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Zurück ins Leben und in die Torschützenliste

Dennis Fischer gab selbst den Anpfiff für das Benefizturnier, dass mit seinem eigenen Schicksal verbunden ist.
Dennis Fischer gab selbst den Anpfiff für das Benefizturnier, dass mit seinem eigenen Schicksal verbunden ist.
Ingmar Nehls

Mit 13 Jahren bekam Dennis Fischer aus Holzendorf eine schlimme Diagnose. Bei seinem anschließenden Kampf wurde er zum Glück nicht allein gelassen.

Die Diagnose hat Dennis Fischer wie ein Schlag getroffen: Lymphdrüsenkrebs. „Auf einmal war alles anders“, erzählt der Junge aus Holzendorf. „Keine Schule, kein Fußball mehr. Durch die Medikamente hatte ich zehn Kilo zugenommen. Mein Körper war schwach und mir fiel alles sehr schwer“, erinnert er sich an den Winter 2012. Vier Monate dauerte die Chemotherapie.

Dennis Fischer war zu Hause, aber nicht allein. Jeden Tag kamen seine Freunde vorbei und viele Mitspieler seiner Fußballmannschaft vom TSV Friedland. „Die Mannschaft hat vorher schon gut zusammengehalten. Durch die Krankheit von Dennis sind sie aber noch mehr zusammengewachsen“, sagt Mark Kießling, Trainer der B-Junioren, bei denen Dennis Fischer inzwischen wieder mitspielt. Als offensiver Mittelfeldspieler führt er mit zwölf Treffern in der laufenden Saison sogar die Torschützenliste der Landesliga an.

Dennis Fischer hat die Krankheit überstanden und sich zurückgekämpft. „Die Ärzte hatten mir auch Mut gemacht und gesagt, dass die Heilungschancen sehr gut stehen“, sagt er.

Vorjahressumme deutlich überboten

Spontan sammelten seine Mitspieler 2012 Geld für Dennis Fischer. Mittlerweile ist daraus ein Benefizturnier geworden, das am Wochenende zum zweiten Mal in der Turnhalle der Friedländer Kooperativen Gesamtschule angepfiffen wurde. Vier Mannschaften spielten aus Spaß und für den guten Zweck. Jeder Teilnehmer wurde gebeten, eine Spende für den Verein krebskranker Kinder aus Greifswald zu geben.

Die Mutter von Dennis Fischer und die Frau von Trainer Kießling kümmerten sich um das leibliche Wohl der Fußballer. Familie, Verein, Schule, lokale Firmen – alle ziehen an einem Strang in Friedland. Schnell wurde noch eine Tombola auf die Beine gestellt. Für eine dicke Überraschung sorgte die Schwester eines Mitspielers von Dennis Fischer. Sie hatte ihren Kollegen vom Otto-Kundenservice aus Neubrandenburg von dem Turnier erzählt und Geld gesammelt. 270 Euro kamen zusammen, so dass am Ende die stolze Summe von 1080 Euro im Topf war. Trainer Mark Kießling hatte das Ziel ausgegeben, die Vorjahressumme von 340 Euro zu übertreffen. Das ist mehr als deutlich gelungen. „Wir freuen uns riesig“, sagt Kießling. Im nächsten Jahr soll das Turnier wiederholt werden, vielleicht in noch größerem Rahmen. 

Der größte Erfolg bleibt aber der erfolgreiche Kampf von Dennis Fischer gegen die Krankheit. „Ich achte jetzt noch mehr auf meinen Körper als vorher. Ich freue mich einfach, dass ich wieder einen normalen Alltag habe und gesund bin. Wie wertvoll das ist, vergisst man schnell“, sagt Dennis Fischer. Bis Ende Februar haben er und seine Jungs Winterpause. Danach geht die Saison weiter mit vielleicht ganz vielen Toren von Dennis Fischer.