SCHULE

Auf der Jobmesse gibt’s Nachhilfe für die Berufswahl

Zukünftige Schulabsolventen brauchen Berufsper-spektiven, regionale Firmen dringend Azubis. Auf der Berufe-Entdeckertour treffen sie aufeinander.
Martina Schwenk Martina Schwenk
Wie lockt man mehr Azubis ins Handwerk? Vor der Herausforderung stehen auch die Mitarbeiter von Intec. Foto: Martina Schwenk
Wie lockt man mehr Azubis ins Handwerk? Vor der Herausforderung stehen auch die Mitarbeiter von Intec. Foto: Martina Schwenk Martina Schwenk
Neustrelitz.

Mit großen Plakaten und bunt gedeckten Tischen war am Montagmorgen die Aula der Integrierten Gesamtschule (IGS) „Walter Karbe“ in Neustrelitz ausgestattet. Der Grund dafür war ein wichtiger: Die „Berufe-Entdeckertour“ hat hier Station gemacht. Ihren Namen verdankt die kleine Berufsmesse den Initiatoren, darunter die Agentur für Arbeit. Sie zieht in diesen Tagen durch den Landkreis Mecklenburgische Seenplatte. Den Auftakt der Veranstaltung nutzten 18 regional vertretene Firmen und Betriebe in Neustrelitz. Bei den Schülern kamen die Informationsstände gut an. Dabei waren sie selber die Hauptpersonen.

„Wir wollen, dass ihr uns nicht verlasst“, sagte Petra Höcker vom JugendService MSE der Agentur für Arbeit zu Beginn. Das soll das Ziel sein, den Nachwuchs in der Region zu halten. Zum vierten Mal findet die Wandermesse statt, überwiegend mit Erfolg. Im Vorfeld wurden Schulen angeschrieben, die keine eigene Schulmesse haben. „Wir wollen, abseits der großen Messen, den Jugendlichen Impulse geben für ihre spätere Berufswahl“, sagt Ralf Böhnke vom JugendService MSE.

Arbeitsauftrag für die Messe

An der IGS „Walter Karbe“ wurden die neunten, aber auch die achten Klassen in die Aula gebeten. Gerade für die Neuntklässler war die Veranstaltung wichtig. Wenn sie in der Zehnten ihren Abschluss machen, beginnt für sie die Bewerbungsphase. Um ihnen mehr Orientierung zu bieten, erhielt jeder einen Arbeitsauftrag. Zuerst sollten sie mindestens drei Unternehmen ansprechen.

Die Vorgehensweise überzeugte auch die Aussteller. „Es entstehen gezielte Gespräche. So können wir gute Einblicke vermitteln, wie die Ausbildung wirklich aussieht“, sagt Kai Nimke von der Bauschlosserei Dieter Kobs aus Neustrelitz. Gerade sein Metier, das Handwerk, benötigt Nachwuchs. Das ist nicht immer einfach. Denn, wie Böhnke zu berichten weiß, sind Schüler an handwerklicher Arbeit immer weniger interessiert. Das zeigte sich auch an den Ständen. Krankenpflege und Touristik waren an diesem Montagmorgen ebenfalls nicht der Renner.

Doch es gab Ausnahmen. So durfte sich Nicole Syring von der Intec Versorgungstechnik über einen großen Ansturm freuen. „Das sah auf anderen Veranstaltungen schon anders aus“, berichtet sie. Eines zeigte sich auf der Messe klar. „Vor Jahren war es noch so, dass Azubis auf die Betriebe zugehen mussten. Inzwischen müssen Betriebe um Azubis werben“, fasst Ralf Böhnke die Situation zusammen. Das klappt mal mehr, mal weniger. Jens Möller vom DRK zog ein positives Fazit, verglichen mit vergangenen Messen. „Ich glaube, wir müssen in Zukunft offensiver auf die Schüler zugehen“, sagt hingegen Marina Peters von der Vitanas Altenpflege.

Melksimulator, Quiz und ein Traktor

Heimlicher Star des Morgens war der Landwirtschaftsbetrieb Dierks. Zusätzlich zum Melksimulator und einem kleinen Quiz wurde ein Traktor auf den Hof gefahren. „Jugendliche sind oft scheu. Also haben wir unseren Stand interaktiv gestaltet“, sagt Sarah Dierks. Tatsächlich lockte das sogar einige zuvor desinteressierte Achtklässler an. Die zeigten nach eifrigen Diskussionen ehrliches Interesse an der Landwirtschaft.

„Natürlich hat nicht jeder etwas gefunden, aber wir zeigen hier auch nur einen Ausschnitt von dem, was möglich ist“, fasst Petra Höcke den Morgen zusammen. Die Entdeckertour zieht noch bis zum 7. März durch die Schulen.

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