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Neue Strategie für Feriendorf-Pläne am See

VonJörg SpreemannDie Neubrandenburger Firma Mebra hat sich Partner gesucht, um mit ihrem Projekt am Ostufer des Tollensesee weiter zu kommen. Die Vermarktung ...

Erst ein Domizil ist auf dem geplanten Ferienpark-Areal bei Groß Nemerow fertig errichtet, das zweite Blockbohlenhaus steht unvollendet daneben. [KT_CREDIT] FOTOS: J. Spreemann

VonJörg Spreemann

Die Neubrandenburger Firma Mebra hat sich Partner gesucht, um mit ihrem Projekt am Ostufer des Tollensesee weiter zu kommen. Die Vermarktung soll künftig im Paket passieren.

Gross Nemerow.Am Standort könne es nicht liegen, meint Egon Zühlke und lässt seinen Blick über das von dichter Feldhecke eingeschlossene Gelände schweifen. Nach langem Winter sprießt zwischen Tollenseheim und Nonnenhof das erste Gras, durch die noch kahle Baumreihe schimmert der Tollensesee. Seit vier Jahren will der Geschäftsführer des Neubrandenburger Unternehmens Mebra auf dem Areal neben dem holprigen Plattenweg ein kleines Dorf mit Ferienhäusern ansiedeln. Bisher fast ergebnislos: Lediglich ein Domizil wurde fertiggestellt, das Blockbohlenhaus nebenan steht unvollendet daneben. „Wir sind nicht sehr erfolgreich gewesen“, gibt er zu. Das Projekt war zweimal auf der Neubrandenburger Baumesse vorgestellt und auch in Berlin beworben worden.
Für die Entwicklung des Tourismus erweist sich das Ostufer des Tollensesee seit über 20 Jahren als schwieriges Terrain. Schon kurz nach der Wende scheiterten Pläne, einen Ferienpark mit 1200 Betten mitten in die Natur zu setzen. Die Ausflugsgaststätte Nonnenhof verfiel, sämtliche Investoren warfen das Handtuch. Für das „Feriendorf Tollensesee“ mit insgesamt 57 Grundstücken wechselt Zühlke deshalb die Strategie. Künftig sollen Grundstück und „Schwedenhaus“ im Paket angeboten werden. „Viele Interessenten haben sich wohl doch gescheut, sich nach einem Grundstückskauf noch um den Hausbau kümmern zu müssen“, ahnt der Unternehmer.
Für die Vermarktung habe er sich mit einer Hausbau-Firma aus Schleswig und einem Maklerbüro aus Kiel verbündet, so Zühlke. Beide seien auf Ferienhäuser spezialisiert und häufig in Dänemark geschäftlich unterwegs. Vermietungen der Häuser an Urlaubsgäste übernehme bei Bedarf der Reisekonzern TUI. Der Geschäftsführer sieht in Berlin den wichtigsten Markt für die Urlaubsimmobilien am Tollensesee. Zühlke setzt aber auch auf Interessenten aus der Region – nicht zuletzt wegen der Sorge um die Stabilität des Euro. Noch mag er die Hoffnung nicht aufgeben, dass die Ostseite des Tollensesee für den Fremdenverkehr attraktiver wird – mit Feriendorf, dem neuen Bootsanleger Bornmühle und dem geplanten Fischerhof, der in Nonnenhof entstehen könnte. „Viele einzelne Bausteine können hier was bringen“, findet er.

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