber die reale Sicht auf die jetzige Situation beweist das Gegenteil. Sicher gibt es einige wenige Beispiele, wo die Koexistenz funktioniert. Bei näherer Betrachtung zeigt sich dann aber, dass das gehätschelte und übersubventionierte Betriebe mit 100% NABU-Vertrags-Naturschutzflächen sind. Oder rein auf HSH-Vermehrung ausgelegte Hundezüchter, die die Weidetiere nur als Trainingsobjekte für die Hunde halten. Und kommt es mit diesen Leuten zu ernsthaften Diskusionen, zeigt es sich immer ganz schnell, dass sie sich gegen ihre Berufskollegen und für ihre ideologisch fehlgeleiteten Sponsoren entscheiden. Ist wie in der Politik.

Zitat: "Eben Wölfe als Teil einer intakten Natur..."
Nein! Wölfe sind überhaupt gar nicht auf intakte Natur angewiesen und werden auch nicht dafür gebraucht. Wölfe können wunderbar mitten unter Menschen leben (z.B. die Spaghetti-Wölfe auf den Müllkippen in Italien, oder Regionen in Indien, wo es überhaupt keine Wildtiere gibt, aber Wölfe, die sogar Menschen/Kinder töten, wenn der Hunger zu sehr nagt), wenn man sie nicht vertreibt. Und in einer durchregulierten Kulturlandschaft, wie in Deutschland, kann es keine intakte Natur geben.

Wölfe können nur da konfliktfrei mit Menschen koexistieren, wo ihnen genug Freiraum bleibt, um Menschen aus dem Weg zu gehen (Stichwort vergrämen/Vertreiben, von Problemwölfen). Sibirien, Mongolei, Karpaten... Wo geht das in Deutschland? Eine handvoll Tagebaue und Truppenübungsplätze sind jedenfalls nicht genug, für einige tausend Wölfe, die wir in wenigen Jahren haben werden.

Aus dem Text des Artikels: "Obwohl Wölfe anderswo, etwa in einem harten Winter, durchaus mal in die Stadtgebiete kommen. Dann suchen sie in Abfällen nach Essbarem."

Warum sollten Wölfe so etwas tun?

Bei unseren hohen Wilddichten gibt's den ganzen Winter über jede Menge Fressbares. Pflanzenfresser, die wegen hoher Schneedichten und gefrorener Böden nicht mehr so leicht an Nahrung kommen, sind geschwächter und damit ist der wölfische Tisch erst recht reichlich gedeckt. Die Beutetiere wie Reh, Wildschwein oder Rotwild ziehen ja nicht in den Süden, sondern sind auch im Winter vor Ort. Aber wer kennt es nicht, wenn die Flughäfen im Herbst verstopft sind, weil Bambi, Porky und Rudolph mit ihrem Sommerfell im Koffer allesamt Flugreisen auf die südliche Erdhalbkugel gebucht haben? Ironie aus. Selbst 20 Jahre nach der Wolfsrrückkehr existieren wirklich noch die haarsträubensten Vorstellungen in den Köpfen mancher Mitbürger.

Das "Bundestagsgutachten" der Wissenschaftlichen Dienste gibt selbst als Quelle "Wikipedia" an ("List of wolfattacks"). Wie verlässlich ist bitte Wikipedia? Da kann jeder mitschreiben.

Dennoch möchte ich hier mit einem Zitat aus dem "Gutachten" schließen: "Das heutige Risiko von Wolfsangriffen in Europa /Skandinavien (und auch Nordamerika) scheint sehr niedrig, da aktuelle Fälle sehr rar sind, obwohl die Zahl der Wölfe steigt. [...] Die niedrige Angriffs-Rate ist wahrscheinlich damit zu erklären, dass die meisten Faktoren, die mit Wolfsübergriffen in Verbindung gebracht werden, nur noch sporadisch zu finden sind.“

Eben, wir leben nämlich nicht mehr im Mittelalter, auch wenn man sich da bei einigen Menschen nicht so siher ist. Die Umstände, die vor ein paar hundert Jahren zu Wolfsangriffen geführt haben, sind heute weitestgehend eliminiert. Na, dann können sich ja alle wieder hinlegen und sich daran erfreuen, wenn sie mal wieder in der Nähe von Neubrandenburg flüchtig einen Wolf zu Gesicht bekommen.

@Senta Tangerstedt: "Warum sollten Wölfe so etwas tun?"

Weil es im immer größer werdenden Wolfsbestand immer mehr Individuen gibt und geben wird, die entweder nicht in der Lage sind sich wilde Wildtiere zu fangen, oder solche, die auf den Geschmack von leicht zu erlangender Nahrung in Menschennähe, gekommen sind. Beispiele aus Ländern, die Vergrämungsaktionen durchführen (z.B. Schweden) zeigen, dass es nahezu unmöglich ist, Wölfen diese Gewohnheit wieder abzugewöhnen.

