Diese Montage ist der Zeit voraus, aber nachdem schon vor Jahren entsprechende Gerüchte kursierten, nimmt der Plan jetzt
Diese Montage ist der Zeit voraus, aber nachdem schon vor Jahren entsprechende Gerüchte kursierten, nimmt der Plan jetzt Gestalt an. Das Datze-Center wird als Ausweichquartier für die Grundschule des Stadtteils ins Auge gefasst. NK-Montage mit Fotos von Paulina Jasmer und mhp - stock.adob
Hier könnte statt Parkplätzen ab dem Schuljahr 2024/25 ein Schulhof sein. Das Rathaus verhandelt derzeit mit dem Eig
Hier könnte statt Parkplätzen ab dem Schuljahr 2024/25 ein Schulhof sein. Das Rathaus verhandelt derzeit mit dem Eigentümer über die Nutzung des Datze-Centers als Ausweichquartier für die Grundschule. Tim Prahle
Ausweichquartier gesucht

Zieht die Grundschule ins Neubrandenburger Einkaufscenter?

Statt in maroden Klassenzimmern könnten Neubrandenburger Grundschüler bald in modernen Unterrichtsräumen in einem Einkaufscenter sitzen. Doch es formiert sich Widerstand.
Neubrandenburg

Unten Einkaufen, oben Büffeln. Im Neubrandenburger Stadtteil Datzeberg könnte die Grundschule ab dem Schuljahr 2024/25 ins zu 50 Prozent leer stehende Datze-Center ziehen. Grund ist, dass die nahe gelegene Grundschule dringend saniert werden muss.

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Stadtverwaltung prüft Umzug in Einkaufscenter

Vor diesem Hintergrund prüft die Stadtverwaltung derzeit mit dem Eigentümer die Anmietung mehrerer Etagen, teilte Oberbürgermeister Silvio Witt (parteilos) mit. Es sei aber noch kein Mietvertrag unterschrieben worden, betonte der OB mit Blick auf eine Bürgerinitiative, die sich offenbar aus Protest in dem von industriell gefertigten Plattenbauten geprägten Stadtteil mit seinen knapp 4000 Einwohnern gegründet hat.

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Arbeiten für Brandschutz nötig

Nach den Worten des Rathauschefs ist die Grundschule auf dem Datzeberg von der Schülerzahl her mit 180 Kindern die kleinste in Neubrandenburg. Das Gebäude sei auf weit über 400 Schüler ausgelegt. Bei seinem Amtsantritt 2015 habe er eine Grundschule vorgefunden, die nach außen desolat aussah, was 2017 bei einer Teilsanierung behoben worden sei.

Bei einer Brandschutzkontrolle seien der Stadt jetzt aber einige Aufgaben „ins Lastenheft geschrieben“ worden. „Stand heute stünden sieben Millionen Euro auf der Uhr, die wir investieren müssten.“ Diese Arbeiten würden mindestens zwei Jahre dauern. In dieser Zeit könne dort kein Unterricht stattfinden.

Keine Liegenschaft frei

Entsprechend habe sich die Stadt nach Alternativstandorten umgesehen, unter anderem beim Landkreis in der Ihlenfelder Vorstadt. Da aber keine Liegenschaft frei sei, habe sich die Verwaltung an den Eigentümer des Datze-Centers gewandt mit der Frage, ob das Gebäude Übergangsquartier für die Schule werden könnte.

Lohnt sich ein Umbau für zwei, drei Jahre?

Das Management habe grundsätzliche Bereitschaft signalisiert. Die Frage sei allerdings, wer den Umbau finanziere. Für einen Zeitraum von zwei oder drei Jahre rentiere sich das nicht, es sei denn, die Stadt zahle alles. Der Eigentümer strebe vielmehr einen Mietvertrag über zehn Jahren an. Sollte dieser zustande kommen, regte der Oberbürgermeister einen Verkauf des Grundschulgebäudes in der Rasgrader Straße an.

OB: Gute Lösung

Silvio Witt sprach von einer guten Lösung für den Stadtteil. „Wir sind froh darüber, dass wir einen Ersatzstandort auf dem Datzeberg hätten, der 80 Meter Luftlinie von der bisherigen Schule entfernt wäre.“ Hauptargument sei, dass die Schüler nicht durch die ganze Stadt geschickt werden müssten. Auch werde das Center nie wieder eine größere Einzelhandelsnutzung erfahren, gab der OB bedenken. Die vergangenen 15 Jahre hätten bewiesen, dass die Nachfrage nicht da ist.

Parkplatz als Schulhof?

Neben der Unterbringung der Grundschule könnte sich der Verwaltungschef einen Umbau des Centers zu einem Stadtteiltreff vorstellen, in dem sich im Erdgeschoss beispielsweise Supermarkt und Einzelhandel befinden und in den Etagen darüber die umgebauten Räume der Grundschule. Der vordere Parkplatz würde nach den aktuellen Planungen zurückgebaut und zum Schulhof werden.

Ziel: Schulstandort erhalten

Zu einem Brief der Bürgerinitiative an ihn sagte der Oberbürgermeister, diese tue so, als wolle die Verwaltung etwas gegen den Stadtteil machen. „Wir tun es ausschließlich für den Datzeberg, um den Schulstandort zu erhalten.“ Sollte man sich mit dem Datze-Center nicht handelseinig werden, müsste ein Ausweichstandort außerhalb des Stadtviertels gesucht und die Schule für mindestens zwei Jahre geschlossen werden.

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