Diskussionsbedarf zur Waagestraße
Zeitplan für Hochhaus-Abriss wackelt

Das Hochhaus in der Neubrandenburger Waagestraße soll abgerissen werden. Aber wann? 
Das Hochhaus in der Neubrandenburger Waagestraße soll abgerissen werden. Aber wann?
Jörg Franze

Der städtische Rahmenplan hat das Ende des Blocks in der Waagestraße besiegelt. Vermieter Neuwoges und die Stadt halten trotz Protesten an dieser Linie fest, aber auf dem Weg gibt es Stolpersteine.

Dass das Hochhaus in der Waagestraße abgerissen wird, steht schon länger fest. Allerdings scheint der Zeitplan für den Abriss gefährdet. Neuwoges-Geschäftsführer Frank Benischke sagte, der Neuwoges lägen bislang keine Angebote für innerstädtische Grundstücke vor, auf denen das Unternehmen Ersatzwohnungen für die Waagestraße-Mieter bauen könne.

Dabei geht es vorrangig um zwei Areale – die Fläche des ehemaligen Kindergartens in der Badstüberstraße, die derzeit gerade beräumt wird, und die Ecke Dümperstraße/2. Ringstraße. „Aus unserer Sicht hätten die Verträge schon ausgehandelt sein und den Stadtvertretern noch vor der Sommerpause zur Abstimmung vorgelegt werden können“, findet Benischke. Einige Schritte hätten jedoch länger gedauert als zunächst angenommen, erläutert Oberbürgermeister Silvio Witt. „Dazu zählt die wertmäßige Bewertung der etwaigen Ersatzgrundstücke.“ Erst jetzt würden die entsprechenden Gutachten vorliegen.

Stadt verweist auf rechtlichen Rahmen

Und es deutet sich Diskussionsbedarf zwischen der Stadt und ihrer Tochtergesellschaft an. Denn die Neuwoges geht davon aus, dass der Ertragswert des Hochhauses, der dem Unternehmen mit dem Abriss verloren geht und für den sie damit sanierungsrechtlich einen Entschädigungsanspruch geltend macht, auf alle Fälle höher liegt als der Preis der beiden Grundstücke. Rathaus-Chef Witt geht nicht ins Detail, macht jedoch deutlich, dass die Stadt bei der Veräußerung von städtischem Eigentum die rechtlichen Rahmenbedingungen beachten müsse.

Zudem wollen Vertreter der Neuwoges und der Stadt über ein weiteres Problem diskutieren. Die Vorplanungen hätten ergeben, dass beide Grundstücke wohl nicht ausreichen würden, um die notwendige Zahl an Ersatzwohnungen zu ermöglichen, so Benischke. Gemeinsames Ziel der Neuwoges und der Stadt sei es, vor dem Abriss der Waagestraße allen Bewohnern eine innerstädtische Alternative anbieten zu können. Das Unternehmen habe aber leider bisher wenig seniorengerecht ausgebaute Mietshäuser in der City im Bestand, sei also auf ausreichend große Neubauflächen angewiesen. Dieses Thema würden sich Architekten und Stadtplaner aber jetzt noch einmal genauer anschauen.