Durch erste Hinweise aus der Bevölkerung konnte die Polizei nach der Beschmierung eines Sowjet-Denkmals und einer Gedenkt
Durch erste Hinweise aus der Bevölkerung konnte die Polizei nach der Beschmierung eines Sowjet-Denkmals und einer Gedenktafel für KZ-Opfer die Tatzeit eingrenzen. Mirko Hertrich
Nazi-Symbole

Zeugenaufruf nach Ukraine-Schmiererei an Sowjet-Denkmal

Die Neubrandenburger Polizei hat nach der Schändung eines sowjetischen Ehrenmals sowie einer Gedenktafel für KZ-Opfer erste Ermittlungsansätze, bittet aber weiter um Mithilfe.
Neubrandenburg

Nach der Beschmierung des sowjetischen Denkmals auf dem Neuen Friedhof in Neubrandenburg sowie einer Gedenktafel für KZ-Opfer nahe dem Friedhof sucht die Polizei weiter Zeugen. Durch erste Hinweise aus der Bevölkerung könne die Tatzeit zwischen dem Abend des 14. April und dem Nachmittag des 19. April liegen, teilte das Polizeipräsidium am Freitag mit.

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Trotz erster Ermittlungsansätze bittet die Polizei um mögliche weitere sachdienliche Hinweise: Wer verdächtige Beobachtungen am Tatort im mutmaßlichen Tatzeitraum gemacht hat oder sonstige relevante Angaben zur Tat machen kann, wendet sich bitte an die Einsatzleitstelle der Polizei in Neubrandenburg unter 0395 55822224 oder an jede andere Polizeidienststelle.

„Ruhm der Ukraine” und Hakenkreuz gesprüht

Das Ehrenmal für im Zweiten Weltkrieg gefallene sowjetische Soldaten war mit blau-gelben kyrillischen Wörtern besprüht, die laut Polizei nach derzeitigem Kenntnisstand mit „Ruhm der Ukraine” und „Ruhm den Helden” übersetzt werden können. Auf die Gedenktafel für verstorbene Zwangsarbeiterinnen in der Neubrandenburger Außenstelle des KZ Ravensbrück waren mehrere Symbole in blau-gelber Farbe geschmiert worden, unter anderem ein Hakenkreuz.

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Der Staatsschutz der Kripo Neubrandenburg ermittelt daher wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen und wegen Sachbeschädigung. Als Nächstes wird den Angaben zufolge unter anderem geprüft, ob ähnliche Schmierereien an Denkmälern in Deutschland möglicherweise Vorbild für die Aktion in Neubrandenburg waren.

Deutschland hat sich zur Pflege sowjetischer Denkmäler verpflichtet

Seit dem Angriff Russlands auf die Ukraine kommt es immer wieder zu Schmierereien an sowjetischen Denkmälern oder Kriegsgräberstätten. Auch Abrissforderungen werden lauter. Im deutsch-sowjetischen Nachbarschaftsvertrag vom 9. November 1990 hat sich die Bundesrepublik Deutschland aber verpflichtet, sowjetische Denkmäler und Kriegsgräber in Deutschland zu erhalten und zu pflegen.

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