Breitband-Ausbau

Auf dem Hullerbusch geht’s nicht fix ins Netz

Die Technik ist veraltet, aber auf dem Hullerbusch in der Feldberger Seenlandschaft gibt es noch nicht die notwendigen Voraussetzungen, dass moderne Verfahren auch funktionieren.
Marlies Steffen Marlies Steffen
Wann der Breitbandausbau auch für Hullerbusch in Sicht ist, dazu gibt es immer noch keine verlässlichen Angaben (Symbolbild).
Wann der Breitbandausbau auch für Hullerbusch in Sicht ist, dazu gibt es immer noch keine verlässlichen Angaben (Symbolbild). © Jörg Lantelme - Fotolia.com
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Feldberg.

Jakob Hermühlen ist darauf eingestellt. Es kommen schwierigere Zeiten auf ihn zu. Ausnahmsweise geht es nicht um seine Schäferei, dem traditionellen Familienbetrieb auf dem Hullerbusch. Die Halbinsel unweit von Carwitz ist für ihre schwankende Internet- und schlechte Breitbandversorgung bekannt. Im Sommer, wenn die Touristen nach Hullerbusch strömen, ist es schwierig, E-Mails abzusetzen oder zu empfangen oder auch zu telefonieren.

Der vom Bund geförderte Ausbau der schnellen und stabilen Datenautobahn ist noch nicht zustande gekommen. Hermühlen setzt bislang auf ISDN und das traditionelle Fax-Gerät oder auf das Telefon. Mit der zugegeben schon etwas in die Jahre gekommenen Technik der ISDN-Verbindungen gab es jedenfalls die Sicherheit, dass die Mitteilungen des Schäfers – etwa seine Bestellungen – auch zügig ankamen. Doch damit könnte demnächst Schluss sein. ISDN als Standard für ein digitales Telekommunikationsnetz, bei dem etwa Telefon und Fax mit zwei verschiedenen Nummern parallel betrieben werden können, wird von der Telekom als nicht mehr zeitgemäß angesehen und Schritt für Schritt abgeschafft. „Bereits seit fünf Jahren“, sagt Telekom-Sprecher Georg von Wagner auf Nordkurier-Nachfrage. Die Abschaltung auf dem Hullerbusch ist für den Herbst vorgesehen.

IP-Adresse macht es nicht besser

Als Alternative bekommt Hermühlen eine IP-Adresse, mit der er an das Internet angebunden ist. Ist doch nicht schlecht, könnte man meinen. Aber was eigentlich auf der Höhe der Zeit ist, passt derzeit ganz und gar nicht nach Hullerbusch. Denn solange es dort keinen vernünftigen kabelgebundenen Breitband-Ausbau gibt, ist die IP-Adresse nicht verlässlich.

Die mobilen Übertragungsgeschwindigkeiten schwanken stark, je mehr Leute auf dem Hullerbusch mit dem Handy telefonieren, um so langsamer wird das System. Wann indessen der vom Bund geförderte Breitbandausbau in den förderfähigen Gebieten, zu denen auch Hullerbusch gehört, zustande kommt, ist auch mehr als zwei Jahre nach dem Beschluss des Förderpakets durch die Bundesregierung unklar.

Mit der Vergabe der Arbeiten in den einzelnen Fördergebieten ist der Landkreis beauftragt. Hier hatten sich aus unterschiedlichen Gründen immer wieder Verzögerungen ergeben. Zuletzt war von einem möglichen Ausbaubeginn zum Ende des Jahres die Rede.

Der Schäfer vom Hullerbusch ist kein Einzelfall

In der Gemeinde Feldberger Seenlandschaft weiß der Breitband-Beauftragte Reiner Stöhring, dass der Schäfer vom Hullerbusch kein Einzelfall ist. Die Telekom werde aus seiner Sicht gerade jetzt dort in den Regionen aktiv, die als Fördergebiete ausgewiesen sind. Eigentlich tritt mancherorts „eine Verschlimmbesserung ein“, sagte Stöhring auf der jüngsten Sitzung der Gemeindevertretung.

Durch die Kappung der ISDN-Verbindungen müssen sich die betroffenen Kunden auch vertraglich neu binden. Anders als bei einer ausgebauten Breitbandversorgung können sie aber nicht wählen, an wen sie sich vertraglich binden. „Ich habe nach meinem Kenntnisstand keine Wahl, als wieder bei der Telekom-Kunde zu werden“, sagt Jakob Hermühlen.