BAUAUSSCHUSS

Zwist mit Bauausschuss schwelt weiter

Die Fronten bleiben verhärtet. Im Streit um ein Sitzungsprotokoll und dessen Nachwirkungen gibt es keine Annäherung zwischen der Verwaltung und der Wählergemeinschaft.
Bärbel Gudat Bärbel Gudat
Die Vertreter der Stadt werden auch weiterhin nicht an den Sitzungen des Bauausschusses teilnehmen.
Die Vertreter der Stadt werden auch weiterhin nicht an den Sitzungen des Bauausschusses teilnehmen. Oliver Wunder
Altentreptow.

Es hat sich noch nichts verändert. Die Vertreter der Stadt werden auch weiterhin nicht an den Sitzungen des Bauausschusses teilnehmen. Das jedenfalls ist das Fazit des Bauausschussvorsitzenden Christian Sorge nach einem erneuten Gespräch mit Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl. Das Stadtoberhaupt ist immer noch der Überzeugung, es bedarf einer Entschuldigung, ansonsten werde die Verwaltung auch dem nächsten Bauausschuss fernbleiben.

Kurz vor Weihnachten vollzog sich in Altentreptows Stadtpolitik ein wohl einmaliger Auszug der Verwaltungsmitarbeiter zu Beginn einer Sitzung. Altentreptows Bürgermeister Volker Bartl hatte zuvor eine Erklärung verlesen. Sie enthielt die Gründe der Verwaltung für dieses doch recht spektakuläre Vorgehen. Anlass war ein „vertraulicher Brief“, den ein Mitglied des Bauausschusses an die Verwaltung gesandt hatte. Ohne weitere Öffentlichkeit sollte ein seiner Ansicht nach falsch dargestelltes Problem geklärt werden. Doch von Vertraulichkeit war dann kurz darauf keine Rede mehr, denn der Briefeschreiber gab sein Schreiben an eine weitere Person weiter. „Der Inhalt bezog sich auf das Protokoll der Sitzung vom 29. Au-
gust und er enthielt Anhäufungen von Unterstellungen und Verunglimpfungen gegenüber der Verwaltung in einer nicht zu akzeptierenden Art und Weise“, erläuterte Volker Bartl seine Beweggründe, zu drastischen Maßnahmen zu greifen. Jemanden so zu beleidigen und mit Unterstellungen zu arbeiten, dagegen wehrten sich der Verwaltungschef und seine Mitarbeiter.

Gegen wen sich die Vorwürfe richteten, wurde nicht gesagt. Aber da die stellvertretende Bürgermeisterin Claudia Ellgoth in der besagten Sitzung das Protokoll führte, richteten sich die Verunglimpfungen wohl vor allem gegen sie. Bei dem Briefeschreiber soll es sich nach Nordkurier-Informationen um den sachkundigen Einwohner Bernhard Wichmann handeln. Er sitzt für die Wählergemeinschaft im Bauausschuss. Bestätigt ist beides aber offiziell nicht. Zumindest eine Entschuldigung sei im Falle solcher Unterstellungen notwendig, forderte die Verwaltung. Und die Wählergemeinschaft sollte sich ihrerseits vom Inhalt distanzieren. Es gab dazu Gespräche mit dem Fraktionschef in der Stadtvertretung, Mirko Renger.

Bis zum Schluss habe er gehofft, dass die Wählergemeinschaft einlenkt, so Volker Bartl. Denn der Vorsitzende des Bauausschusses, Christian Sorge, und auch sein Stellvertreter, Heiko Werner, bestätigen das im Nachhinein beanstandete Protokoll der August-Sitzung. Doch ein Einlenken gab es nicht, allerdings ein Gespräche zwischen Claudia Ellgoth und Bernhard Wichmann, wird erzählt. Für die eine Seite ist damit die Sache bereinigt, so jedenfalls argumentiert Christian Sorge. Die Stadt sieht es jedoch anders und verlangt immer noch eine „offizielle“ Entschuldigung.

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