Debatte in Neustrelitz

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Arbeiten an Schlosskeller-Ruine gestoppt

Der Neustrelitzer Schlosskeller ist kurz vorm Einstürzen, sagt Landes-Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Wie es mit dem alten Gewölbe weitergehen soll, darüber wird voraussichtlich im Mai erneut diskutiert.  
Der Neustrelitzer Schlosskeller ist kurz vorm Einstürzen, sagt Landes-Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD). Wie es mit dem alten Gewölbe weitergehen soll, darüber wird voraussichtlich im Mai erneut diskutiert.
Finanzministerium Mv

Was passiert mit dem Keller des Schlosses? Das Treffen in Schwerin hat erst mal keinen Konsens gebracht. Jetzt ist ein neues Treffen geplant.

Die Arbeiten an der Ruine des Schlosskellers in Neustrelitz sind erneut gestoppt. Der Keller wird vorerst nicht verfüllt, der Schlossberg bis auf Weiteres nicht gestaltet. Darüber informierte Finanzminister Mathias Brodkorb (SPD) am Mittwoch nach einem Gespräch mit dem Neustrelitzer Bürgermeister Andreas Grund (parteilos), Neustrelitzer Stadtvertretern, Statikern, Denkmalpflegern und Planern in Schwerin. Voraussichtlich im Mai soll es ein weiteres Treffen in Neustrelitz geben, zu dem die Neustrelitzer eigene Fachleute einladen werden.

Minister: Keller ist einsturzgefährdet

Nach der bereits erfolgten Rodung der Gehölze könne die als nächstes geplante Beräumung aus Sicherheitsgründen noch nicht erfolgen, erklärte der Minister. Das Land wollte im nächsten Schritt Unrat und Schutt aus dem Keller räumen und das Gemäuer im selben Atemzug verfüllen. Dagegen regte sich in Neustrelitz Widerstand. Die Stadtvertreter hatten gefordert, dass der Keller zwar beräumt, die Verfüllung aber unterlassen wird. Das ist laut Mathias Brodkorb jedoch nicht machbar. „Die Idee der Stadtvertreter: ,Räumt den Müll raus, dann Zäsur, dann guckt euch den Keller noch mal an’ ist unmöglich“, so der Minister. „Der Keller ist akut einsturzgefährdet, die Pfeiler sind kurz vorm Bersten, das Ding fliegt bald auseinander.“ Wer die Räume betrete, begebe sich in Lebensgefahr. Darum sei die Beräumung nur möglich, indem das Dach geöffnet wird. Das Dach fungiere als konstruktive Stütze. Werde es noch mehr beschädigt, würden die Wände einstürzen. Darum müsse sofort nach der Beräumung mit Fließsand stabilisiert werden.

Der Spezialsand sei aus denkmalpflegerischer Sicht die beste Lösung. „Die Alternative wäre Beton, aber den würde man nie mehr herausbekommen.“ Fließsand hingegen könne „mit einem Riesenstaubsauger einfach rausgesaugt werden“.

Bürgermeister hofft auf einvernehmliche Lösung

Mathias Brodkorb zeigte sich zuversichtlich, dass nach dem nächsten Gespräch ein Konsens gefunden wird. „Wenn nicht, bin ich ratlos. Das Land wird die Maßnahme nicht im Konflikt mit der Stadt weiterbetreiben. Wir werden nicht mehr als eine Million Euro investieren – für ein Projekt, das keiner will. Wenn keine Einigung gefunden wird, bleibt es, wie es ist. Dann ist der Keller irgendwann unwiederbringlich verloren. Da ist für mich im Moment unvorstellbar.“ Bürgermeister Andreas Grund hofft, dass bald eine einvernehmliche Lösung gefunden wird und die Gestaltung des Schlossbergs weitergeht. „Ich bin überrascht, dass es wieder einen Baustopp gibt. Ich hätte nur die Verfüllung stoppen wollen und den Rest der Maßnahme weiterlaufen lassen, aber das ist wohl nicht machbar, wurde uns gesagt. Mein Wunsch wäre, das Projekt nicht einfach so sausen zu lassen. Das wäre ganz schlecht, auch für den Standort der Schlossgartenfestspiele. Ich hätte gern gesehen, dass die Fläche bald gestaltet wird.“

Ernst August von der Wense (CDU) zog stellvertretend für alle Stadtvertreter ein positives Fazit. „Wir haben die Verfüllung erst einmal aufgehalten, das ist das, was wir wollten. Wir wissen zwar jetzt, dass das Land keine Alternative sieht, aber wir wissen auch, dass das Land bereit ist, sich der Diskussion mit Fachleute zu stellen.“

Kommentare (2)

um angesichts dieses Fotos zu begreifen, dass dort nichts - aber auch gar nichts mehr - zu retten ist. Nur eine Sprengung ist noch sinnvoll, denn selbst der Abriss wäre dort viel zu gefährlich.

Einer Wiedergeburt, eines toten Kellers, Herr Haase vergessen sie das