Die Feuerwehrmänner Marco Thamke (li.) und Roberto Thude aus Neubrandenburg fuhren bei ihrer Ostseespendentour, bei der s
Die Feuerwehrmänner Marco Thamke (li.) und Roberto Thude aus Neubrandenburg fuhren bei ihrer Ostseespendentour, bei der sie auf das Krebsrisiko in ihrem Beruf aufmerksam machen wollten, bis ans Nordkap in Norwegen. Marco Thamke
Die Neubrandenburger trafen Feuerwehrleute vor der ältesten Feuerwache „Erottaja“ in Helsinki.
Die Neubrandenburger trafen Feuerwehrleute vor der ältesten Feuerwache „Erottaja“ in Helsinki. Marco Thamke
Mit Feuerwehrmännern in Danzig sprachen sie ebenfalls über Krebsprävention in ihrem Beruf.
Mit Feuerwehrmännern in Danzig sprachen sie ebenfalls über Krebsprävention in ihrem Beruf. Marco Thamke
Prävention

Zwei Feuerwehrmänner auf Anti-Krebs-Mission in Nordeuropa

Die Neubrandenburger Feuerwehrmänner Roberto Thude und Marco Thamke sind 7000 Kilometer gefahren, um mit ausländischen Kameraden über das Krebsrisiko in ihrem Beruf zu sprechen.
Neubrandenburg

Mit durchschnittlich 70 Kilometern pro Stunde tuckerten die Neubrandenburger Marco Thamke und Roberto Thude in etwa zwei Wochen um die Ostsee. Bis zum Nordkap und durch den dicksten Schnee führte ihre Reise. Doch Urlaub wollten die beiden Berufsfeuerwehrmänner dabei nicht machen. „In Lettland erlebten wir einen Kulturschock“, erinnert sich Marco Thamke. „Wir haben dort in der Feuerwache mit dem Wachleiter in einem Zimmer geschlafen. Als er mitten in der Nacht von einem Einsatz zurückkam, betrat er den Raum mit seiner dreckigen Einsatzkleidung“, zeigt sich der Neubrandenburger schockiert, konnte es kaum fassen, wie er rückblickend sagt.

Neun Neubrandenburger Feuerwehrleute an Krebs erkrankt

Kein Wunder. Immerhin ist es das Ziel der Reise gewesen, Feuerwehrleute aus anderen Ländern auf das Krebsrisiko in deren Beruf aufmerksam zu machen. Dafür fuhren sie mit einem 1981 gebauten Einsatzfahrzeug rund 7000 Kilometer, finanzierten ihr Projekt mithilfe von Spenden.

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Alleine in Neubrandenburg sind laut Thamke neun Feuerwehrmänner seit 2003 an Krebs erkrankt, drei von ihnen daran gestorben. Gemeinsam mit seinem Kollegen Roberto Thude will er zur besseren Krebsprävention für Feuerwehrleute aufrufen, tauschte sich deshalb auf der Reise mit ausländischen Einsatzkräften darüber aus.

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Doch die engagierten Männer mussten schnell feststellen, woran es den meisten Feuerwehrstationen fehlt, um wichtige Hygienemaßnahmen umzusetzen: Geld. „In Finnland, Schweden und Norwegen sind die Einsatzkräfte traurig, dass sie keine dritte oder vierte Waschmaschine für die schmutzige Einsatzkleidung bekommen. Und in Lettland haben sie eine Waschmaschine für alles und trocknen die Sachen auf der Wäscheleine“, berichtet Marco Thamke.

Letten waschen Einsatzkleidung so gut wie nie

Für die Neubrandenburger Feuerwehrmänner spiele das Achten auf Hygiene nach einem Einsatz eine wichtige Rolle, um die Kollegen zu schützen. Immerhin können sich giftige Gase in der Kleidung festsetzen und zu gesundheitlichen Schäden führen. Von den Umständen in Lettland seien Thamke und Thude besonders schockiert. „Als wir den Letten davon erzählten, dass wir unsere Sachen nach jedem Einsatz waschen, schauten sie uns plötzlich mit großen Augen an“, sagt Marco Thamke. „Denn dort waschen sie ihre Sachen ein- bis zweimal im Jahr“, betont er.

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Dennoch konnten die Berufsfeuerwehrmänner den ausländischen Kollegen einige Ideen und Anregungen zur Verbesserung der Hygiene mit an die Hand geben, wie Thamke sagt. Ideen hätten sie von ihrer Reise ebenfalls mit nach Hause gebracht. Der 38-Jährige ist überzeugt, dass sie ihr Ziel mit der Reise auf jeden Fall erreicht haben.

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