DENKMALSCHUTZ

Amt verbietet Abriss auf dem Muna-Gelände

Das Landesamt hält die alten Gebäude der früheren Munitionsanstalt Strelitz für erhaltenswert. Jetzt ist wieder ein Konzept gefragt.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Perspektivisch soll der Zaun um das Muna-Gelände in Fürstensee verschwinden.
Perspektivisch soll der Zaun um das Muna-Gelände in Fürstensee verschwinden. Marlies Steffen
Fürstensee.

Es hat lange gedauert, aber jetzt hat es die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) auf Nordkurier-Nachfrage endlich bestätigt: Auf dem Gelände der früheren Munitionsanstalt Strelitz wird es bis auf das sogenannte Heizhaus keinen weiteren Abriss von Gebäuden geben. Das war eigentlich durch die BImA erwünscht, doch beim Schweriner Landesamt für Kultur- und Denkmalpflege (LAKD) gab es Bedenken.

Im Einzelnen geht es um die Überreste der sogenannten Packmittelhäuser, der Hülsenwäsche und der Munitionsarbeiterhäuser. Schließlich wurden eine bauhistorische Untersuchung sowie eine Dokumentation zur Geschichte der Luftmunitionsanstalt Strelitz in Auftrag gegeben.

Der Ortsrat hat Fragen

Nach einer sogenannten „Würdigung“ der Unterlagen durch das LAKD, wird den baulichen Anlagen nunmehr trotz ihres schlechten Zustands eine hohe historische und baugeschichtliche Bedeutung mit Alleinstellungsmerkmal zugesprochen, so ein BImA-Sprecher. Seitens der Anstalt soll nun ein Nachnutzungskonzept, das den Erhalt der baulichen Substanz berücksichtige, erarbeitet werden. Dieser Konzeptvorschlag werde den zuständigen Behörden vorgestellt und soll auch mit diesen erörtert werden. Inwieweit das Thema auch im Ortsrat Fürstensee besprochen wird, steht noch nicht fest. Anfang Februar sei die nächste Sitzung vorgesehen, eine Tagesordnung gebe es noch nicht, sagte Rathaussprecherin Petra Ludewig.

Der Ortsratsvorsitzende Robert Wossack bestätigte dem Nordkurier indessen, dass es in Fürstensee nach wie vor ein großes Interesse am weiteren Umgang mit der Muna Strelitz gebe. Seitens des Ortsrates sei auch ein Katalog mit Fragen erarbeitet worden, den man in Fürstensee gern beantwortet hätte.

Bis 1993 vom russischen Militär besetzt

Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben beabsichtigt bereits seit vielen Jahren, den derzeit noch bebauten nördlichen Bereich der Muna wieder öffentlich zugänglich zu machen. Dafür müssen jedoch Gefahrenquellen beseitigt und auch der illegale Zugang zu den noch vorhandenen Gebäuden verhindert werden. Eigentlich sollte auch die Betonmauer, die das riesige Areal jetzt noch einfriedet, zurückgebaut werden.

Die Lufthauptmunitionsanstalt Strelitz wurde 1935 in Fürstensee errichtet und produzierte bereits 1937 Munition für den Spanischen Bürgerkrieg. In der Muna arbeiteten ab 1940 Kriegsgefangene aus Polen und Frankreich, 1941 auch Kriegsgefangene aus der UdSSR. Ab 1942 wurden Häftlinge aus dem Konzentrationslager Ravensbrück eingesetzt. Nach Kriegsende war das riesige Areal bis 1993 von russischen Militärs besetzt.

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