Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt vor Unbekannten, die Kinder mit Sex-Chats und Nacktbildern belästigen.
Die Polizei in Mecklenburg-Vorpommern warnt vor Unbekannten, die Kinder mit Sex-Chats und Nacktbildern belästigen. Jens Kalaene
Rügen und Neustrelitz

Kinderporno-Bilder per TikTok und Instagram verschickt

In zwei Fällen wurden Kinder aus MV mit kinderpornografischen Fotos belästigt und dazu aufgefordert, selbst solche Bilder anzufertigen. Die Polizei geht von einer hohen Dunkelziffer aus.
Bergen

Unbekannte haben Kinder von der Insel Rügen in Sex-Chats verwickelt und ihnen auch kinderpornografische Bilder zugeschickt. Zudem wurden die Minderjährigen auch dazu aufgefordert, selbst Nacktbilder von sich zu senden, teilte die Polizei am Freitag mit. In zwei Fällen erstatteten die Eltern Anzeigen, die Polizei geht aber von einer hohen Dunkelziffer an weiteren Fällen aus, hieß es weiter.

In einem der beiden Fälle wurde eine Elfjährige von der Insel Rügen belästigt. Sie hatte der Polizei zufolge über die Videoplattform TikTok jemanden kennengelernt und dann per Instagram und Whatsapp gechattet. Sie glaubte demnach, dass sich bei dem Gesprächspartner um einen anderen Schüler handelte. Nach einigen Unterhaltungen aber habe der Unbekannte plötzlich kinder- und jugendpornografische Fotos verschickt un habe zudem angegeben, dass dies doch alle in seiner Klasse anschauen würden. Er forderte das Mädchen auf, selbst Nacktbilder zu verschicken. Zum Glück kam es nicht so weit, da ihre Eltern das Handy kontrollierten und Chats sowie Fotos sicherstellten, so die Polizei.

Polizei appelliert: Handys kontrollieren

Ein 14-Jähriger aus Neustrelitz wurde ebenfalls belästigt, er erhielt ebenfalls kinder- und jugendpornografische Fotos. Der Kontakt zu dem angeblichen Mädchen hinter den Bildern sei durch die Teilnahme an Online-Spielen entstanden, teilte die Polizei mit. Auch in diesem Fall fiel die Belästigung durch eine Kontrolle des Handys auf.

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Wer bei seinem Kind Nacktbilder oder Anfragen für solche findet, wendet sich bitte an die Polizei im Internet auf www.polizei.mvnet.de. Für Tipps gegen Gefahren im Internet empfiehlt die Polizei einen Blick auf polizei-beratung.de. Die Polizei appelliert an Eltern, regelmäßig die Handys ihrer Kinder zu überprüfen. Auch die Einsicht in Apps wie WhatsApp, TikTok, Instagram und weitere kann helfen, solche Fälle aufzudecken.

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Aufklärung ist ebenfalls wichtig, so die Polizei. „Kindern sollte klar gesagt werden, dass es in keinem Fall in Ordnung oder eine lapidare Angelegenheit ist, wenn sie zu Sex-Chats mit Unbekannten oder zum Verschickenvon Nacktbildern aufgefordert werden”, hieß es. Hinter Gleichaltrigen, die sich in Sex-Chats oder mit kinderpornografischen Bildern und Videos melden, stecken meistens erwachsene Täter. Auch das Weiterleiten solcher Inhalte kann strafbar sein.

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