Protest gegen Massentierhaltung

57 Kreuze erinnern im Strelitzer Land an Brand von Alt Tellin

Auf das Tierleid in Großanlagen machen ein Verein und eine Bürger-initiative aufmerksam. Geplant sind verschiedene Aktionen am Sonnabend.
Auf dem Hof an der B 198 unweit von Möllenbeck werden die letzten Kreuze zusammengebaut.
Auf dem Hof an der B 198 unweit von Möllenbeck werden die letzten Kreuze zusammengebaut. privat
Möllenbeck

Tierschützer setzen an diesem Sonnabend in der Mecklenburgischen Seenplatte ein Zeichen gegen Massentierhaltung. Dies sowohl in Möllenbeck als auch in Mirow. Zur Erinnerung an rund 57.000 Schweine, die vor vier Monaten bei dem Großfeuer in Europas größter Ferkelzuchtanlage in Alt Tellin qualvoll verendeten, sollen durch den bei Möllenbeck ansässigen Verein „Schweinehund“ 57 bunte Holzkreuze auf einer Weide aufgestellt werden. Die Aktion steht im Zusammenhang mit einer Initiative des Vereins „Schweineleben“ in Heinsberg in Nordrhein-Westfalen. Beide Vereine haben zusammen mit anderen Gruppen und Privatpersonen gegen den Eigentümer der Anlage Anzeige wegen tausendfacher Tierquälerei erstattet. „Diese Tragödie beispiellosen Ausmaßes darf nicht in Vergessenheit geraten“, macht Sarah Bolander für den an der B 198 bei Möllenbeck ansässigen Verein „Schweinehund“ deutlich.

Spenden aus dem gesamten Bundesgebiet

Zu der Aktion werden auch Vertreter der Tierschutzpartei, des Deutschen Tierschutzbundes und des Aktionskreises Alt Tellin erwartet. Die Beteiligten wollen deutlich machen, dass sie eine politische Antwort auf die Katastrophe von Alt Tellin erwarten. Die Kreuze, die am Sonnabend aufgestellt werden sollen, wurden von Tierschutz- und Tierrechtsorganisationen und Privatpersonen aus dem gesamten Bundesgebiet gespendet, sagte Sarah Bolander. Mit Blick auf die anstehende Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern wollen die Vereine mit ihrer Aktion erklären, dass es kein „Weiter so“ in Alt Tellin geben darf, machte Sarah Bolander deutlich.

Frühstücks-Ei-Spaziergang nahe Mirow und Peetsch

Die Mirower Bürgerinitiative (BI) gegen die zwischen Mirow und Peetsch geplante Legehennenanlage tritt morgen ebenfalls öffentlich in Erscheinung. Angesagt ist ein „Frühstücks-Ei-Spaziergang“, ließ der Verein vorab wissen. Treff ist um 10.30 Uhr auf dem Fahrrad- und Fußgängerweg zwischen Mirow und Peetsch. Dort wird ein Info-Tisch aufgebaut und man hat auch einen Blick auf den geplanten Standort der Legehennenanlage für bis zu 12 000 Tiere. Die BI möchte über den aktuellen Stand zum Bauantrag informieren. In der ersten Augustwoche ist zudem ein Gespräch mit Bürgermeister Henry Tesch, Stefanie Mewes als Antragstellerin und Geschäftsführerin für die Legehennenanlage und der BI geplant. Für dieses sollen Fragen, Wünsche und Forderungen gesammelt werden.

Zudem informierte die BI darüber, dass in der zur Proteststube gewordenen Heimatstube in Peetsch weitere Informationen erhältlich sind. Hier können auch Poster und Aufkleber sowie Unterschriftenlisten abgeholt und ausgefüllte Listen wieder abgegeben werden. Geöffnet ist jeweils donnerstags und sonntags von 10 bis 18 Uhr. Kontakt: www.beruehrte-natur.de

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