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Wunsch nach Zebrastreifen wird nicht erfüllt

Wenn es nach einigen Anwohnern geht, sollte dieser Überweg in der Oststadt in Höhe Semmelweisstraße durch einen Zebrastreifen gesichert werden.
Wenn es nach einigen Anwohnern geht, sollte dieser Überweg in der Oststadt in Höhe Semmelweisstraße durch einen Zebrastreifen gesichert werden.
Bärbel Gudat

Einen Zebrastreifen wünschen sich Anwohner in der Oststadt für die Salvador-Allende-Straße. Aber die Stadt Neubrandenburg lehnt ab: Das geht nicht.

Die alte Frau schaut unsicher zu beiden Seiten, ehe sie mit ihrem Rollator die Salvator-Allende-Straße in der Neubrandenburger Oststadt quert. Viel Zeit bleibt ihr dafür nicht, bis die nächste Autokolonne anrollt. Die Frau ist in Höhe Semmelweisstraße unterwegs zum gegenüber liegenden Supermarkt.

Ein alltägliches Bild, weiß Heinz Meyer, der in der Semmelweisstraße wohnt. „Hier pendeln sehr viele“, hat er beobachtet. Der Weg bis zur Ampelanlage in Höhe Kochstraße bedeutet gerade für Ältere einen erheblichen Umweg. Deshalb nehmen sie lieber den kürzeren, aber dafür unsicheren Weg in Kauf, vor allem wenn sie den „großen Einkauf“ im Korb haben. Hinzu kommt nach Heinz Meyers Beobachtungen noch eine weitere Gefahr: Die Zufahrt zum Parkplatz des Supermarktes befindet sich in der gleichen Höhe. „Warum kann denn hier kein Zebrastreifen angelegt werden?“, fragt er sich deshalb schon lange. Damit müssten die Autofahrer Richtung Klinikum und auch Richtung Stadt mehr Rücksicht auf die Fußgänger nehmen.

So einfach ist das aber nicht. An einen neuen Fußgängerüberweg werden hohe Anforderungen gestellt. So müssen bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, heißt es aus der Pressestelle der Stadt. Die Bedingungen seien in einer speziellen Richtlinie des Landes Mecklenburg-Vorpommern für Fußgängerüberwege verbindlich festgehalten. „Demnach dürfen Fußgängerüberwege nur an Stellen angelegt werden, wo nur ein Fahrstreifen pro Fahrtrichtung überquert werden muss. Diese Voraussetzung wird an der Einmündung Salvador-Allende-Straße/Semmelweisstraße nicht erfüllt“, erläutert Doreen Duchow, Pressesprecherin der Stadtverwaltung. Zur sicheren Überquerung der Fahrbahnen stehe dem Fußgängerverkehr eine Mittelinsel zur Verfügung, hierbei muss nur der Fahrzeugstrom jeweils einer Richtung beachtet werden. Sie habe sich auch bei der Polizei erkundigt. Es gab im besagten Bereich der Salvador-Allende-Straße keine steigende Zahl von Unfällen mit Fußgängern.