BAULAND

Wulkenzin baut an

Wenn am Dienstag die Gemeindevertreter Wulkenzins zusammenkommen, steht ein Beschluss auf der Tagesordnung, der einen Ort nachhaltig prägen könnte. Fast 40 000 Quadratmeter Bauland sind betroffen.
Tim Prahle Tim Prahle
Hier geht es um rund 31 000 Quadratmeter Bebauungsfläche.
Hier geht es um rund 31 000 Quadratmeter Bebauungsfläche. Amt Neverin/Vermessungsbüro R. Lessner
Neuendorf.

Es darf unverblümt als Megaprojekt bezeichnet werden. Die Rede ist nicht vom eine Berlin oder Stuttgart, sondern von dem Ortsteil Neuendorf in der Gemeinde Wulkenzin. Dementsprechend geht es auch nicht um einen neuen Flughafen oder einen Bahnhof, sondern um eine Ortserweiterung, sprich eine neue Siedlung in der nordöstlichen Ecke des Ortes. Auch Megaprojekte sind relativ.

Am Dienstag tagt Wulkenzins Gemeindevertretung im Gemeindezentrum. Dort geht es dann unter anderem darum ein Bauleitplanverfahren einzuleiten. Bebauungsplan Nr. 4 „Erweiterung Neuendorf“ nennt sich das, was die Gemeinde Wulkenzin zukunftsfähig machen soll. In der Praxis geht es um rund 31 000 Quadratmeter Bebauungsfläche. Das gesamte Gebiet inklusive künftiger Straßen, Grünflächen und allem, was eben zu so einem neuen Wohngebiet gehört, umfasst gar 39 500 Quadratmeter. „Die Gemeindevertreter stehen voll hinter dem Plan“, sagte Wulkenzins Bürgermeister Sven Blank. Er sei sich jedoch sicher, dass es noch den einen oder anderen Einwohner gibt, der Fragen zu dem Großprojekt hat.

Bis zu 50 neue Häuser könnten auf der jetzigen Grünfläche entstehen. Das Amt Neverin rechnet mit 150 neuen Bürgern für die knapp 1600 Einwohner starke Gemeinde. Wie auch in anderen an Neubrandenburg angrenzenden Gemeinden, werde das neue Wohngebiet nötig, weil es einen erhöhten Nachfragedruck gebe, heißt es aus dem Bauamt.

Dessen Leiter Alexander Diekow weiß aber, dass ein kompliziertes Verfahren noch bevorsteht, für dass ein langer Atem von Vorteil sein kann. „Selbst die kleinste Änderung im Entwurf würde bedeuten, dass ein ganz neuer Plan aufgesetzt werden muss, erklärt er. Denn wie unter anderem in Podewall (der Nordkurier berichtete), kann auch in Neuendorf jeder Bürger seine Einwände gegen die Planung begründet hervorbringen.

„Nur wenn alles glatt läuft, können wir vielleicht Ende des Jahres anfangen, zu bauen“, gibt sich auch Sven Blank noch zurückhaltend. Er hoffe aber darauf, dass sich möglichst viele Einwohner am Dienstag im Gemeindezentrum einfinden werden. „Fragen wird es sicherlich viele geben, aber bestimmt lassen sich auch einige klären“, ist der Bürgermeister sich sicher. Gänzlich neu sind die Pläne nicht. Schon vor über zehn Jahren lag ein Bebauungsplan auf dem Gebiet. Doch die Nachfrage war nicht so groß wie gedacht. 2009 wurde der Plan wieder aufgehoben. „Im Nachhinein ärgerlich“, sagt Alexander Diekow. „Aber nicht vorhersehbar.“ Der Gemeinde selbst gehören mittlerweile ungefähr 50 Prozent der Fläche, die andere Hälfte sei in privater Hand. Doch diese Gemengelage sollte nach Amtsauskunft keine Hürde für die großen Pläne darstellen.

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Kommentare (1)

39.500m² für 150 Neubürger - einfach nur hohl, anmassend, verantwortungslos.... wenn der schnöde Mamon unser Land zerstört..... Aber in diesem Fall der Herr Blank - kann sich dann ein Denkmal bauen....