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Folter-Tod in Alt Rehse

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Zweiter Prozess im Fall Sarah H. abgebrochen

Der Angeklagte soll seine 32-jährigen Lebensgefährtin im Sommer 2016 gefesselt und derart mit einer Peitsche geschlagen haben, dass sie an den Verletzungen starb.
Der Angeklagte soll seine 32-jährigen Lebensgefährtin im Sommer 2016 gefesselt und derart mit einer Peitsche geschlagen haben, dass sie an den Verletzungen starb.
Bernd Wüstneck

Nach viereinhalb Monaten ist der Prozess um die zu Tode gefolterte Sarah H. aus Alt Rehse vorerst geplatzt. Jetzt wird ein dritter Prozess nötig. Der Angeklagte wurde freigelassen.

Der Prozess um eine zu Tode gefolterte Frau am Landgericht Neubrandenburg ist nach viereinhalb Monaten zunächst geplatzt. Grund sei die längere Erkrankung eines Richters und die Pensionierung eines weiteren Richters der Schwurgerichtskammer, wie ein Sprecher des Landgerichts am Dienstag erklärte. Damit wird ein dritter Prozess in dem aufsehenerregenden Fall nötig. Der Haftbefehl gegen den 53 Jahre alten Angeklagten, der seit 2016 hinter Gittern saß, sei aufgehoben worden. Von dem Mann gehe keine Gefahr aus.

Der 53-Jährige soll seine Lebensgefährtin im Sommer 2016 im Haus in Alt Rehse bei Neubrandenburg im Streit nackt an ein Bett gefesselt und mit einer Peitsche misshandelt haben. Danach ließ er die 32-jährige Frau, die aus Rheinland-Pfalz zu ihm gezogen war, laut Staatsanwaltschaft weiter gefesselt liegen, wo sie Hunger und Durst litt und später starb. Der Mann hatte angegeben, sich verfolgt zu fühlen. Ihre Leiche wurde erst Wochen später durch Zufall im Haus gefunden. Die genaue Todesursache blieb unklar.

Der Mann war in einem ersten Prozess im März 2017 wegen Körperverletzung mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hob das Urteil in einer Revision auf und ordnete die Neuverhandlung an. Der psychische Zustand des Mannes zur Tatzeit sollte genauer geprüft werden. Seit April war nicht öffentlich verhandelt worden.