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100-Jährige will mit Heesters mithalten

Martha Herrmann mit Schwiegertochter Anita Herrmann und Sohn Günter [KT_CREDIT] FOTO: Ulrich Krieger

Von unserem MitarbeiterUlrich KriegerMartha Herrmann lebt seit einem ganzen Jahrhundert. Ihr Leben war geprägtvon der Landwirtschaftund ihrer ...

Von unserem Mitarbeiter
Ulrich Krieger

Martha Herrmann lebt seit einem ganzen Jahrhundert. Ihr Leben war geprägt
von der Landwirtschaft
und ihrer Familie.

Neustrelitz.„Ich werde 110 Jahre alt und mein Arzt wird mir dabei helfen. Was Johannes Heesters kann, das kann ich auch“, sagt Martha Herrman. Sie wurde am Sonnabend 100 Jahre alt.Es war ein Kommen und Gehen im Altenpflegeheim Am Zierker See in Neustrelitz. Alle Wünsche nahm die 100-Jährige mit einem Lachen entgegen.
Am 6. April 1913 tat sie ihren ersten Schrei in der elterlichen Wohnung in Quadenschönfeld. Sie war die jüngste von drei Geschwistern. Ihre Mutter zog die Kinder groß. Ihr Vater kam 1917 im Ersten Weltkrieg ums Leben. Ihr berufliches Leben in der Landwirtschaft begann gleich nach der Schule. Das gefiel ihr, obwohl die Arbeit oft sehr hart war. Fast alles musste mit der Hand gemacht werden. Dung auf den Feldern verteilen oder das Getreide zu Garben bündeln und aufstellen. Doch alles war schnell vergessen, wenn zum Abschluss der Erntesaison das Erntefest zum Feiern einlud. Martha Herrmann tanzte und sang gern.
Auch die Liebe ließ nicht lange auf sich warten. Mit 19Jahren lernte sie ihren Mann kennen. Mit der Hochzeit 1934 gründete sie eine eigene Familie und Tochter Ilse wurde bald geboren. Das junge Paar lebte noch bei der Mutter, die gepflegt werden musste. Nach dem Tod der Mutter 1940 zog die Familie nach Krumbeck, dem Heimatort ihres Ehemannes. Dort kam Sohn Günter 1942 zur Welt. Ein Schicksalsschlag traf Martha Herrmann mit dem frühen Tod ihres Mannes 1953. Als bei der Montage ein Traktorreifen platzte, wurde der Ehepartner tödlich verletzt. Martha Herrmann hat nie wieder geheiratet. Auch nicht spurlos an ihr vorüber ging der Tod ihrer Tochter Ilse, die 2001 mit 67Jahren verstarb.
Ihr weiteres Leben wurde von 15 Jahren Arbeit in der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft in Krumbeck geprägt. Mit 60 Jahren begann das Rentenalter. Doch Rente hieß für sie nicht still sitzen. Um vier Enkel und sechs Urenkel kümmerte sie sich. Der Haushalt musste gemacht werden, und im Garten reiften Früchte, die verarbeitet wurden. Erst mit über 90 Jahren, das Gehen fiel schwer, entschloss sich Martha Herrmann, in das Altenpflegeheim umzuziehen. Auch dort ist sie noch aktiv, legt Wäsche oder besucht Gottesdienste. Auch lässt sie es sich nicht nehmen, täglich den Nordkurier zu lesen. Sie freut sich immer wieder auf ihren Sohn Günter Herrmann, der jedes Wochenende mit ihr spazieren geht.

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