Neubrandenburger Marktplatz

Zeugen nach Vorfall mit Rollstuhlfahrer gesucht

Eine 76-Jährige brach sich den Arm, weil sie von einem Rollstuhlfahrer zu Fall gebracht wurde. Ihre Nichte sucht jetzt Zeugen des Zusammenstoßes.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Symbolbild: Rollstuhlfahrer und Fußgänger kommen sich öfter ins Gehege als man denkt.
Symbolbild: Rollstuhlfahrer und Fußgänger kommen sich öfter ins Gehege als man denkt. Karl-Josef Hildenbrand
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Neubrandenburg.

Es war eine Begegnung der schmerzlichen Art. Beim Gang mit einer Freundin über den Neubrandenburger Marktplatz ist eine ältere Dame am 21. Februar von einem E-Rollstuhl angefahren und zu Fall gebracht worden, so erzählt es ihre Nichte, die sich auf der Suche nach Zeugen an den Nordkurier gewandt hat. Denn beim Aufprall zog sich die 76-Jährige einen Armbruch zu. Dieser ist zwar verheilt, schmerzt aber immer noch, was die Lebensqualität der Seniorin einschränkt. Die Adressen wurden ausgetauscht, der Fahrer des Rollstuhls ist also bekannt. Allerdings gibt es nun Schwierigkeiten bei der Regulierung des Schadensfalles und offenbar unterschiedliche Auffassungen, wie der Vorfall abgelaufen ist. „Der Mann hat sich einen Anwalt genommen“, führte die Nichte an.

Daher sucht die Familie jetzt Zeugen des Vorfalles, der sich gegen 10.30 Uhr auf dem Marktplatz zugetragen hat. Melden sollen sich vor allem zwei Frauen, die der Gestürzten zur Hilfe kamen und aufhalfen. „Sie waren in etwa im Alter meiner Tante“, sagt die Neubrandenburgerin. Anrufe nimmt der Nordkurier unter der Rufnummer 0395 56397598 entgegen und stellt dann einen Kontakt zu der Betroffenen her.

Anzeige kann noch gestellt werden

Unfälle mit Rollstuhlfahrern als Verursacher sind gar nicht so selten. Im September 2018 fuhr ein Rollstuhlfahrer einen Rentner an und verletzte diesen schwer. Der 81-Jährige war damals auf dem Weg zum Haupteingang des Lindetal-Centers. Beim Überholen touchierte ein Rollstuhlfahrer den Rentner, der ins Straucheln kam und stürzte. Der Mann zog sich dabei mehrere Knochenbrüche zu. Vor Ort wurde versäumt die Personalien auszutauschen. Deswegen fahndete die Polizei zunächst nach dem Unfallverursacher. Daraufhin meldete sich der 43-jährige Tatverdächtige von selbst bei der Polizei. Die polizeilichen Ermittlungen wegen fahrlässiger Körperverletzung und Unfallflucht sind abgeschlossen und wurden an die Staatsanwaltschaft übergeben, wie eine Polizeisprecherin am Donnerstag sagte. Der aktuelle Fall ist bei der Polizei nicht bekannt. Die Nichte könnte sich noch gerne mit ihrer Tante bei der Polizei melden, führte die Sprecherin an. Eine Anzeigenerstattung sei auch im Internet möglich unter www.polizei.mvnet.de.

Fahrverbot kann drohen

Immer wieder hat es die Polizei auch mit angetrunkenen E-Rollstuhlfahrern zu tun. Durch richterliche Anordnung können allerdings auch Gehbehinderte in ihrer Mobilität beschränkt werden. Fahrern von Elektrorollstühlen droht wie Radfahrern ein Fahrverbot, wenn sie mit mehr als 1,6 Promille Alkohol im Blut unterwegs sind und erwischt werden. Bei Autofahrern liegt dieser Wert bei 1,1 Promille.

Je nachdem, wie schnell Elektrorollstühle sind, müssen die Nutzer verschiedene Regeln beachten. Fährt der Rollstuhl maximal sechs Stundenkilometer, reicht laut Stiftung Warentest eine private Haftpflichtversicherung aus. Bei schnelleren E-Rollstühlen ist eine separate Kfz-Haftpflichtversicherung wie für ein Mofa oder E-Bike Pflicht. Außerdem muss ein Versicherungskennzeichen am Gefährt angebracht werden.

