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Zustand des Mahnmals als „erbärmlich“ kritisiert

Blumen für die von der Sowjetarmee erbrachten Opfer. Ein Fassadenkletterer hatte das Kunstwerk beschädigt.[KT_CREDIT] FOTO: Segeth

VonAndreas SegethMehr als 30 Vertreter der Linken gedenken am Tag der Befreiung den gefallenen Rotarmisten. Dass das Sowjetische Ehrenmal immer noch nicht ...

VonAndreas Segeth

Mehr als 30 Vertreter der Linken gedenken am Tag der Befreiung den gefallenen Rotarmisten. Dass das Sowjetische Ehrenmal immer noch nicht repariert ist, ruft Bestürzung hervor.

Neubrandenburg.Der 8. Mai sei als „Tag der Befreiung“ tief verankert im Gedächtnis des deutschen Volkes, sagte Torsten Koplin am Mittwoch bei einem ehrenden Gedenken der Linkspartei aus Anlass des Kriegsendes am 8.Mai 1945. Die Deutschen seien damals „vom unmenschlichsten und barbarischsten System ihrer Geschichte“ befreit worden, so der Landtagsabgeordnete.
Der Schwur von Buchenwald sei nicht eingelöst worden: „Nie wieder Krieg! Nie wieder Faschismus!“ Deutsche Soldaten seien am Hindukusch, in Mali und am Horn von Afrika im Einsatz. Die Bundesrepublik sei der drittgrößte Waffenexporteur der Welt. Und die NPD sei noch nicht verboten, obwohl das Potsdamer Abkommen faschistische Parteien verboten habe, so Koplin. Er warnte vor der Strategie der NPD, sich als normale Partei zu gerieren – auch im Kreistag der Seenplatte werde das versucht.
Mehrere Mitglieder der Linken kritisierten den Zustand des Sowjetischen Ehrenmals. Koplin bezeichnete ihn als „erbärmlich“. Seit über einem Jahr sind die drei Gedenkplatten abgenommen. Eine war durch Vandalismus von einem „Fassadenkletterer“ zerstört worden. Weil die drei Schrifttafeln sich gegenseitig halten, mussten alle abgenommen und eingelagert werden.
Nach Auskunft von Kathleen Bötel aus der Pressestelle der Stadtverwaltung sind die Reparaturarbeiten derzeit nicht finanzierbar, da die Stadt wegen ihrer vorläufigen Haushaltsführung gegenwärtig nur Arbeiten beauftragen darf, die „unabweisbar und unaufschiebbar“ sind. Allerdings prüfe das Rathausgemeinsam mit Behörden und weiteren Einrichtungenaktuell auch noch andere Möglichkeiten der Finanzierung. Auch Land und Bund könnten möglicherweise beteiligt werden, sagte Dieter Kowalick (Linke).

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a.segeth@nordkurier.de