24-Stunden-Test
1113 Kilometer mit dem E-Motorrad geschafft

Der Berliner war 24 Stunden lang mit seinem E-Motorrad auf der B96 läuft unterwegs.
Der Berliner war 24 Stunden lang mit seinem E-Motorrad auf der B96 läuft unterwegs.
Winfried Wagner

Ein Fahrer ist zwischen Berlin und Neubrandenburg in 24 Stunden 1113 Kilometer mit einem Elektro-Motorrad gefahren. Nur beim Laden blieb Zeit zum Schlafen.

Ein E-Motorradfahrer aus Berlin hat bei einem 24-Stunden-Test zwischen Neubrandenburg und Berlin insgesamt 1113 Kilometer geschafft. Die Länge sei bei dieser Dauer ein Rekord, sagte der Leiter des Landeszentrums für erneuerbare Energien Mecklenburg-Vorpommern, Falk Roloff-Ahrend, am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Neustrelitz. Dort wurden die Maschinen-Akkus nach je rund 150 Kilometern Fahrt nachgeladen. Der Test sollte allgemein zeigen, was im Alltag mit Elektromotorrädern bereits möglich ist.

Der Berliner Remo Klawitter war seit Samstagmittag im Auftrag des Kompetenzzentrums E-Mobilität im Landeszentrum mit einem Elektromotorrad auf der Bundesstraße 96 hin und her gefahren. Ähnliche 24-Stunden-Tests mit E-Autos gab es mehrfach – mit Motorrädern in dieser Form noch nicht, wie Klawitter sagte.

Von Neubrandenburg über Neustrelitz und Fürstenberg nach Oranienburg bei Berlin sind es rund 100 Kilometer. Die Aufladungen in Neustrelitz dauerten je knapp eine Stunde, was der Fahrer zum Schlafen nutzte.

Es fehlt der typische Motorrad-Sound

„Ich könnte jetzt noch weiterfahren, denn nun ist der Druck weg”, meinte der 38-Jährige nach dem „Zieleinlauf” am Landeszentrum. Für eine maximale Strecke habe er immer auf das Tachometer schauen müssen, damit der Akku möglichst ganz geleert wird und sich das Aufladen auch wieder lohnt. Am frühen Morgen sei etwas Nebel aufgekommen, da habe er sich einmal eine halbe Stunde extra zum Schlafen hingelegt. Rein technisch sei es „wunderbar gelaufen”.

E-Motorräder sind auf deutschen Straßen bisher noch selten, sagte ein Sprecher des Kompetenzzentrums. Ein Grund dafür sei, dass die Maschinen anders als Benziner fast keine Geräusche machen. „Da fehlt einigen Motorradfahrern wohl der typische Sound der schweren Maschinen.” Ein weiterer Grund dürften vergleichsweise hohe Preise für die elektrogetriebenen Motorräder sein. So kosteten solche Maschinen – je nach Leistung und Ladetechnik – bis zu 21.000 Euro.

Experten schätzen, dass sich E-Motorräder und Elektroroller vor allem in größeren Städten durchsetzen, weil man damit an manchen Staus vorbeifahren kann. In der Fläche sei die Dichte der Aufladestellen oft zu gering. Klawitter nutzt auf seinen Touren eine spezielle App, die Ladestationen anzeigt und bewertet. „Die Dichte soll erhöht werden”, sagte Roloff-Ahrend. Dabei werde das Landeszentrum von vielen Stadtwerken und Energieanbietern unterstützt.