Im Leea wird regelmäßig geimpft. Und das ist offenbar weniger gefährlich, als einige erzählen.
Im Leea wird regelmäßig geimpft. Und das ist offenbar weniger gefährlich, als einige erzählen. Robin Peters
Corona-Schutz

Angebliche „Impftote” von Neustrelitz empfiehlt Impfung klar weiter

In Neustrelitz ging das Gerücht um, eine Frau sei nach der Spritze gestorben. Doch die Betroffene lebt, hat den Nordkurier gelesen und erzählt nun, wie es wirklich war.
Neustrelitz

So hört sich dann also die Auflösung an: Weil eine Frau mit leichten Hautreizungen nach einer Corona-Schutzimpfung zur Sicherheit vorsorglich ins Krankenhaus kam, wurde ihr offenbar ein tödlicher Zusammenbruch angedichtet. Tagelang machten in Neustrelitz Gerüchte über eine verheerende Komplikation unmittelbar nach der Impfung im Landeszentrum für Erneuerbare Energien (Leea) die Runde. Die betreffende Frau sei ins Krankenhaus gekommen und dort gestorben, wurde kolportiert.

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Betroffene meldet sich zu Wort

Nachdem der Nordkurier zum angeblichen Todesfall beim Impfmanagement des Landkreises Mecklenburgische Seenplatte und beim Leaa Neustrelitz anfragte und dort nur Verwunderung über dieses Gerücht hörte, brachte nun die Betroffene selbst endgültig Licht ins Dunkel. „Ich lebe noch”, meldete sich eine 41-Jährige nach der Berichterstattung beim Nordkurier, um die Geschehnisse aufzuklären. Sie möchte unerkannt bleiben, weil schon jetzt wegen des Vorfalls viele über sie sprechen würden, ohne die Umstände zu kennen.

Nach ihrer Einschätzung hätten sich die Übertreibungen und Spekulationen wahrscheinlich auf ihre leichte Impfreaktion vor fast zwei Wochen gestützt. Die 41-Jährige hatte nach eigener Aussage einen leichten Hautausschlag direkt nach ihrer Erstimpfung mit dem Impfstoff von Biontech/Pfizer im Leea in Neustrelitz und wurde zur Abklärung für kurze Zeit ins Krankenhaus gebracht. Auf diese mögliche, seltene Nebenwirkung wird im Aufklärungsblatt des Robert-Koch-Instituts zu diesem Impfstoff hingewiesen.

Stundenlang in der Kälte gewartet

„Ich bin auch nicht zusammengebrochen”, machte die Frau deutlich. Sie sei ohne Hilfe selbst in den Krankenwagen gestiegen. Allerdings habe sie zuvor stundenlang in der Kälte auf die Impfung warten müssen. Da seien leichte Kreislaufprobleme natürlich nicht ungewöhnlich, übte sie leichte Kritik am Impfmanagement des Landkreises. Dieses bemüht sich nach eigenem Bekunden aber gerade, auf den Ansturm zu reagieren und die Kapazitäten für Impfungen zu erweitern.

Auch die Tochter wurde geimpft

Die 41-Jährige empfiehlt die Impfung trotz ihrer eigenen Erlebnisse allen klar weiter. Sie habe sogar ihre jugendliche Tochter impfen lassen, bei der keine Nebenwirkungen auftraten. Abgesehen von der Reizung direkt nach der Impfung und den Schmerzen an der Einstichstelle habe sie selbst auch keine weiteren Probleme gehabt.

Dennoch ist sie nun verständlicherweise verunsichert, ob sie selbst eine zweite Dosis in Anspruch nehmen soll. Ihre Ärztin habe sie bereits von der Notwendigkeit einer Zweitimpfung befreit. Nur hat die Betroffene damit das Problem: Ein vollständiger Impfschutz wurde ihr bislang nicht bescheinigt. Sie habe sich bereits an verschiedene Behörden gewandt. Doch eine klare Antwort auf die Frage, ob sie den gleichen Status wie vollständig Geimpfte erhalten kann und entsprechend am gesellschaftlichen Leben teilhaben darf, habe ihr bis jetzt niemand geben können.

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