Von Rügen nach Feldberg

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Leiterin des Naturparks Feldberger Seenlandschaft vorgestellt

Die neue Leiterin des Naturparks Feldberger Seenlandschaft Anne Petzold im Gespräch mit Nationalparkleiter Ulrich Meßner.
Die neue Leiterin des Naturparks Feldberger Seenlandschaft Anne Petzold im Gespräch mit Nationalparkleiter Ulrich Meßner.
Marlies Steffen

Die Sache mit den großen Fußstapfen ist für Anne Petzold kein Maßstab. Nach dem tragischen Tod des bisherigen Leiters möchte sie ihren eigenen Weg gehen.

Anne Petzold redete gar nicht lange um den heißen Brei herum. „Ich habe Schuhgröße 39“, bekannte die neue Leiterin des Naturparks Feldberger Seenlandschaft, die am Montag offiziell in ihr neues Amt eingeführt wurde. Die Worte waren ganz bewusst gewählt. Fiel doch im Haus des Gastes immer wieder die Redewendung von den großen Fußstapfen, in die sie nun treten werde.

Petzolds Vorgänger, Dr. Peter Wernicke, war im vergangenen Jahr auf tragische Weise bei einem Angelunfall ums Leben gekommen. Wernicke hatte den Naturpark seit seiner Gründung im Jahr 1997 geführt. Kein anderer Mitarbeiter hatte in mehr als 20 Jahren solch ein Wissen um dieses Arbeitsgebiet angehäuft. Wernicke war zudem ein sehr konsequenter Streiter für den Naturschutz, seine Beharrlichkeit war manchmal auch gefürchtet.

Moorschutz-Projekt soll vorangebracht werden

Anne Petzold als seine Nachfolgerin sieht sich konstruktiven Lösungen verpflichtet. Reibungspunkte ließen sich nicht ausschließen. Naturschutzziele sollten selbstverständlich durchgesetzt werden, aber nicht „auf Teufel komm raus“, wie sie auf Nordkurier-Nachfrage bekannte. „Ich kann und will Dr. Wernicke nicht ersetzen“, meinte die 35-Jährige. Seine Leistungen und Verdienste hätten sich bis nach Vorpommern herumgesprochen, wo Petzold in den vergangenen Jahren tätig war. Ihr sei es wichtig an der Vereinbarkeit von Naturschutz und regionaler Entwicklung mitzuwirken. Erfolgreich könne man nur gemeinsam sein.

Wichtigstes Anliegen sei zunächst das Voranbringen der Naturpark-Projekte. Darunter auch solche, die schon länger beim zuständigen Ministerium auf dem Tisch liegen. So seien Fördermittel für Moorschutz auf dem Gelände der ehemaligen Baumschule Dabelow und in Hinrichshagen bewilligt, aber dann wieder zurückgenommen worden. Seitdem warte man auf eine Bewilligung, sagte Martin Wyszinski, der den Naturpark kommissarisch geführt hatte. Und der dafür, wie die anderen Mitarbeiter, viel Anerkennung von Harald Stegemann vom Landesamt Umwelt, Naturschutz und Geologie bekam. Mit der Neubesetzung der Leiterstelle habe es lange gedauert, räumte Stegemann ein. Gründe nannte er nicht.

Anne Petzold ist Biologin und hat bisher im Unesco-Biosphärenreservat Südost-Rügen mit Sitz in Putbus gearbeitet, wo sie für Biotope, Artenschutz und für die Entwicklung von Projekten verantwortlich war. Sie ist gebürtige Brandenburgerin, hat in Greifswald studiert und möchte nun in Feldberg sesshaft werden.