STADTVERTRETUNG NEUBRANDENBURG

Zufahrt zur Fußgängerzone soll enger werden

Die Fußgängerzone am Marktplatz Center gilt spöttisch als die am meisten befahrene der Welt. Um die Straße für die Fußgänger „zurückzuerobern”, soll jetzt nach dem Willen der Stadtvertretung noch vor der Wahl endlich was passieren.
Mirko Hertrich Mirko Hertrich
Die Schilder und der einsame Blumenkübel halten Autofahrer bislang nicht davon ab, verbotenerweise in die Fußgängerzone am Marktplatz Center zu fahren und dort zu parken. Das soll sich schleunigst ändern.
Die Schilder und der einsame Blumenkübel halten Autofahrer bislang nicht davon ab, verbotenerweise in die Fußgängerzone am Marktplatz Center zu fahren und dort zu parken. Das soll sich schleunigst ändern. Mirko Hertrich
Neubrandenburg.

Die Neubrandenburger Ratsfrauen und -herren wollen die Stadt nicht aus der Pflicht lassen und pochen darauf, dass noch vor Ende der Legislaturperiode ein Lösungsvorschlag für ein Dauerproblem in Neubrandenburg vorgelegt wird: für die Abgrenzung der Fußgängerzone in der Treptower Straße.

In dem Bereich von der Dümperstraße bis zum Marktplatz sind so viele Autos unterwegs, dass die Fußgängerzone fast wie eine für den Autoverkehr freie Straße mit Stellplätzen anmutet. Dabei darf sie eigentlich nur mit Ausnahmegenehmigung – etwa für den Lieferverkehr – befahren werden. Kaum ein Fußgänger oder Fahrradfahrer traut sich, länger in der Mitte der Straße zu verweilen oder gar dort zu flanieren. Dabei weisen am Eingang zur Fußgängerzone große Schilder darauf hin, auch dass etwa Lieferverkehr nur zu bestimmten Zeiten morgens und abends zulässig ist. Doch viele Autofahrer scheren sich wenig darum. Die Autos werden einfach abgestellt und die Fahrer machen kleine Erledigungen oder holen was zu essen.

Um dieses Treiben zu unterbinden, sind schon viele Möglichkeiten geprüft und fast ebenso viele wieder verworfen worden. Den Stadtvertretern riss jetzt in der Sitzung des Betriebsausschusses am Dienstag endgültig der Geduldsfaden und sie diktierten der Stadtverwaltung einen ganz konkreten Auftrag in den Block, damit die Maßnahme noch vor dem Winter umgesetzt wird, wie der Ausschussvorsitzende Roman Oppermann (SPD) forderte. Spätestens sechs Tage vor der letzten Sitzung der Stadtvertretung am 16.Mai soll eine Variante mit manuellen Pollern vorliegen, ergänzt um eine Einengung der Zufahrt mit „Bodensichtbarkeit“.

Poller bis zum Winterbeginn?

Auch die weitere Terminierung soll die Stadtverwaltung für die Umsetzung des Projekts endlich festklopfen. Denn die dauert den Ratsherren und -frauen viel zu lang. Dirk Schwabe vom städtischen Eigenbetrieb Immobilienmanagement hatte ihnen im Betriebsausschuss zunächst erläutert, was aus Sicht der Stadt nicht geht, um Autofahrer von der unberechtigten Einfahrt abzuhalten. Elektronisch versenkbare Poller: zu reparaturanfällig. Mechanische Poller: Frieren im Winter ein und müssen in dieser Zeit entfernt werden. Eine Schranke: Überdimensioniert und nicht vor Vandalen sicher.

Hans-Jürgen Schwanke, stellvertretender CDU-Fraktionsvorsitzender, sagte ungeduldig, er wolle jetzt endlich Ergebnisse sehen: „Wir reden jetzt eineinhalb Jahre drüber.“ Jan Kuhnert (Die Linke) wünscht sich wie Schwanke zunächst einen stärkeren Einsatz des Ordnungsamtes. „Die sehe ich aber dort nie.“ Grünen-Fraktionsvize Rainer Kirchhefer könnte sich einen mechanischen Poller an der Stelle vorstellen.

Der Stadt schwebt laut Schwabe vor, die Einfahrt durch Schilder und Poller auf vier Meter zu verengen. Zudem soll das Gehwegband der Dümperstraße wie im restlichen Bereich der Straße „durchgebaut“ werden, damit die Abgrenzung auch „optisch“ auffällig wird.

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Kommentare (4)

am Anfang und am Ende. Die verschiebt keiner. Acht Stück sollten genügen.

... unebenen Kopfsteinpflaster flanieren? Die seitlichen Gehwege sind um Lichtjahre besser.

Dann wird sich der dort ansässige Media Markt ebenfalls was für seine Kunden einfallen lassen müssen. Diese holen bzw. bringen dort regelmäßig Elektro-Großgeräte zur Reparatur bzw. nach dem Kauf in Empfang.

Warum nimmt die Stadt das Geld nicht dankbar entgegen (in Form von Strafzetteln)?