Nach monatelanger Suche

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Zustellerin gibt gefundene Katze zurück an Besitzerin

Wieder glücklich vereint: Zustellerin Eva Berndt (rechts) gab die kleine Streuerin an Nadine Altmann zurück.
Wieder glücklich vereint: Zustellerin Eva Berndt (rechts) gab die kleine Streuerin an Nadine Altmann zurück.
Bärbel Gudat

Nordkurier-Zusteller nahmen ein frierendes Kätzchen in ihre Obhut, das sie gefunden hatten. Jetzt stellte sich heraus: Die Besitzerin suchte das Tier seit Monaten.

Mit soviel Interesse am Schicksal des kleinen weißen Katzenmädchens hätte Nordkurier-Zustellerin Eva Berndt einfach nicht gerechnet. Kurz nachdem das Foto im Internet und in der Zeitung erschienen war, klingelte bei ihr unablässig das Telefon. Die einen wollten wissen, wie denn genau das Tier aussieht, ob es denn möglicherweise unterschiedliche Augenfarben besitze. Andere wollten einfach mal ein Lob loswerden, erzählte Eva Berndt. Sie fanden es gut, dass sich Nordkurier-Zusteller um das Tier kümmerten. Es hatte am frühen Donnerstagmorgen verfroren und miauend vor dem Fenster des Depots am Ganzkower Weg gesessen.

Besitzern ist überglücklich

Andere boten sich sogar an, die kleine Katze aufzunehmen, falls sich kein Besitzer finden würde. Eine letzte Mail kam sogar noch am Samstagmittag: Der Verfasser wollte das Tier in seiner „Katzen-WG” eingliedern. Doch da war Eva Berndt schon mit der mutmaßlichen Besitzerin des Kätzchen verabredet. „Das Mädchen hat am Donnerstagabend noch bei mir angerufen”, erinnerte sie sich. Sie vermisse ihre Katze schon seit Langem, erzählte ihr Nadine Altmann am Telefon. Und dann wollte die 17-Jährige wissen, ob die kleine Streunerin einen schwarzen Punkt auf dem Kopf besitzt. „Als mein Sohn und ich genau hinschauten, sahen wir die kleine, dunkle Strähne.”

Für die Katzenmutter auf Zeit war das ein Beweis, dass das Kätzchen der jungen Frau gehört. Die war überglücklich und konnte die Tränen am Telefon nicht zurückhalten, denn sie hatte nach der Ausreißerin seit Monaten gesucht. Die beiden vereinbarten für Samstagnachmittag einen Termin, denn die Besitzerin wohnt mit ihrer Familie in Nieden bei Pasewalk.

Katze verschwand im vergangenen Frühjahr

Im vergangenen Frühjahr ist die Katze wohl vom Gehöft der Familie verschwunden. Damals war sie noch klein, stammte aus einem Wurf einer anderen Altmannschen Katze. „Ich habe überall bei uns im Dorf nach ihr gesucht, befürchtete sie sei überfahren worden und habe später sogar eine Anzeige aufgegeben”, erfuhr Eva Berndt von Nadine. Da hatte es sich „Luna” schon auf dem Schoß der jungen Frau gemütlich gemacht, ließ sich streicheln und schnurrte leise vor sich hin. Katzen gehören bei der Familie aus Nieden zum Leben dazu. „Ich bin mit Katzen aufgewachsen”, sagte Nadine. Aber es waren immer die weißen, die es ihr angetan haben.

Wie das Tier von Nieden nach Altentreptow kam, wird wohl immer ein Geheimnis bleiben. Vielleicht ist das Kätzchen mal ins Auto von Nadines Vater gestiegen, der in Neubrandenburg arbeitet. Auf alle Fälle muss das Tier in den vergangenen Wochen immer jemanden gefunden haben, der es versorgte. Wenn das Kätzchen streunend durch die Gegend gezogen wäre, dann hätte sie sich nicht so gut bei Eva Berndt geführt. Die Ausreißerin ließ sich streicheln und benutzte eine Katzentoilette. Ein bisschen mager sei sie, gab Nadine Altmann beim ersten Anblick zu. Aber das wird sich wohl in den nächsten Tagen schon ändern. Nur rauslassen wolle man Luna so schnell nicht wieder.