Schlechtester Wert seit sieben Jahren
Zählung der Wintervögel offenbart Abwärtstrend

Mit der Kohlmeise scheint es in Neubrandenburg bergab zu gehen. Nach sieben Zählungen im Winter zeigt sich jedenfalls ein negativer Trend.
Mit der Kohlmeise scheint es in Neubrandenburg bergab zu gehen. Nach sieben Zählungen im Winter zeigt sich jedenfalls ein negativer Trend.
Walter Schulz

Seit Jahren werden zur Stunde der Wintervögel Grünfink, Blaumeise und Co. in heimischen Gärten gezählt. Das tun immer mehr Leute, aber mehr Vögel werden's nicht.

Die mittlerweile siebte Stunde der Wintervögel zeigt einen traurigen Trend: Mit Grünfink, Blaumeise und Co. geht es bergab. Es ist die schlechteste Statistik, wenn es um die Zahl der Vögel pro Standort geht, seit Beginn der Zählungen. Im Schnitt waren es nur etwa 35 pro Garten, Park oder Friedhof. Es gab schon Jahre, in denen mehr als 50 oder sogar mehr als 60 Vögel an einem Standort gezählt wurden.

Der niedrige Wert deckt sich mit dem, was die Vogelfreunde in jüngster Zeit immer wieder von Leuten gehört haben – dass Futterhäuschen verwaist seien oder zumindest viel weniger Vögel und Vogelarten das Futter annehmen, erzählt Klaus-Jürgen Donner, Leiter der Neubrandenburger Fachgruppe Ornithologie. Warum das so ist, darauf hat Donner keine Antwort.

Seit Jahren zeigt sich zum Beispiel bei der Kohlmeise und der Blaumeise ein Abwärtstrend bei der Zählung im Winter. Und das nicht nur in Neubrandenburg, sondern landes- und bundesweit. Beim Grünfink sieht die Trendlinie, die Klaus-Jürgen Donner aus den sieben Jahren Winterzählung erstellt hat, sogar fast wie ein „freier Fall“ aus. Besser scheint die Entwicklung bei Amseln und Nebelkrähen auszusehen.

Erfreulich an der diesjährigen Zählung ist für Klaus-Jürgen Donner, dass immer mehr Menschen daran teilnehmen. In diesem Jahr haben 89 Vogelfreunde an den Naturschutzbund (Nabu) gemeldet, wie viele und welche Vögel sie im Laufe einer Stunde an 63 Standorten in der Stadt gezählt haben.

Kommentare (1)

Schaut man sich in den Gärten um, wird schnell klar, warum es immer weniger Ganzjahresvögel bei uns gibt; ausgeräumte, mit Kirschlorbeer, Thuja und Koniferen bestandene praktische Gärten ohne Feldgehölzhecken, keine abgestorbenen Stauden im Winter mit Saat (unordentlich), und nichts, was Gartenvögel gegen die Katzenflut in den Gärten Deckung gibt. Die Gartenkultur in diesem Landstrich ist weit weg von naturnahen Gärten mit einer reichen Insekten- und Vogelwelt, Gärten werden zum verlängerten Wohnzimmer, aufgeräumt, hell erleuchtet bei Nacht und für die Katzen ist der Tisch draußen reich gedeckt. Wer wollte da Gartenvogel sein?