AWO MüRITZ

Kürzere Kita-Öffnungszeiten bringen Eltern in Bedrängnis

Erkrankte Mitarbeiter sind der Grund dafür, dass in Malchow eine Kinder-einrichtung später öffnet und früher schließt. An Lösungen werde gearbeitet, heißt es.
Petra Konermann Petra Konermann
Im "Kunterbunten Kinderland", eine Malchower Kita in Trägerschaft der Awo, mussten die Öffnungszeiten verkürzt werden - für viele Eltern ein Problem.
Im „Kunterbunten Kinderland”, eine Malchower Kita in Trägerschaft der Awo, mussten die Öffnungszeiten verkürzt werden – für viele Eltern ein Problem. Petra Konermann
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Malchow.

Unter den Eltern, die ihre Kinder in der Awo-Kita „Kunterbuntes Kinderland“ in Malchow betreuen lassen, brodelt es gewaltig. Denn in der Einrichtung wurden die Öffnungszeiten gekürzt. Ursprünglich konnten dort Kinder wochentags von 6 bis 18 Uhr betreut werden, seit einigen Tagen jedoch öffnet die Einrichtung nun später, um 6.30 Uhr, und schließt eine halbe Stunde früher, um 17 Uhr. Zwar sind im „Kunterbunten Kinderland“ nach Angaben des Landkreises ausreichend Fachkräfte vorhanden, von denen jedoch kurzfristig einige erkrankt seien, so Annette Thurm, Sprecherin des Landkreises. „Um dennoch einen ordnungsgemäßen Betrieb zu gewährleisten, wurden seitens des Trägers im Einvernehmen mit dem Elternrat und dem Jugendamt des Landkreises die Öffnungszeiten geringfügig eingekürzt“, so die Sprecherin weiter.

Vater kommt zu spät zur Arbeit

Doch diese Kürzung, die als „geringfügig“ bezeichnet wird, bringt einige Eltern in gehörige Schwierigkeiten. „Ich muss um 6 Uhr mit der Arbeit beginnen, ich arbeite in Schichten. Mein Mann ebenfalls. Dass die Kita nun eine halbe Stunde später öffnet, bringt uns ganz schön in die Zwickmühle“, sagt eine Mutter gegenüber dem Nordkurier (Name der Redaktion bekannt). Nur weil der Arbeitgeber ihres Mannes ein Auge zudrücke und hinnehme, dass sein Mitarbeiter später zur Arbeit erscheine, könne die Familie die späteren Kita-Öffnungszeiten abfangen. „Doch der Chef meines Mannes hat auch signalisiert, dass es keine Dauerlösung sein kann, dass mein Mann jeden Tag zu spät kommt“, sagt die Malchowerin.

Zu kurzfristig informiert

Sie kritisiert zudem, dass die Eltern erst sehr kurzfristig von den veränderten Öffnungszeiten erfahren hatten: An einem Mittwoch, so die Mutter, habe es einen Zettel mit Informationen zu den Veränderungen gegeben, die dann schon am folgenden Montag in Kraft traten. „Wir hatten nur wenige Tage Zeit, um uns zu organisieren. Das ist nicht gut gelaufen“, sagt sie. Die Mutter macht sich zudem perspektivisch Sorgen: Den Eltern sei mitgeteilt worden, dass im kommenden Jahr im „Kunterbunten Kinderland“ auch die Hortbetreuung in der 1. Klassen nicht gewährleistet werden könne. „Das alles ist eine Katastrophe. Ich will und kann arbeiten, aber wie soll das gehen, wenn mein Kind auf lange Sicht nicht betreut werden kann“, fragt die Mutter.

„Die aktuelle Problemlage wird sich im Laufe der Woche mit Genesung der Mitarbeiter aufheben. Nach Angaben der Awo Müritz wird der Personalbestand spätestens im Oktober verstärkt werden können, sodass im wiederholten Krankheitsfall auch eine entsprechende Vertretungskraft zur Verfügung steht“, berichtet Kreissprecherin Annett Thurm.

Awo führt Gespräche mit Bewerbern

Stephan Arnstadt, Geschäftsführer der Awo-Müritz gGmbH, betonte, dass „verschiedene Lösungsansätze geprüft werden, um zum regulären Betrieb zurückzufinden.“ Darüber hinaus, so Arnstadt weiter, gebe es gegenwärtig Bewerbungsgespräche mit Fach- und Assistenzkräften, um die angespannte Personalsituation vor Ort zu verbessern.

Für den Fall, dass die getroffenen Maßnahmen, wie bisher angedacht, greifen würden, könnte im Laufe der 42. Kalenderwoche, also Mitte Oktober, zu den regulären Öffnungszeiten zurückgefunden werden, erklärte Arnstadt, der sich für die Unannehmlichkeiten entschuldigte, die den Eltern durch die Verkürzung der Öffnungszeiten entstanden seien.

In der vergangenen Woche gab es zu diesem Thema bereits einen Termin mit Malchows Bürgermeister René Putzar (parteilos), Vertretern der Awo Müritz und des Jugendamtes des Landkreises. „Das Gespräch verlief sehr konstruktiv und seitens der Stadt Malchow wurde Unterstützung in Bezug auf organisatorische Verbesserungsmaßnahmen zugesagt“, so Kreissprecherin Thurm.

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