Naturschutz
Adler-Nachwuchs wohlauf, aber zu dünn für Ringe

Die drei jungen Fischadler in dem Horst bei Klein Trebbow entwickeln sich prächtig. Zum Beringen sind ihre Beine allerdings noch zu dünn.
Die drei jungen Fischadler in dem Horst bei Klein Trebbow entwickeln sich prächtig. Zum Beringen sind ihre Beine allerdings noch zu dünn.
Tobias Lemke

Die jungen Fischadler, die in dem Horst bei Klein Trebbow aufwachsen, sollten am Donnerstag beringt werden. Doch daraus wurde nichts.

In dem Greifvogelhorst auf dem Betonmast, den Naturschützer im Winter bei Klein Trebbow aufgestellt haben, wachsen gerade drei prächtige Fischadlerküken heran. Die zwei bis drei Wochen alten Jungvögel sollten am Donnerstag beringt werden. Doch daraus wurde nichts. Beringer Andreas Bass vom Stromversorger E.DIS und Nicole Wasmund von der Projektgruppe Greifvogelschutz beim Landesamt für Umwelt, Naturschutz und Geologie ließen sich von Hebebühnenführer Sebastian Wolf hinauf zum Nest heben. Jedem der kleinen Adler sollten zwei Ringe um das Bein gelegt werden.

Aus 150 Metern noch lesbar

Die Ringe sind gekennzeichnet mit Germany, der norddeutschen Beringungszentrale Hiddensee und einer Buchstaben-Zahlenkombination. Einer der Ringe kann durch seine kontrastreiche Beschriftung mit einem Spektiv aus Entfernungen von bis zu 150 Metern gelesen werden. Doch bei einem Blick ins Nest stellte sich heraus: „Die Beine sind noch zu dünn und die Ringe würden über die Krallen wieder abrutschen“, erklärte Andreas Bass. „In etwa zwei Wochen versuchen wir es noch einmal, dann müssten die Jungen groß genug sein und auch das Gefieder ist dann viel besser ausgebildet.“

In diesem Jahr hat der Beringungsspezialist schon 34 Fischadler beringt. Alle Horste sitzen auf 20 Kilovolt-Hochspannungsmasten, für deren Besteigen es einer besonderen Genehmigung bedarf.