Renaturierung

100.000 Kubikmeter Müll in Wesenberg einfach zugebaggert

Mit schwerem Gerät wird derzeit die ehemalige Deponie bei Wesenberg bearbeitet. Zehntausende Tonnen Kies werden auf den Müllberg geschüttet.
Robin Peters Robin Peters
Mit Baggern wird Kies über den Müllberg angehäuft.
Mit Baggern wird Kies über den Müllberg angehäuft. Robin Peters
Auf dem Müllberg hat sich einiges angehäuft, was jetzt verschwinden soll.
Auf dem Müllberg hat sich einiges angehäuft, was jetzt verschwinden soll. Robin Peters
2
SMS
Wesenberg.

Die ehemalige Deponie an der B 198 bei Wesenberg wird nun schrittweise zugeschaufelt. Mit zwei Baggern, einer Planierraupe und mehreren Lastwagen verteilen die Arbeiter der Peenebaugesellschaft mbH mit Sitz in Neukalen schon die ersten Ladungen Kies über dem riesigen Müllhaufen vor Wesenberg. „Das wird ein schöner, grüner Berg“, sagt Harald Bondzio, Geschäftsführer der Peenebaugesellschaft mbH, auf einer Baubesprechung am Dienstagnachmittag. Bis zur Fertigstellung werde die Baufirma rund 50 000 Tonnen Kies für die erste Schicht sowie noch einmal 12 000 Tonnen für den Oberboden über den Abfallberg anhäufen.

Schützender Mantel aus Erde und Gras

Das Ziel: Der Müllhaufen soll laut Anne-Katrin Farack vom Umweltamt künftig von einem schützenden Mantel aus Erde und Rasen überdeckt werden. Das Regenwasser sickere dann nicht mehr bis zum darunter liegenden Abfall durch und spüle weniger Schadstoffe ins Grundwasser. Bei einer Erdschicht von eineinhalb Metern Dicke dringe nichts mehr durch, was eine Reaktion auslösen kann.

Laut Heino Schaar aus dem zuständigen Planungsbüro S.I.G.-Dr.-Ing. Steffen GmbH aus Bentwisch komme zunächst eine sogenannte Wasserhaushaltsschicht über den schätzungsweise 100 000 Kubikmeter großen Müllberg. „Sie dient dazu, das Wasser zu speichern – wie ein Schwamm“, so Schaar. Diese Schicht bedecke künftig noch der Oberboden. Außerdem sei ein Weg für Wartungsarbeiten und ein Zaun geplant.

Gleich zwei Schutzschichten übereinander gestapelt

„Wir wollen nichts Neues schaffen, sondern den Platz wieder in die Natur eingliedern“, sagt Anne-Katrin Farack. Die Abdeckung des Abfalls komme auch Tieren wie Eidechsen zugute. „Die können hier später gut leben“, so die Mitarbeiterin für Boden und Immissionsschutz im Umweltamt. Der Zeitpunkt für die Maßnahme sei ideal. Die meisten Stoffumsetzungen hätten in den vergangenen Jahren bereits stattgefunden. Daher verändere sich das Volumen des Müllberges nicht mehr allzu sehr.

Die Baufirma breitet die Erdschichten laut Harald Bondzio aber nicht nacheinander über den Berg aus. An einer Stelle türme das Team gleich beide Schutzschichten übereinander. „Es ist wie bei einem Kuchen – wir arbeiten uns von Tortenstück zu Tortenstück vor“, sagt Bondzio. Orientieren würden sich die Arbeiter an GPS-Informationen. „Der Fahrer weiß genau, wo er was raufschütten muss.“ Früher hätten die Arbeiter noch Schnüre gespannt. „Das ist lange vorbei.“

Den Müll wegzuschaffen, anstatt ihn zu überdecken, wäre laut Planer Heino Schaar zwar theoretisch möglich, aber finanziell nicht umsetzbar gewesen. „Das erwägt man nur bei kleineren Standorten“, so Anne-Katrin Farack vom Umweltamt. Der Müll könne nach heutigen Bestimmungen ohnehin nicht einfach woanders eingelagert werden.

Nur schlechtes Wetter bringt Plan durcheinander

Der Landkreis Mecklenburgische Seenplatte erhält nach eigenen Angaben 1,43 Millionen Euro Fördermittel vom Land für das Projekt. Der Eigenanteil des Kreises werde wiederum mit 241 000 Euro vom Innenministerium bezuschusst. Betrieben wurde die Deponie bei Wesenberg zwischen den Jahren 1971 und 1995. Als neuer Eigentümer ist der Landkreis nach eigenen Angaben dazu verpflichtet, die Deponie gemäß der geltenden Deponieverordnung zeitnah abzudecken. Die Bauarbeiten sollen den Angaben zufolge deshalb bereits Ende Oktober abgeschlossen sein.

Der Zeitplan kann laut Bondzio von der Peenebaugesellschaft mbH nur noch von schlechtem Wetter durcheinandergebracht werden. „Ab einer bestimmten Regenmenge ist Feierabend“, so Bondzio. Denn dann könne die schwere Technik nicht mehr den Hang hochfahren.

zur Homepage
Unser Sommerhit: Nordkurier digital + gratis Tablet

Kommentare (3)

In zivilisierten Ländern werden Müllkippen rück gebaut, der dortige Müll wird zu 2/3 recycelt. Dort sind noch viele nützliche Rohstoffe, wie Metalle, Kunststoffe, Glas, Bauschutt etc. drin enthalten, die wiederverwendet werden können. Selbst die ganzen Gummireifen, Fußbodenbeläge etc. können energetisch noch verwendet werden. Der tatsächliche Müllberg würde dann nur noch einen kleinen Haufen aus machen. Leider entscheidet man sich im Landkreis für die falsche Variante, einfach nur schnell Kies und Mutterboden anzufüllen, damit die nächste Generation von Menschen diesen Schwachsinn wieder Rückgängig machen muss. Was will man dazu noch sagen? Das ist Steuermittelverschwendung pur. Auf der A-20 bei Tribsees sehen wir die Politik-Misere vom schnellen und billigen bauen. Wer billig baut, baut eben zweimal, zahlen tut es nur wieder der Steuerzahler.

Der Aufwand, wäre größer, als der Nutzen, das Geld reicht nicht mal . für die Verschönung, der Stadt. Die Flüchtlinge können ja als Schatzgräber nützlich machen, und was dazu verdienen. Ein schönes Wochenende wünsche. PS Das verschwendete Geld kann man für die Schülerbeförderung nutzen. Keine Generation, würde da nachbuddeln, weil keiner die Stelle kennt

Man muß kostengünstig arbeiten