WALDBRANDWARNZENTRALE IN MIROW

68 Waldbrände im Hitzesommer 2019 gezählt

Die mittels Kameras unterstützte Brandüberwachung der Wälder hat sich bewährt. Gerade in den beiden heißen und trockenen Sommer hat sich das gezeigt.
Tobias Lemke Tobias Lemke
Dirk Erdmann von der Mirower Waldbrandwarnzentrale präsentiert ein Bild aus dem Sommer, in dem eine schwache Rauchentwick
Dirk Erdmann von der Mirower Waldbrandwarnzentrale präsentiert ein Bild aus dem Sommer, in dem eine schwache Rauchentwicklung zu sehen ist. Das Bild zeigt den Moment, als bei Lübtheen das Feuer zum zweiten Mal neu aufflackerte. Tobias Lemke
Mirow.

Fast 1000 Hektar Wald, eine Fläche so groß wie 1400 Fußballfelder, ist in diesem Jahr in Mecklenburg-Vorpommern dem Feuer zum Opfer gefallen. Insgesamt 68 Waldbrände stehen in der Statistik. Diese Zahlen teilte jetzt zum Ende der Warnsaison Dirk Erdmann, Manager aus der Waldbrandwarnzentrale in Mirow, mit.

In der Regel von März bis Ende September läuft von Mirow aus die kamera- und computergestützte Überwachung des waldreichen Südens des Bundeslandes ab und werden hier die Waldbrandgefahrenstufen für die einzelnen Landesteile berechnet. Hinter den Mitarbeitern der Zentrale liege erneut eine anstrengende Saison, sagt Erdmann. Denn bei hoher Waldbrandgefahr seien die Arbeitsplätze entsprechend stärker und länger besetzt. „Wir hatten Tage, an denen sind hier bis zu 16 Brandmeldungen aufgelaufen. Und die kommen nicht schön verteilt über den Tag rein, sondern teils drei auf einmal“, schildert Erdmann. Das seien dann immer brenzligen Situationen, sagt Mirows Forstamtsleiterin Angela Wilke. Dann heißt es, möglichst schnell Kontakt mit der Leitstelle aufzunehmen oder bei unklarer Lage die zuständigen Revierförster zur Kontrolle in die Spur zu schicken.

Großer Wunsch: Sommer 2020 soll verregnet sein

In vielen Fällen kommt die Erstmeldung über den Ausbruch eines Feuers aus der Mirower Zentrale. Übrigens auch bei Feldbränden. Denn die Kameras auf den Türmen blicken natürlich über Waldgrenzen hinweg. Neben den 68 Waldbränden wurden in diesem Jahr so auch 67 weitere Brände außerhalb von Forstbeständen erkannt.

Was die absolute Anzahl an Waldbränden betrifft, so wurden im Vergleich zum Vorjahr zwar weniger Vorfälle gezählt. 2018 waren es 88 Brände. Dafür fällt die Summe der vernichteten Waldflächen allerdings deutlich größer aus – und dafür gibt es einen Grund. Der große Löwenanteil entfällt nämlich auf die verbrannten Flächen des ehemaligen Truppenübungsplatzes bei Lübtheen, wo sich die Löscharbeiten aufgrund der Munitionsbelastung äußerst schwierig gestalteten. Auch rund um Mirow gibt es munitionsbelastete Wälder. Mit den Lübtheener Flächen seien diese Areale aber nicht vergleichbar. „Wir haben hier ein durch Wege und Schneisen erschlossenes Gebiet“, sagt Wilke. Das heißt, im Ernstfall können Wassergassen gelegt werden. „Dehnt sich der Brand aus, läuft er ins Wasser“, erklärt Wilke. Geht es nach den Förstern aus der Mirower Warnzentrale, so könnte der nächste Sommer ruhig verregnet werden. Das nicht nur, damit es in der Überwachung weniger Stress gibt, sondern auch, damit sich der Wald wieder erholen könne. Gerade in Forstrevieren mit einem hohen Anteil an Buchen wie bei Feldberg und Neustrelitz sei der Wassermangel zu spüren, sagt Wilke.

Vierter Manager wird ausgebildet

In der Mirower Warnzentrale arbeiten im Sommer 16 Waldarbeiter im rotierenden Schichtsystem als sogenannte Operator an vier Arbeitsplätzen. Sie bewerten am PC-Bildschirm Kamerabilder, die von den Wachtürmen kommen und Rauchentwicklungen oder Staubwolken zeigen. Drei Manager stehen ihnen als leitendes Personal zur Seite. Aktuell wird ein vierter Manager ausgebildet. 2014 nahm die zentrale Waldbrandüberwachung in MV ihren Dienst auf. Mittlerweile arbeiten viele Bundesländer mit dem System.

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