Das dies ein Wolf ist, ist nicht mit diesem Foto einer Leserin zu beweisen. Aber unwahrscheinlich ist es dennoch nicht.
Das dies ein Wolf ist, ist nicht mit diesem Foto einer Leserin zu beweisen. Aber unwahrscheinlich ist es dennoch nicht. privat
Auch im Nemerower Holz streift der Wolf bereits ab und zu lang.
Auch im Nemerower Holz streift der Wolf bereits ab und zu lang. Mirko Hertrich
Wolfssichtung

Wolf zeigt sich ganz nahe bei Neubrandenburg

Die Welpen aus der Friedländer Region werden größer und wagen sich nun auch in Gebiete nahe Neubrandenburg heran. Der Wolf ist am Stadtrand von Neubrandenburg ein regelmäßiger Gast, sagt Forstamtsleiter Harald Menning.
Neubrandenburg

Er war so schnell unterwegs, dass ihre Kamera ihn kaum einfing, entschuldigt die Dame gleich zu Beginn. Sie wolle lieber anonym bleiben, war von ihrer Begegnung zwischen Neuenkirchen und Ihlenfeld dennoch nachträglich beeindruckt. Keine 30 Meter vor ihr querte ein Wolf die Straße. „Eine imposante Erscheinung“, sagt sie. Und auch wenn es nicht durch ein Foto ansatzweise belegt werden kann: „Es war ganz sicher ein Wolf, der da in Richtung Warlin übers Feld lief.“

Bereich des Forstamtes gilt als Wolfsstreifgebiet

Das sei zumindest nicht unwahrscheinlich, bestätigt auch Harald Menning, Leiter des Forstamtes Neubrandenburg. „Der Wolf ist am Stadtrand von Neubrandenburg ein regelmäßiger Gast“, sagt er. Bereits vergangenes Jahr sei es vermehrt zu Sichtungen von Spaziergängern und Jägern gekommen, etwa im Brodaer und im Nemerower Holz.

Der gesamte Bereich des Forstamtes Neubrandenburg gelte als Wolfsstreifgebiet. Das sogenannte Eichhorster Rudel bei Friedland ist den Behörden bereits seit Monaten bekannt. Vier Welpen gibt es. „Die begeben sich nun langsam vermehrt auf Wanderschaft und suchen nach einem eigenen Revier“, erklärt Menning. Dass die Tiere dabei auch tiefer in die Stadt vordringen, sei eher unwahrscheinlich. „Wir haben noch keine gesehen, die sich im urbanen Raum einfinden“, sagt Menning. Obwohl Wölfe anderswo, etwa in einem harten Winter, durchaus mal in die Stadtgebiete kommen. Dann suchen sie in Abfällen nach Essbarem. Frisches Fleisch bleibe aber ihre bevorzugte Nahrungsquelle.

Im Forst gilt für Hunde die Leinenpflicht

Doch in den – coronabedingt besonders gut besuchten – Wäldern müssten Spaziergänger jederzeit mit einer Begegnung rechnen. „Wenn sich der Wolf interessiert zeigt, ruhig und ohne Aggression handeln“, rät der Forstamtsleiter. Sollte das eigentlich scheue Wildtier sogar hinter einem her laufen, sollte man mit Klatschen oder Rufen auf sich aufmerksam machen. „Es kann auch helfen, einen Stock in die Hand zu nehmen“, sagt er. Sorgen, etwa von Tierhaltern, kann auch Menning verstehen. „Den Hund sieht der Wolf schon als Feind an.“ Doch wenn diese angeleint sind, dürfte in der Regel auch kein Problem entstehen. Das sei gerade jetzt wichtig, während Vögel brüten und das Wild den Nachwuchs austrägt. „Damit es keinen zusätzlichen Unruhefaktor im Wald gibt“, appelliert der Forstamtsleiter. Für Hunde gilt nach dem Landeswaldgesetz im Forst aber ohnehin eine Leinenpflicht wie Förster und Jäger gleichermaßen immer wieder betonen.

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