Maifest an zwei Orten
Zwei Bürgerfeste buhlen um die Bürger

Das "Maifest für alle" der AfD fand auf dem Marktplatz in Neubrandenburg statt.
Das "Maifest für alle" der AfD fand auf dem Marktplatz in Neubrandenburg statt.
Paulina Jasmer

In Neubrandenburg hat am Maifeiertag die AfD zum Bürgerfest auf dem Marktplatz geladen. im Kulturpark lud ein breites Bündnis zum Demokratiefest. In der Innenstadt war die Atmosphäre aufgeheizt, aber friedlich.

Das „Maifest für alle” der AfD auf dem Neubrandenburger Marktplatz ist ohne größere Störungen über die Bühne gegangen. Mit etwas Verspätung startete am Dienstagvormittag das Bürgerfest. Das Rahmenprogramm, auf einem Flugblatt in den Farben Blau, Weiß und Rot vermerkt – aber ohne AfD-Schriftzug, wie Neubrandenburgs AfD-Bundestagsabgeordneter Enrico Komning im Gespräch mit dem Nordkurier betonte –, wartete mit Programmpunkten wie einem Schauboxkampf, einem Blaskapellen-Auftritt oder einer Zumba-Vorführung auf. Die Veranstaltung wurde akustisch von verschiedenen Aktivisten aus dem linken Spektrum gestört, was die AfD mit lauter Musik zu übertönen versuchte.

Enttäuscht von vielen Ausstellern

Ganz ohne AfD lief es dann aber doch nicht, schließlich war ihre E-Mail-Adresse auf dem Flugblatt abgedruckt. Und auch Leif-Erik Holm, einer von vier stellvertretenden Vorsitzenden der AfD-Bundestagsfraktion, hielt bald darauf die angekündigte Maiansprache und wagte in zehn Minuten einen Ritt durch die Welt. Er tangierte fast jeden Bereich des Lebens – soziale Komponenten, Krieg, Bildung, Löhne oder Rente und dass diese Bereiche einer Verbesserung bedürften. Enrico Komning ging auf Nordkurier-Nachfrage davon aus, dass zu Hochzeiten an die 600 Leute auf dem Marktplatz gewesen seien. Die Polizei gab die Zahl mit etwa 200 Personen an.

Der Neubrandenburger Bundestagesabgeordnete sprach in Bezug auf das Bürgerfest, bei dem die AfD lediglich einen Stand gehabt habe, von einem Erfolg. „Allerdings bin ich von vielen Ausstellern enttäuscht“, meinte er. Kurz vor Ultimo oder gar am Veranstaltungstag hätten sieben Stände abgesagt oder seien gar nicht erst gekommen. Nichtsdestotrotz wolle sich die AfD auch im kommenden Jahr am 1. Mai engagieren, „am liebsten zusammen mit dem Deutschen Gewerkschaftsbund“, erklärte Komning.

Kundgebungen weitestgehend friedlich

Sowohl Demonstrationszüge als auch Mahnwachen hatten sich im Vorfeld angekündigt. Die Neubrandenburger Polizei führte deswegen nach eigenen Angaben einen Einsatz mit 160 eigenen und unterstellten Kräften durch. So hätten an der Mahnwache „Rote Jugend voran“ an der Ecke Stargarder Straße/Turmstraße etwa zehn Personen teilgenommen. An der Mahnwache zum Thema Feminismus, Antirassismus, Antinationalismus und Lohnarbeit in der Treptower Straße/Markplatz/gegenüber der Marienapotheke seien rund 30 Personen gezählt worden. Es sei zu keiner Störung gekommen, schätzte die Polizei ein.

Auch zwei Aufzüge waren angemeldet. Der erste Aufzug mit Kundgebungen der Marxistisch-Leninistischen Partei Deutschlands (MLPD) mit etwa 30 Teilnehmern, zuerst war von 200 Teilnehmern die Rede, war am Rathaus gestartet und durch die Innenstadt zum Sportgymnasium gegangen. Der zweite Aufzug unter dem Motto „AfD demaskieren“ mit etwa 170 Teilnehmern setzte sich vom Bahnhof aus in Bewegung, schlängelte sich durchs Jahnviertel und kam über die Rostocker Straße Richtung Innenstadt. In der Stargarder Straße wurde laut Polizei von einer bislang unbekannten Person aus dem Aufzug heraus ein sogenannter Nebeltopf geworfen. Dabei sei niemand verletzt worden. Die Polizei spricht von störungsfrei verlaufenden Veranstaltungen. Auch Jörg Schmiedel, Leiter des städtischen Ordnungsamtes, konnte von weitestgehend reibungslosen Abläufen berichten. Einzig zwei Graffitis habe er zur Anzeige gebracht.

Auch in den Kulturpark, wohin Gewerkschaften, Stadt und mehrere Parteien geladen hatten, strömten etliche Besucher. Dort wurde friedlich und weitaus stiller gefeiert, es kam bislang zu keinen nennenswerten Störungen.