Beispiele dafür gibts zuhauf. Auch wenn Sie das, aus naheliegenden Gründen, wieder mal abstreiten. Oder wie meinen Sie, sollen sich alte, kranke, verletzte, verweiste, unerfahrene usw. Wölfe ernähren, die noch nie unangenehme Erfahrungen in Menschennähe gemacht haben, aber seit mehreren Generationen gelernt haben, dass es in Menschennähe immer reichlich und mühelos erreichbare Nahrung gibt?

Übrigens ist jetzt sogar ein Norman Stier für das zeitnahe Töten von auffälligen Wölfen:

https://www.ndr.de/fernsehen/sendungen/nordmagazin/Anzahl-der-Woelfe-steigt-und-fuehrt-zu-Konflikten,nordmagazin82860.html

@Senta Tangerstedt: "Die Umstände, die vor ein paar hundert Jahren zu Wolfsangriffen geführt haben, sind heute weitestgehend eliminiert."
Das mag stimmen. Allerdings haben wir heute einige gravierende neue Umstände, die zu Wolfsangriffen führen können. Als da wären: Verlorene Scheu durch völlig fehlenden Jagddruck, vielfach erhöhte Bevölkerungsdichte seit dem Mittelalter, Menschen die permanent zum Freizeitspaß die entlegensten Winkel der Natur "bevölkern", exponentielles Wachstum der Wolfspopulation in kleinteilig zerschnittener Landschaft, viel zu wenig ungestörte Rückzugsräume für die vielen Wolfsrudel, dadurch steigender innerartlicher Konkurenzdruck um Reviere, was dann zu den im zweiten Absatz aufgelisteten Beispielen führt, völlig andere Landwirtschaftliche Nutzungsformen die sich nicht einfach ändern lassen weil sie der globalen Marktwirtschaft unterworfen sind.

Aber man kann sich alles irgendwie schön reden...

@st: "vielfach erhöhte Bevölkerungsdichte seit dem Mittelalter, Menschen die permanent zum Freizeitspaß die entlegensten Winkel der Natur "bevölkern", exponentielles Wachstum der Wolfspopulation in kleinteilig zerschnittener Landschaft, viel zu wenig ungestörte Rückzugsräume für die vielen Wolfsrudel, dadurch steigender innerartlicher Konkurenzdruck um Reviere"

Nun holen Sie bitte einmal Luft. Die Wölfe sind seit mehr als 20 Jahren erfolgreich in Deutschland zurück, TROTZ der von Ihnen genannten Faktoren, die z. T. auch mal wieder reichlich übertrieben dargelegt werden. Der Wolf ist seit 20 Jahren zurück, aber ohne Erfüllung Ihrer düsteren Prophezeiungen, denen ein fehlendes Verständnis von wildökologischen Fakten zugrundeliegt.

Trotz erfolgreicher Ausbreitung in der Fläche bleibt die Zahl in einem Revier von rund 250-350 km² konstant in Wolfs-Familiengröße, da erwachsene Jungtiere regelmäßig abwandern und sich eigene Reviere suchen. Sie tun ja so, als ob die Zahl der Wölfe vor Ihrer Haustüre steigen würde. Deutschland hat in den letzten Jahren auch einen Bevölkerungszuwachs von rund 80 Mio auf mehr als 82 Mio erfahren; trotzdem leben die ja nicht alle in einem (Ihrem!) Haus.

Schweden bejagt seine Wölfe, steht deshalb im Streit mit der EU, die Zahl illegaler Tötungen ist seitdem auch gestiegen, und dennoch werden weiter Nutztiere gerissen und Wölfe in Siedlungen gesichtet. Eine Bejagung löst nicht das Problem, das zudem nicht ein Problem verhaltensauffälliger Wölfe, sondern eines ängstlicher Menschen ist, die sich einer Modernisierung der zivilen Gesellschaft und ihrer Werte verweigern. Plus Minderheiten mit eigenen Interessen, wie Vertretern der Hobbyjagd.

Dass Wölfe, die mehrfach empfohlene Schutzmaßnahmen überwinden, geschossen werden können, ist nun auch schon seit Jahren gesetzlich verankert und allgemeinhin akzeptiert. Da ist die Meinung von Herrn Stier keine neue.

Damit löst man aber nicht das Problem der Tierhalter, die ihre Herden nicht schützen (wie in Niedersachsen zu 88% der Schadensfälle), und dabei Wölfe durch die leichte Erreichbarkeit erst auf Nutztiere zu konditionieren, um sie dann durch die Hintertür schießen zu lassen.

