Möbelhaus

XXXLutz will in Neubrandenburg erweitern, darf aber nicht

Das Möbelhaus XXXLutz in Neubrandenburg will die Verkaufsfläche nahezu verdoppeln, dabei ist auch ein zweiter Markt geplant. Die Stadtvertreter waren aber skeptisch. Ist das jetzt das Ende?
Zum verkaufsoffenen Sonntag war ordentlich was los beim Möbelhaus, das sich zu einer festen Adresse in Neubrandenburg ent
Zum verkaufsoffenen Sonntag war ordentlich was los beim Möbelhaus, das sich zu einer festen Adresse in Neubrandenburg entwickelt hat. Paulina Jasmer
Neubrandenburg

In einer denkbar knappen Abstimmung haben sich die Stadtvertreter gegen die Erweiterung des Unternehmens XXXLutz Rück sowie den Neubau eines Möbelmarktes im Discount-Bereich im Bereich der Margeritenstraße auf dem Lindenberg in Neubrandenburg ausgesprochen. Die Verkaufsfläche soll von derzeit 17.000 auf bis zu 31.000 Quadratmeter wachsen.

Bedenken über Baby-Artikel im Sortiment

Für CDU-Ratsherr Marco Messner war dies „ein schwarzer Tag für den Mittelstand“, wie er dem Nordkurier nach der Abstimmung sagte. Es sei unfassbar, dass die Investition eines mittelständischen Unternehmens, das schon vor 30 Jahren diese Fläche mit Option auf Erweiterung angemietet habe, nun abgelehnt werde, weil eine Versiegelung dagegen spreche. Gerade in Corona-Zeiten sollte man denjenigen, die investieren, Respekt zollen, denn damit sei auch ein Risiko verbunden. Außerdem würden Arbeitsplätze gesichert.

Einige Stadtvertreter äußerten in der Aussprache Bedenken, zum Beispiel, weil im Nebensortiment auch Artikel wie Babykleidung angeboten werden sollen und dies eine Konkurrenz für den innerstädtischen Einzelhandel sein könnte. Zudem verwiesen sie auf einen weiteren Möbelmarkt, der sich in der Demminer Straße neben dem Lidl ansiedeln will. Darüber hinaus stieß einigen Stadtvertretern die Größe der versiegelten Fläche und die Tatsache, dass offenbar nur wenige Bäume als Ausgleich nachgepflanzt werden sollen, sauer auf.

Option auf Ausbau bestand immer

Frank Renner, im Rathaus unter anderem für Stadtplanung verantwortlich, konnte ein wenig Ordnung in die Debatte bringen. Nach der Wende sei auf dem Lindenberg Baurecht geschaffen worden, zum einen fürs Wohnen und zum anderen für Gewerbe. Möbelstadt Rück, als Vorgänger von XXXLutz Rück, habe seit damals eine Fläche gepachtet, immer mit der Option und der Absicht, irgendwann erweitern zu wollen.

Befürchtungen, dass eine zu starke Konkurrenz zu bestehenden Strukturen entsteht, versuchte Renner zu zerstreuen. Das Nebensortiment, zu dem Haushaltswaren, Geschirr, Bettwäsche oder eben Babykleidung zählten, sei auf zehn Prozent des Angebots beschränkt. Renner brachte zur Veranschaulichung die Möbelhauskette Ikea ins Spiel. „Wenn man durch so einen Laden geht, käme man nicht auf die Idee zu sagen, dass es viele andere Dinge außer Möbel dort gibt“, sagte er. Dabei würde bei Ikea das Nebensortiment 30 Prozent einnehmen. Und wenn sich Ikea in Neubrandenburg ansiedeln würde, gebe es wohl kaum Diskussion. Zur Frage der nachzupflanzenden Bäume erläuterte er, dass die Masse an Kompensationsmaßnahmen bereits in den 90er-Jahren erledigt worden sei, als das Gebiet entstand.

Unternehmen könnte schon jetzt erweitern

Hans Jürgen Schwanke (CDU) sagte, dass er der Erweiterung zwar zustimmen wolle, sich aber doch wünsche, die versiegelten Flächen in der Stadt zu begrenzen. „Wir müssen die Stadt offenhalten“, sagte er, gleichwohl wissend, dass der „Investor Planungssicherheit braucht“. Für Bernd Lange von der SPD-Fraktion blieb hingegen weiter ungeklärt, wohin zum Beispiel Regenwasser abgeleitet werden soll. Letztlich votierten elf Stadtvertreter für die Erweiterung, genauso viele dagegen und 14 enthielten sich. Damit war der Antrag zunächst abgelehnt.

Vom Tisch ist die geplante Erweiterung damit aber nicht, wie Frank Renner auf Nordkurier-Anfrage erläuterte. Der Entwurf werde nur im Hinblick auf die genannten Kritikpunkte überarbeitet. Denn für das Gebiet gelte der gefasste Aufstellungsbeschluss der Stadtvertreter und das damit verbundene Bekenntnis für eine mögliche Erweiterung. Darüber hinaus habe XXXLutz Rück noch gar nicht die gesamte Fläche, die man bereits bebauen konnte, genutzt. Schon jetzt könnte das Unternehmen bereits auf bis zu 27 000 Quadratmeter erweitern. Letztlich gehe es also nun um 4000 zusätzliche Quadratmeter.

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