ZWISCHEN BÜHNE UND BERUF

Zauberer „Magic Felix” mit erster Show nach der Corona-Pause

Selbst ein preisgekrönter Magier kann in diesen Zeiten, wenn die Veranstaltungsbranche Corona-bedingt brach liegt, keine Auftrittsmöglichkeiten aus dem Hut zaubern. Umso glücklicher ist Neubrandenburgs Illusionskünstler Felix Jenzowsky, am Wochenende wieder eine Show geben zu können.
Magic Felix auf der Bühne mit seinen beiden Assistentinnen.
Magic Felix auf der Bühne mit seinen beiden Assistentinnen. Jakob Regin
Neubrandenburg.

Zauberer ist nicht gleich Zauberer. Die einen gehören ins Reich der Märchen; jene zum Beispiel, denen wir am liebsten sagen würden: Zaubere mal dieses Virus weg, und dann reden wir über die anderen zwei Wünsche. Die anderen gehören ins richtige Leben und bringen dort Magie hinein. So einer ist Felix Jenzowsky aus Neubrandenburg, 30 Jahre jung und nachgewiesenermaßen – 2016 etwa vom Magischen Zirkel Deutschland zum Preisträger der Zauberkunst gekürt – einer der Besten seines Fachs.

Gelegenheiten, sein Können zu zeigen, hat auch der Magier in den vergangenen Monaten nicht herbeizaubern können: Die Kultur- und Veranstaltungsbranche ist von der Corona-Pandemie nach wie vor besonders hart getroffen. Wenigstens geht es zaghaft wieder los: Am Sonnabend zeigt Felix Jenzowsky eine Show im Haus der Kultur und Bildung; in der kleinen Festivalreihe „Unsere Stadt. Unsere Künstler!“, mit der die Stadt Neubrandenburg und ihr Veranstaltungszentrum VZN den einheimischen Könnern wieder eine Bühne bieten.

„Von Zauberern sagt man, sie bleiben immer Kinder“

„So etwas gibt es nicht an vielen Orten“, zeigt der Magier sich glücklich über diese Aktion und wünscht sich, dass auch die große Politik mehr für die Kulturbranche tut; so wie für Touristiker und Flugzeugbauer. Dabei weiß sich der Neubrandenburger noch in der glücklichen Lage, nicht allein von seiner Kunst zu leben: Im Hauptberuf ist er als Erzieher in einer Kita tätig.

„Von Zauberern sagt man ja, sie bleiben immer Kinder“, sagt er; wissend, dass er im Umgang mit seinen Lütten natürlich ein anderer ist als auf der Bühne. Gemeinsam ist seinen „zwei Leben“ die Abwechslung: hier mit Kindern von ein bis sechs Jahren, da an immer anderen Orten mit immer anderem Publikum. Bis zu 50 Shows jährlich hat er gegeben, bevor Corona jeglichen Bühnen-Betrieb zum Erliegen brachte.

Auftritte in schon fast allen Bundesländern

Angefangen hat er schon als Kind, mit einem Zauberkasten, den er noch heute aufbewahrt. Schon früh zog es ihn auch auf die Bühne, zehn Jahre lang zum Beispiel als Turniertänzer beim Sportclub Neubrandenburg. Diese sportliche Laufbahn prägte auch vieles, was in der Showbranche ebenso wichtig ist: Selbstdisziplin, Körperbeherrschung – und nicht zuletzt das strahlende Lächeln. In schwierigen Zeiten den Kopf in den Sand zu stecken, kommt für den Künstler nicht in Frage.

Aus Neubrandenburg wegzugehen, war ebenfalls nie ein Thema: „Hier fühle ich mich sauwohl“, sagt der junge Mann, der schon in fast allen Bundesländern aufgetreten ist. Daher hatte er sich auf der Suche nach einem beruflichen Standbein kundig gemacht, welche Möglichkeiten die Heimatstadt da bietet – und sich für die Erzieher-Ausbildung entschieden: „Weil sich da vieles, was ich kann, verbindet und weil ich selbst gut erzogen wurde.“

Von seiner Familie weiß er sich seit jeher verlässlich unterstützt, zumal er sich für seine Bühnenkarriere keiner Agentur bedient, sondern sich lieber um alles selbst kümmert. Seine Spezialität ist die Großillusion, jene Kunst, die Menschen verschwinden, wieder auftauchen oder schweben lässt und deren moderne Meister wie Siegfried & Roy, David Copperfield oder Hans Klok die Bühnen-Magie in den vergangenen Jahrzehnten zu neuem Glanz geführt haben.

„Weniger Hass, mehr Frieden, mehr Ehrlichkeit“

Vor allem für Siegfried & Roy begeistert sich der Mecklenburger Jung‘ seit Kinderzeiten und bis heute: „Was sie geschaffen haben, da kommen auch keine Ehrlich Brothers ’ran“, findet er. Wie sie würde er gern mal in Las Vegas auftreten. „Dort leben möchte ich aber nicht“, stellt er klar, „schon wegen des Essens“ – wobei seine Figur nun wahrlich nicht fastfood-gefährdet wirkt.

„Weniger Hass, mehr Frieden und mehr Ehrlichkeit“ wären übrigens seine Ziele, wenn er jenseits der Bühne zaubern könnte. Auf der Bühne wiederum will er seinem Publikum am Sonnabend im HKB – wo er einst, Jahre vor der Sanierung des Hauses, noch im damaligen Theatersaal seine ersten Auftritte als Tänzer und Zauberer erlebte – eine magische Show bieten.

 

 

Karten gibt es beim Ticketservice des VZN, Telefon 0395 5595-127, oder beim Nordkurier-Ticketservice unter 0800 4575-033.

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Kommentare (1)

...hat er die Corona-Pause genutzt, um mal was Neues auszuarbeiten. Hat man ihn einmal gesehen, bietet er keinen Reiz mehr. Nur Gehampel zusammen mit leichten Damen und mittelmäßiger Unterhaltung.