Herr Stier hat auch keine Notwendigkeit der Bejagung aufgeführt, weil das Verhalten der Wölfe sich geändert hätte oder es zu viele Wölfe würden, sondern weil manche Menschen die Wölfe nicht akzeptieren wollen. Er plädiert für einen Abschuss auffälliger Tiere, jedoch ohne die Wölfe in das Jagdrecht aufnehmen zu lassen.

Man kann auch alles schlecht reden, insbesondere wenn es um den Wolf geht.

@Senta Tangerstedt:
Wieviel Wölfe gab es vor 20 jahren in Deutschland? Wieviel vor 10 Jahren? Wieviel vor 5? Wieviel heute? Um wieviel erhöhte sich in dieser Zeit die Anzahl der Nahbegegnungen mit Menschen? Um wieviel die Sichtungen in geschlossenen Ortschaften? Um wieviel die Nutztierrisse? Um wieviel entwickelten sich in dieser Zeit die Kosten und der Aufwand für Präventionsmaßnahmen, Rissentschädigungen und das "Monitoring"? Um wieviel wuchsen die Verkehrsunfälle mit Wölfen an? Wieviel der Fläche Deutschlands wurde in dieser Zeit zum Wolfsgebiet, das vorher kein Wolfsgebiet war?

In jedem dieser Punkte zeigt die Entwicklung immer steiler nach oben. Exponentialentwicklung nennt man das. Wie sieht das das Fernziel aus? Was ist los, wenn Deutschland den von Ihnen ersehnten "gesättigten Wolfsbestand" (1.400 potenzielle Reviere laut BfN, macht 14.000 Wölfe) erreicht hat?

Wie waren die verharmlosenden Vorhersagen der selbsternannten Wolfsexperten? Sechser im Lotto, genetisch verankerte Scheu vor dem Menschen, ergreift immer die Flucht bevor man ihn sieht, kann gar nicht über Zäune springen, erbeutet nur kranke und schwache Wildtiere, fängt nur so viel wie er zum Überleben braucht und unendlich viele andere Propagandamärchen, die allesamt, schon vor über 10 Jahren widerlegt waren. Oder welches wurde war?

Was meinen Sie, wird die weitere Entwicklung der Wolfspopulation bringen? Alles unfgefährlich und völlig sorgenfrei? Haben Sie dafür irgendwelche belastbaren Beweise? Wo auf der Welt gab es diese Entwicklung (schnell wachsender Wolfsbestand in dicht besiedeltem Industrieland, ohne Bejagung und Entnahme zumindest der Problemtiere) bei diesem Umgang (arbeitsverweigerndes Wolfsmanagment, mit ideologischen Scheuklappen) mit Wölfen? Haben Sie Daten, die Ihre Meinung untermauern würden? Das, bis jetzt, noch kein Mensch ernsthaft körperlich zu Schaden gekommen ist, ist doch kein Argument. Schon gar nicht für die Zukunft.

Kommen Sie jetzt nicht schon wieder mit den 300km² Reviergröße und der angeblich immer gleichen Anzahl Individuen. Das gilt allenfalls, wenn dieses Rudel einen Abstand von 500km zum nächsten Rudel hätte. Verraten Sie uns doch mal, was passiert, wenn alle verfügbaren Reviere in einem Landkreis/Bundesland besetzt sind. Erfahrungsgemäß (Sachsen, Brandenburg, Lüneburger Heide) rücken dann die Reviere immer dichter zusammen. Nicht alle Jungtiere wandern weit vom Elternrevier ab. Die 300km² sind immer nur die Kernreviere, die bei Bedarf sehr viel kleiner ausfallen können. Die Streifgebiete drumherum sind viel größer und überschneiden sich mit Nachbarrudeln. Zu viel Überschneidungen, desto öfter Revierkämpfe. Die nachgewiesenen Riesenrudel haben da den Überlebensvorteil. Kein Rudel kann ausschließlich in so einem 300km²-Revier (17,3 x 17,3 = 299,29) leben. Da hätte sich in kürzester Zeit sämtliches Wild verzogen und die Wölfe müssten verhungern. Wieviel krankes und schwaches Wild lebt wohl auf diesem kleinen Flecken Land?

Wenn Wölfe, die nachweislich empfohlene Schutzmaßnahmen überwunden haben, geschossen werden können, warum wurde noch keiner geschossen, obwohl demnach schon viele Wölfe geschossen werden könnten und müssten? Wer müsste das machen, wenns (Hobby)Jäger nicht sollen und wer kann das überhaupt? Was kostet das? Gibts da Pläne? Ich denke mal nicht, denn die müssten ja die Wolfsmanager erarbeiten.

Warum klagen wolfsaffine Vereine, NGO's und wolfsvernarrte Einzelpersonen gegen jedwede Entnahmeversuche? Warum die ständigen Sabotageaktionen, Drohungen, Einschüchterungen, Sachbeschädigungen, gegen angekündigte Entnahmen?