Der Keller des einstigen Residenzschlosses auf dem Neustrelitzer Schlossberg soll vom Schutt befreit werden. Die Arbeiten sind
Der Keller des einstigen Residenzschlosses auf dem Neustrelitzer Schlossberg soll vom Schutt befreit werden. Die Arbeiten sind für den Herbst 2023 angekündigt (Archivbild). Nordkurier-Archiv
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2000 Tonnen Schutt – Schlosskeller von Neustrelitz wird aufgeräumt

Der Schlossbergkeller soll wieder begehbar gemacht werden. Ergebnisse einer Bestandsaufnahme wurden auf einer Sitzung vorgestellt.
Neustrelitz

Der Schlossberg als Baustelle: Im Schlosskeller beginnt voraussichtlich im Herbst 2023 das große Aufräumen. Vermutlich mehr als 2000 Tonnen Schutt sollen nach oben geholt werden. Diese Zahl nannte Winfried Tasler vom Staatlichen Bau- und Liegenschaftsamt (SBL) MV am Dienstag im Ausschuss für Stadtentwicklung und Bau der Neustrelitzer Stadtvertretung.

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Seit 70 Jahren dem Verfall preisgegeben

In der Sitzung war zuvor eine Bestandsaufnahme zum Kellerzustand vorgestellt worden. Ein Großteil der unterirdischen Fläche konnte auch nach 70 Jahren des Verfalls und der Verwitterung noch begutachtet werden. Allerdings nicht das ganze Areal, wie Jörg Gustav vom Neustrelitzer Ingenieurbüro Thiele & Partner deutlich machte. Das Büro war vom Land Mecklenburg-Vorpommern als Grundstückseigentümer mit der Zustandserfassung des Kellers beauftragt worden.

Die Untersuchungen hätten zum einen ergeben, dass die Stahlträger in der Decke teils stark eingerostet sind, die Abrostung betrage bis zu acht Millimeter. Das Mauerwerk hingegen sei meistenteils gut erhalten. Dennoch ist mit den vorhandenen Stahlrestflächen die Tragfähigkeit für eine Beräumung und den Bau einer Abdeckung gegeben, so Jörg Gustav. Indessen konnte nicht der gesamte Keller untersucht werden, da etwa die Hälfte der Fläche zugeschüttet ist. Lediglich ein Teil in Richtung Kavaliersgebäude und in Richtung altes Schloss konnte in seinem Zustand erfasst werden.

Um den Schutt aus dem Keller holen zu können, wird auf dem Schlossberg eine Großbaustelle errichtet werden müssen, wie es auch auf der Sitzung hieß. Ein großer Kran muss aufgebaut, im Keller hingegen könne nur mit kleinem Gerät gearbeitet werden. Und Schadstoffe müssen entsorgt werden. Es geht unter anderem um Asbest, Elektroschrott und teerhaltige Pappen. Zudem sollen noch vorhandene Überreste des Schlossgebäudes aus dem Schutt sondiert werden.

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Die Aktion wird wohl acht Monate dauern

Die öffentliche Begehbarkeit des Schlosskellers ist ein Ziel, das im Zusammenhang mit der Errichtung eines Schlossturmes erreicht werden soll. Einen entsprechenden Beschluss haben die Neustrelitzer Stadtvertreter gefasst. Wie genau diese Begehbarkeit allerdings aussehen soll, dazu gibt es noch keine Festlegungen.

Das große Aufräumen unter der Erde wäre der erste nach außen sichtbare Schritt für die geplanten Veränderungen auf dem Schlossberg. Acht Monate könnte die Beräumung dauern, wie Stephan Wenzl vom Schweriner Finanzministerium in der Ausschusssitzung deutlich machte.

Teilstück wird wohl an die Stadt verkauft

Für den Schlossberg bahnen sich indessen auch Veränderungen hinsichtlich der Eigentumsverhältnisse an. Das Land wird den Teil des Schlossbergareals an die Stadt verkaufen, auf dem der Schlossturm samt Pavillon errichtet werden soll. Die Bauarbeiten für den Turm werden voraussichtlich 2024, nach dem Ende der Kellerberäumung beginnen. Nach Bauabschluss für Turm und Pavillon wird das Land noch einmal aktiv und errichtet eine neue Decke über dem Keller-Bereich, um ihn verkehrssicher zu machen. Die Fläche soll auch gestaltet werden und zurückzubauen sein. Wie Bürgermeister Andreas Grund auf der Sitzung sagte, geht man von einer Bauzeit von insgesamt acht Jahren aus.

Über das Projekt soll auch am Sonnabend zur Schlossbergkonferenz in der Neustrelitzer Schlosskirche berichtet werden. Beginn ist um 14 Uhr.

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