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Kommentare (7)

Bei dem Beitrag der sich bislang um eine zivilrechtliche Angelegenheit handelt, haben sich die Beteiligten doch die Adressen ausgetauscht. Was für ein Problem hat die Polizeisprecherin schon wieder? Ist die Polizei Neubrandenburg nicht ausgelastet genug? Wenn sich die Beteiligten gegenseitig die Adressen austauschten, beide auf die Polizei verzichteten, warum hängt sich die Behörde wieder hier herein und rät zu einer Anzeige? Nach Angaben des NK hat sich der E-Rollstuhlfahrer sogar bei der Poliztei gemeldet. Man hat langsam den Eindruck, das Polizei, Staatsanwaltschaft sich an solchen täglioch passierenden Dingen geradezu "aufgeilen" und aus einer Mücke einen Elefanten machen wollen. Schrecklich diese Entwicklung, in alle Sachen will sich die Polizei einmischen und ihren Senf dazu geben. Hat die Polizei keine wichtigeren Dinge zu tun? Vielleicht mal Präsenz zeigen in Brennpunkten, oder schwere Straftaten aufzuklären. Aber nein, man hängt sich immer an relativ kleinen Dingen um sich dann später in der Kriminalstatistik feiern zu lassen, eindeutige Sachverhalte aufgeklärt zu haben.

Bei dem Beitrag, der sich bislang um eine zivilrechtliche Angelegenheit handelt, haben sich die Beteiligten doch die Adressen ausgetauscht. Was für ein Problem hat die Polizeisprecherin schon wieder? Ist die Polizei Neubrandenburg nicht ausgelastet genug? Wenn sich die Beteiligten gegenseitig die Adressen austauschten, beide auf die Polizei verzichteten, warum hängt sich die Behörde wieder hier herein und rät zu einer Anzeige? Nach Angaben des NK hat sich der E-Rollstuhlfahrer sogar bei der Polizei gemeldet. Man hat langsam den Eindruck, dass Polizei, Staatsanwaltschaft sich an solchen täglich passierenden Dingen geradezu "aufgeilen" und aus einer Mücke einen Elefanten machen wollen. Schrecklich diese Entwicklung, in alle Sachen will sich die Polizei einmischen und ihren Senf dazu geben. Hat die Polizei keine wichtigeren Dinge zu tun? Vielleicht mal Präsenz zeigen in Brennpunkten, oder schwere Straftaten aufzuklären. Aber nein, man hängt sich immer an relativ kleinen Dingen, um sich dann später in der Kriminalstatistik feiern zu lassen, eindeutige Sachverhalte aufgeklärt zu haben. Anmerkung: Doppelposting wegen Berichtigung der Tippfehler.

Verständnisprobleme beim Lesen des Textes? Bei neueren Fall wurde keine Anzeige erstattet und der Polizei ist diesbezüglich nichts bekannt. Bei dem anderen älteren Fall, wo ein 81-jähriger schwer verletzt wurde hat die Polizei ermittelt, das musste sie ja auch, weil Anzeige erstattet wurde. Also nix mit: Da lässt sich die Polizei feiern. Ansonsten der Geschädigten viel Erfolg bei der Suche nach Zeugen und alles Gute.

Ich habe keine Probleme mit dem Lesen. Ich habe auch nicht geschrieben, das Anzeige erstattet wurde, ich habe nur geschrieben, ob es sein muss, dass die Polizei sich in den "neuen" Fall wieder einmal einzumischen versucht. Denn die Sprecherin der Polizei rät der Nichte zu einer Anzeige. Was mischt sich die Polizei wieder in Sachen ein, die eigentlich geklärt sind? Das war die zentrale Frage, und ob die Polizei nicht ausgelastet genug ist, wenn sie trotz Einigung im neuen Fall zu einer Anzeige rät. Über den alten Fall habe ich nichts geschrieben.

Ich habe keine Probleme mit dem Lesen. Ich habe auch nicht geschrieben, das Anzeige erstattet wurde, ich habe nur geschrieben, ob es sein muss, dass die Polizei sich in den "neuen" Fall wieder einmal einzumischen versucht. Denn die Sprecherin der Polizei rät der Nichte zu einer Anzeige. Was mischt sich die Polizei wieder in Sachen ein, die eigentlich geklärt sind? Das war die zentrale Frage, und ob die Polizei nicht ausgelastet genug ist, wenn sie trotz Einigung im neuen Fall zu einer Anzeige rät. Über den alten Fall habe ich nichts geschrieben.

... mischt sich nicht ein. Die Polizeisprecherin hat lediglich auf die Möglichkeit einer Anzeigenerstattung hingewiesen. Und so wie es derzeit aussieht, scheint es keineswegs so unkompliziert zu sein, wie Sie darstellen - sonst würde man keine Zeugen suchen.

Das ist eine Einmischung. Ja auch wenn es rechtliche Differenzen bezüglich des Vorgangs bestehen, klären das ggf. Richter auf. Da wir alle nicht dabei waren, kann jeder nur spekulieren.