Verdächtige im Brandfall Gültzer Schloss

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Zwei Neubrandenburger sollen Feuer gelegt haben

Im großen Saal des Gültzer Schloss brannte es gleich an mehreren Stellen (Archivfoto).
Im großen Saal des Gültzer Schloss brannte es gleich an mehreren Stellen (Archivfoto).
Felix Gadewolz

Es war der Morgen des 30. Mai. Es hätte in Gültz zur Katastrophe kommen können, wenn nicht Nordkurier-Zustellerin Waltraud Schulz beherzt gehandelt und die Feuerwehr informiert hätte.

An jenem Donnerstagmorgen am 30. Mai war Waltraud Schulz gegen 4.30 Uhr mit ihrem Nordkurier-Zustellauto unterwegs in Gültz. Sie war schon am Losfahren, als sie Brandgeruch bemerkte. Als sie genau hinschaute, sah sie Rauch aus dem leerstehenden alten Schloss in der Schlossallee quellen. Sie informierte die Feuerwehr.

Als die Wehren anrückten, fanden sie in einem Zimmer in den Ecken Brandstellen. Die Flammen konnten zum Glück schnell gelöscht werden. Der Sachschaden durch das Feuers wurde auf 10.000 Euro geschätzt. Beamte des Kriminaldauerdienstes Neubrandenburg sicherten am Morgen die Spuren. Erste Beweisaufnahmen ergaben dabei, dass das Feuer im großen Saal des ungenutzten Schlosses an mehreren unterschiedlichen Stellen ausgebrochen war. Die Kriminalisten der Kriminalkommissariats-Außenstelle Malchin übernahmen dann die Ermittlungen wegen des Verdachtes der vorsätzlichen Brandstiftung.

Die Beamten vernahmen in den zurückliegenden Wochen zahlreiche Zeugen, so die Pressesprecherin der Polizeiinspektion Neubrandenburg, Diana Mehlberg. Sie bestätigte außerdem, dass es viele Hinweise aus der Bevölkerung zum Brand in Gültz gab. Denen gingen die Beamten bei ihren Ermittlungen nach. Jetzt stehen zwei mutmaßlichen Tatverdächtige fest. Nach derzeitigem Ermittlungsstand sind zwei Neubrandenburger für den Brand im Gültzer Gutshaus verantwortlich. Die beiden 22-Jährigen sehen sich mit dem Verdacht der Brandstiftung konfrontiert. Was sie erwartet, darüber entscheidet die Staatsanwaltschaft. Sie prüft die Unterlagen und den Tatverdacht, so Oberstaatsanwalt Gerd Zeisler.

Brandherde schnell gelöscht

Zum Glück hatte sich der Brand im alten Schloss nicht ausgedehnt. Die Brandherde waren schnell gelöscht. Die Gültzer Wehr war als erste am Ort. Kameraden aus Letzin und aus Altentreptow durchsuchten anschließend noch das gesamte Gebäude nach weiteren Brandherden, fanden aber keine weiteren Feuerstellen. Es hätte gefährlich werden können, denn in den meisten Räumen findet sich noch Unrat wie zum Beispiel vergessene Möbel. Das Feuer hätte auch auf umliegende Häuser überreifen können.

Die Gültzer Bürgermeisterin Barbara Tramp-Wangerin nahm nach dem Brand Kontakt mit dem Verwalter des Schlosses auf. Ihres Wissens nach kümmert sich auch der Denkmalschutz um das Gebäude. Aus dessen Sicht wäre eine Absperrung mit einem Zaun eine Möglichkeit, um den Zugang zum leer stehenden Schloss zu erschweren, habe sie erfahren. Zurzeit ist das Schloss aber nur mit einem Flatterband abgesperrt.