Pflege am Boden

Altenpfleger wollen wieder auf die Straße gehen

Eine erste Aktion in Neustrelitz ist nicht ungehört verklungen. Jetzt ist mehr geplant.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Das Bündnis „Pflege am Boden“ ist kürzlich erstmalig auch in Neustrelitz aktiv geworden.  
Das Bündnis „Pflege am Boden“ ist kürzlich erstmalig auch in Neustrelitz aktiv geworden. Marlies Steffen
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Neustrelitz.

Das Bündnis „Pflege am Boden“ möchte in den nächsten Wochen noch häufiger in Neustrelitz auf sich aufmerksam machen. Ursel Palka, die die Aktion organisiert hatte, bestätigte dem Nordkurier, dass sich die Teilnehmer bereits auf einen neuen Termin geeinigt hätten. Sie selbst zeigte sich überrascht „von den vielen Reaktionen nach der relativ zurückhaltenden Teilnahme“. Zudem habe sich der Büroleiter des Neustrelitzer Landtagsabgeordneten Vincent Kokert (CDU) bei ihr gemeldet. Er sei an einem Gespräch zu dem Thema interessiert, verdeutlichte Ursel Palka.

Zum ersten Mal in Neustrelitz aktiv

Mitarbeiter von Pflegediensten aus Mecklenburg-Strelitz hatten am Sonnabend für eine Aufwertung des Pflegeberufs und gegen den Personalmangel in ihren Einrichtungen sowie für eine bessere Bezahlung in der Alten- und Behindertenpflege demonstriert. Es war das erste Mal, dass die bundesweite Initiative „Pflege am Boden“ in Neustrelitz aktiv geworden war. Aus Neustrelitz ist unlängst auch ein Brief an Bundes-Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) geschrieben worden. Anlass für das Schreiben war die Tatsache, dass Mitarbeiter von Pflegediensten ebenfalls erst mit 67 Jahren in Rente gehen können. Es würden unter dieser Voraussetzung nunmehr breitere Flure in den Pflegeeinrichtungen gebraucht, weil auch die Pfleger dann schon am Rollator gehen müssten, schreiben die Neustrelitzer nicht ohne Zynismus in ihrem Brief.

Das bundesweite Bündnis „Pflege am Boden“ existiert seit 2013. Es ist ein von Parteien, Gewerkschaften und Berufsverbänden unabhängiger Zusammenschluss. Politik und Gesellschaft sollen auf die Missstände der derzeitigen Pflegesituation in Deutschland aufmerksam gemacht werden. Gefordert wird eine Reform der Pflegepolitik, die die Situation für Pflegende, Gepflegte und Angehörige nachhaltig verbessert.